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Brutal schnell, aber damit auch spannend
31.05.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Die Stadt ist, auch dank des Bühler Innovations- und Technologie-Start-ups (BITS), kein Existenzgründungs-Niemandsland. Luft nach oben besteht gleichwohl reichlich. Dass sich Unternehmens-Küken in der Startphase ohne feste Gesellschaftsform und Unterstützung von Sponsoren oder kommunale Hilfestellung entwickeln können, beweisen Tim Braun und Manuel Goracy, beide 20 Jahre jung.

Bereits am Technischen Gymnasium in Bühl, an dem Braun sein Abitur ablegte, verspürte er Lust auf unternehmerische Umtriebigkeit und gründete seine erste Firma "Schulfreund". Die Geschäftsidee: Schüler erhalten zu Schuljahresbeginn eine Liste mit Materialien, die sie für den Schulalltag benötigen.

Das Klientel wurde zum ganz überwiegenden Teil über Social Media bundesweit erschlossen. Der Einkauf erfolgte bei zwei Großhändlern. Am Ende wurde die Ware im Einkaufswert von 50 Euro verpackt und in Kartons auf den Weg gebracht.

Anspruchsvolle Herausforderungen haben Tim Braun schon immer gereizt. Leidenschaftlich betrieb er den BMX-Sport. In der Jugend reichte es sogar zu einem baden-württembergischen Meistertitel. Und auch beim deutschen Gründerpreis entwickelte er Energie und schaffte es fast ins Finale. Die Aufgabenstellung: Gründung eines fiktiven Unternehmens.

Über die Eltern lernte er zufällig Manuel Goracy kennen. Geboren in Achern, legte er am Bühler Wirtschaftsgymnasium sein Abitur ab. 2018 nahm er in Gengenbach ein Studium der Betriebswirtschaftslehre auf.

Seine Lust aufs Experimentieren und Auskundschaften in den neuen Medien entdeckte er bereits mit 13 Jahren und gründete einen Youtube-Kanal. Nach drei Jahren verzeichnete er 15 000 Abonnenten bundesweit. Schulbank drücken, Hausaufgaben machen, Klassenarbeiten schreiben war die eine Sache, die Follower in den sozialen Medien zu bedienen geradezu ein "Fulltime-Job". Im September 2017 war es dann soweit: Notartermin in Gera. Zusammen mit drei Kollegen gründete man das Unternehmen "The Fink". Es waren "Freelancer" in den Sparten Grafik, Videoproduktion und Programmierung.

In dieser Branche dreht sich alles um Netzwerken. Und man benötigt die richtigen Kontakte. Über die Wirtschaftsförderin der Stadt Bühl, Corina Bergmaier, und BITS-Geschäftsführer Jürgen Braun lernten Manuel Goracy und Tim Braun den Gründer des IT-Unternehmens Leitwerk AG, Martin Foshag, kennen. In diesem Frühjahr gab es dann den zweiten Notartermin, diesmal in Achern. Am Ende war die "Social X Marketing GmbH" aus der Taufe gehoben. Der Arbeitsplatz ist (noch) zuhause, die Arbeitsgeräte heißen PC und Smartphone. Die Geschäftsidee: Für Unternehmen über die großen Social-Media-Kanäle geeignete Mitarbeiter generieren und ihre Produkte über Betreuungsverträge nachhaltig auf dem Markt positionieren.

Martin Foshag imponiert der Mut, der Tatendrang und das Selbstbewusstsein der beiden 20-Jährigen: "Es gibt nur wenige junge Menschen, die sich in die Selbstständigkeit stürzen. Die beiden arbeiten konzentriert und zielorientiert. Sie sind Ausnahmetalente." Das Social-Media-Geschäft sei "brutal schnell", aber gerade das mache es auch so spannend.

Foshag diente ein weiteres Mal als Türöffner und stellte den Kontakt zur Wirtschaftsregion Ortenau (WRO) her. In diesem Netzwerk sind 53 Kommunen, Kammern und die 160 größten und innovativsten Unternehmen vertreten, die den Wirtschaftsstandort Ortenau mit innovativen Ideen begleiten, stärken und ausbauen sowie Synergien entwickeln wollen.

Für Foshag, der die jungen Selbstständigen mit seinem Know-how berät und tatkräftig unterstützt, ist es ohnehin unerlässlich, dass regionale Unternehmen die Social-Media-Kanäle "professionell bespielen", um im Zeitalter des "War of Talents" den geeigneten Nachwuchs zu finden.

Tim Braun und Manuel Goracy jedenfalls wollen alles dafür tun, dass "Social X" ein "richtig großes und profitables" Unternehmen wird. Mehr als sechs Stunden Schlaf gönnen sich beide in der Startphase nicht, müssen aber dennoch konzentriert und ausgeschlafen sein, um nicht die "falsche Ausfahrt" zu erwischen.

Diese Gefahr zeichnet sich aktuell nicht ab. Inzwischen verfügt "Social X" über 15 freie Mitarbeiter und 22 Kunden. Und jede Woche kommt ein neuer Klient hinzu. Beide sagen: "Wir sind keine Gambler, keine Spieler. Unternehmertum ist für uns eine Option ohne Alternative."

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