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Altschweier verfügt über eine "Himmelsleiter für arme Sünder"
Altschweier verfügt über eine 'Himmelsleiter für arme Sünder'
11.06.2019 - 06:59 Uhr
Bühl (cid) - Mit einem kleinen Festakt, an dem zahlreiche Bürger, Vertreter der Stadt, des Ortschaftsrates und der beteiligten Firmen teilnahmen, wurde am Freitagnachmittag das sanierte historische Allmendgässchen in Altschweier feierlich übergeben, gesegnet und erstmals nach seiner Sperrung im Jahr 2014 wieder offiziell begangen.

"Ein im Dornröschenschlaf liegendes Gässchen wurde wieder zum Leben erweckt", erinnerte Ortsvorsteher Manfred Müller in seiner Begrüßung an dessen Historie und dankte allen, die zur Wiederbelebung beigetragen haben. Bereits in Zeiten des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) sei das Vieh der Bauern über dieses Gässchen im Sommer zu einer Alm auf der "Lenzmatt", im Volksmund auch Rinderstall genannt", getrieben worden, um dort zu weiden.

Im heute noch gültigen Namen "Allmendgässchen" komme auch zum Ausdruck, dass es ein Weg für die Allgemeinheit, ein öffentlicher Weg mit der eigenen Flurstücknummer 1825 ist, der von der Dorfmitte bei der Sternenberg-Grundschule bis zur Straße "Im Friedrich" führt.

Nach mehr als einem Jahrzehnt des "Pflegenotstandes" musste das Allmendgässchen aufgrund erheblichen Gefahrenpotenzials 2014 gesperrt werden. Die Bemühungen von Ortschaftsrat, Obst- und Gartenbauverein sowie der Altschwierer Heimatfreunde um städtische Haushaltsmittel und Fördergelder des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord und der Leader Kulisse Mittelbaden blieben ohne Erfolg. Doch dann kam im Mai 2018 die frohe städtische Botschaft: "Wir machen es und bezahlen es."

"Was lange währt, wird endlich gut", freute sich auch Oberbürgermeister Hubert Schnurr, dass nun wieder "Leben ins Gässle kommt". Er bestätigte: "Die Investition hat sich gelohnt". Lachend meinte er: "Jetzt hat Altschweier eine Himmelsleiter für arme Sünder." Er nannte das sanierte Gässchen eine Bereicherung für den Ort und dankte allen, die zur Realisierung beigetragen hätten. Zu einer Alm, so der OB, gehöre auch eine Almhütte, Ideen und Fantasien seien keine Grenzen gesetzt.

Auch Rudi Seibicke, Ehrenvorsitzender der Altschwierer Heimatfreunde, erinnerte an die Geschichte des Allmendgässchens und dankte dem Ortschaftsrat und besonders Erwin Meier für ihre nachhaltige Initiative.

Diakon Georg Beier nannte es einen sehr alten christlichen Brauch, dass auch Straßen vor ihrer Ingebrauchnahme gesegnet werden. "Heute dürfen wir das neu gestaltete Allmendgässchen einsegnen und seiner Bestimmung übergeben. Wir bitten Gott um seinen Schutz und Segen für alle Menschen, die hier auf- und abgehen, sei es in der Freizeit, beim Gang auf das Feld oder in die Reben. Gott möge alle schützen vor Unfällen und Gefahren." Mit einer würdigen Segnungsfeier und dem gemeinsam gesprochenen "Vater Unser" segnete Beier das Gässchen in neuem Gewand.

Danach durchtrennten Oberbürgermeister Hubert Schnurr, Ortsvorsteher Manfred Müller und Willi Welle von der gleichnamigen Baufirma ein blau-gelbes Band. Danach erklommen alle Teilnehmer die 70 Stufen der neuen Himmelsleiter, genossen den herrlichen Ausblick von der Alm ins Bühler Tal. Nach dem "Abstieg" wurde in der Aula der Sternenberg-Grundschule noch ausgiebig angestoßen.

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