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"Weiterer Ausbau unabdingbar"
15.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Janina Fortenbacher

Bühl - Die Zahlen, die aus der aktuellen Kindergartenbedarfsplanung hervorgehen, sprechen eine deutliche Sprache: Die Kitas in Bühl sind nahezu voll belegt. Zudem liegen in der Kernstadt mit Kappelwindeck für den anstehenden Planungszeitraum stabile bis steigende Kinderzahlen vor. Folglich werden die Einrichtungen dort weiterhin bis zur vollen Kapazitätsgrenze ausgelastet sein.

Bettina Fröhlich, Leiterin der Abteilung Kindertageseinrichtungen und Generationenarbeit, präsentierte dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Kindergartenbedarfsplanung und machte auf die neuen Herausforderungen aufmerksam: Stand in den vergangenen Jahren noch für alle Bühler Kindertageseinrichtungen der Ausbau eines bedarfs- und familiengerechten Betreuungsangebots für Krippen- und Tagesstättenkinder im Vordergrund, gilt es nun, vor allem den Kapazitätsengpässen in der Kernstadt und in Kappelwindeck zu begegnen.

Der steigende Bedarf an Kita-Plätzen lässt sich vor allem an folgenden Faktoren ablesen: "Wir stellen zunehmend fest, dass Eltern ihre Kinder immer früher in einer Kindertageseinrichtung anmelden", schilderte Fröhlich. Rund 20 Prozent aller einjährigen Kinder würden zwischenzeitlich in den Kitas betreut und 80 Prozent aller Zweijährigen. Dies bedeute, dass innerhalb nur weniger Jahre nahezu ein kompletter Jahrgang mehr in den konfessionellen und kommunalen Einrichtungen betreut wird.

Derzeit verfüge man in der Kernstadt mit Kappelwindeck über 651 Plätze, wovon 103 für Krippenkinder vorgesehen sind. Unter der Annahme, dass rund 80 Prozent der Eltern bereits ab einem Alter von zwei Jahren einen Platz für ihre Kinder suchen, bestehe in der Kernstadt für das Kindergartenjahr 2019/2020 ein Fehlbedarf von rund 20 Plätzen. Viele müssten daher auf Kitas in den Stadtteilen ausweichen. "Ein weiterer Ausbau der Krippenplätze ist unabdingbar", betonte Fröhlich.

Sie wies in diesem Zusammenhang auch auf künftige Wohnraumentwicklungen, insbesondere im Bereich Kirchgassgraben, hin. Dort würden bis zu 220 Wohneinheiten für den Bezug von 400 bis 500 Einwohnern geplant. Bei gleichbleibenden Geburtenzahlen könnte dies zu einem zusätzlichen Platzbedarf von rund 40 Kindergartenplätzen führen. "Um diesen abzudecken, haben wir Gespräche mit der Lebenshilfe der Region Baden-Baden/Bühl/Achern geführt", merkte Fröhlich an. "Dort könnten ab dem Jahr 2021/2022 zwei weitere Gruppen in der Kindertageseinrichtung Hand in Hand implementiert werden."

Walter Seifermann (GAL) gab zu überlegen, einen eigenen, städtischen Kindergarten in Kombination mit einer Altenbetreuung zu errichten. Barbara Becker (SPD) war ähnlicher Meinung: "Bei einem Zuwachs von 40 Kindern müssen wir über einen weiteren Kindergarten nachdenken."

Stadt will Stellen für Springer einrichten

Neben der zu geringen Platzkapazität kämpfen die Kindergärten aber noch mit einem anderen Problem: Der Fachkräftemangel macht auch vor Bühl nicht halt. "Besonders bei personellen Engpässen durch Krankheit oder Beschäftigungsverbote stehen alle Einrichtungen vor einer Herausforderung", so Fröhlich. Um die Betreuungsqualität zu halten, sollen 2,5 Springerstellen - zunächst befristet bis zum 31. August 2021 - eingerichtet werden. Zudem sollen vier weitere "normale" Vollzeitstellen geschaffen werden. Die zusätzlichen Personalkosten liegen bei 352 000 Euro.

Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben und der Fortschreibung des Kindergartenbedarfsplans für 2019/2020 einstimmig zu. Alle Fraktionen waren der Meinung, dass Geld, das in die Zukunft der Kinder investiert wird, gut angelegt sei.

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