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In wenigen Minuten um 40 Jahre gealtert
In wenigen Minuten um 40 Jahre gealtert
01.06.2019 - 00:00 Uhr
Rheinmünster (red ) - Wie es ist, jung zu sein, wissen die meisten älteren Leute noch recht gut. Wie man sich mit zunehmendem Alter fühlt, ist für jüngere Leute kaum vorstellbar. Angeregt von der Lehrerin Hanna Wurz-Schmidt und Rektor Rolf Schemel machten Schüler der drei achten Klassen der Realschule Rheinmünster eine Reise in die Zukunft und erlebten im Simulationsanzug, wie beschwerlich das Leben mit altersbedingten Einschränkungen sein kann.

Im theoretischen Teil informierte die Vorsitzende des Kreisseniorenrats (KSR), Doris Schmith-Velten, welche Aufgaben sich der Kreisseniorenrat vorgenommen hat und mit welchen Einschränkungen Menschen im Alter rechnen müssen. Marco Ruschmann, Pflegedienstleiter im Seniorenzentrum Rheinmünster, stellte mit einem Video den Beruf einer examinierten Pflegefachkraft vor und informierte über die Verdienstmöglichkeiten. Orthopädiemechaniker-Meister und stellvertretender Vorsitzender des KSR, Josef Elter, warb bei dem Projekttag "Berufsorientierung" der Realschule für eine Ausbildung.

Im praktischen Teil legten sich die Schüler, angeleitet von einer Auszubildenden zur Orthopädietechnik-Mechanikerin, den Alterssimulationsanzug gegenseitig an. Mit diesem werden die typischen Einschränkungen älterer Menschen auch für Jüngere erlebbar. Sahen sie für ihre Mitschüler noch interessant aus, so änderte sich der Spaß und vor allem das Wohlbefinden an der Sache schnell: Kopfhörer schränkten die Hörfähigkeit ein, Folie auf einem Brillenvisier simulierte den grauen Star. Bleigewichte und versteifende Bandagen verhinderten die Beweglichkeit der Gelenke. Der rechte Arm - mit Bleikugeln gefüllt - war wie nach einem Schlaganfall gelähmt. Handschuhe beeinträchtigten die Feinmotorik. Was das bedeutet, ahnten die jungen Leute beim Versuch, eine Treppe zu steigen oder eine Flasche zu öffnen.

Bei den Vorstandsmitgliedern Winfried Mülberg und Marianne Götz konnten die Jugendlichen am eigenen Leib erfahren, wie schwierig es ist, mit einem Rollator oder mit einem Rollstuhl alltägliche Hindernisse zu überwinden. "Wenn da nicht alles barrierefrei ist, kommt man ja gar nicht überall hin", erkannten die Jugendlichen bald. Immer wieder staunten sie über die Einschränkungen des Alters. "So habe ich mir das gar nicht vorgestellt", meinte ein Schüler. Und seine Freunde stimmten zu: "Für eine Weile und mit dem Wissen, dass wir alles nachher wieder ablegen können, lässt sich das ja ertragen. Aber für immer?"

Besonders beeindruckt zeigten sich die Jugendlichen von den Spezialbrillen, mit denen eine ganze Reihe von Seheinschränkungen bei den verschiedenen Augenerkrankungen wie beispielsweise grauer oder grüner Star simuliert werden können.

Bei der abschließenden Befragung zeigten sich die jungen Leute überzeugt, dass sie sich nun im Umgang mit einem Rollator oder einem Rollstuhl sicherer fühlen und mehr Verständnis für ältere oder körperlich behinderte Menschen aufbringen.

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