https://www.top-zusteller.de/
https://www.top-zusteller.de/
Datenfutter für die Glaskugel
Datenfutter für die Glaskugel
13.06.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (sie) - Die Frage nach der Zukunft der Mobilität treibt nicht nur die Mitarbeiter der Automobilzulieferer Schaeffler und Bosch um, sondern auch die Bühler Stadtverwaltung. Der Blick in die Glaskugel beginnt im Rathaus in der Gegenwart. Wie kommen die Bühler derzeit von A nach B? Um das herauszubekommen, findet im Juli eine Umfrage unter 2 500 Haushalten statt. Eine solche Bestandsaufnahme zum Thema Mobilität gab es noch nie.

Die Umfrage ist Teil des Prozesses "Bühl 2025". Dieser setzt sechs Schwerpunkte, darunter die Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts. "Das ist neben der Digitalisierung unser zweites großes, zukunftsweisendes Thema", sagt Oberbürgermeister Hubert Schnurr.

Aus seiner Sicht sei es wichtig, dass die Stadt umweltfreundliche Verkehrsmittel anbietet. Auch der OB lässt in letzter Zeit den Dienstwagen öfter mal stehen und schwingt sich aufs E-Bike: "Das ist eine tolle Sache. Gerade in der Stadt ist man damit oft sogar schneller als mit dem Auto."

Möglichkeiten abseits der festgefahrenen Pfade gebe es viele - etwa einen Shuttle-Verkehr mit Elektrobussen ins Höhengebiet. Solche Konzepte könnten laut Barbara Thévenot, Abteilungsleiterin Stadtentwicklung, auch den Tourismus ankurbeln.

Damit die Stadtverwaltung nicht ins Blaue plant, braucht sie Daten. Denn es bringt wenig, beispielsweise einen großen Carsharing-Fuhrpark bereitzustellen, wenn die Autos am Ende niemand nutzt.

Die Daten liefert eine Ingenieurgesellschaft für Verkehrswesen aus Bochum, die dafür den Auftrag vom Bühler Gemeinderat erhalten hat. Per Zufallsgenerator wurden 2 500 Haushalte ausgesucht, die Post von der Stadt Bühl bekommen. Zusätzlich erhalten die Betroffenen einen Telefonanruf, um sie an die Teilnahme zu erinnern.

Dem Schreiben liegt ein Fragebogen bei. Neben allgemeinen Informationen zu den im Haushalt lebenden Personen und vorhandenen Fahrzeugen erfasst die Umfrage die Fahrten aller Hausbewohner an einem bestimmten Stichtag - egal ob mit Auto, Fahrrad oder Bus und Bahn. Die Stadtverwaltung verspricht komplette Anonymität. Auch wenn die Umfrage mit einigem Aufwand verbunden ist, erhofft sich der OB einen hohen Rücklauf: "Es ist wichtig, dass möglichst viele der angeschriebenen Bürger den Bogen ausfüllen und zurücksenden."

Ergebnisse werden im Herbst präsentiert

Um ausreichend Daten zu sammeln, ermöglicht das beauftragte Büro die Teilnahme auch für Interessierte, die nicht zufällig ausgewählt wurden. Sie können sich den Fragebogen im Juli über die Homepage der Stadt herunterladen.

Eingebunden in die Umfrage sind auch Unternehmen, die Auskunft geben sollen über das Pendelverhalten ihrer Mitarbeiter. "Wir haben dafür repräsentative Firmen aus allen Sparten ausgewählt", sagt Thévenot. Sie und der OB erwarten die ersten Ergebnisse nach der Sommerpause im September oder Oktober. Sie sollen dann im Gemeinderat vorgestellt werden.

Wie die Zukunft der Mobilität aussehen wird, darüber kann der OB nur spekulieren. Er ist sich aber sicher, dass der Individualverkehr mit eigenem Pkw nach wie vor einen Großteil der Verkehrsströme ausmachen wird: "Die meisten werden auch in Zukunft ein Auto verwenden - egal mit welchem Antrieb."

Aber auch in Sachen Bus und Bahn seien erste Weichen gestellt. So hat der Gemeinderat Anfang des Jahres die Eckpunkte für den Betrieb der City-Linie ab Dezember 2020 festgezurrt. Die Richtlinien sehen unter anderem den Einsatz von Elektrobussen vor. Beim Schienennetz hofft der OB auf zusätzliche Haltestellen in den Bußmatten und in Richtung Hatzenweier. Derzeit liege der Ball bei der Deutschen Bahn, die untersuche, ob diese Wünsche umsetzbar seien.

Überhaupt nichts abgewinnen kann Schnurr dagegen den Elektro-Tretrollern, die nach einem entsprechenden Beschluss des Bundesrats voraussichtlich ab Sommer legal im Straßenverkehr unterwegs sein dürfen. Der OB betrachtet das mit Sorgen: "Wenn so einer von hinten angerauscht kommt, hört man nichts. Das ist wirklich gefährlich."

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Gaggenau / Gernsbach
Beim Radverkehr liegt noch viel im Argen

11.06.2019
Beim Radverkehr liegt viel im Argen
Gaggenau/Gernsbach (stj) - Immer mehr Radler fühlen sich unsicher, wenn sie auf deutschen Straßen unterwegs sind. Das geht aus dem Fahrradklima-Test hervor, dessen Ergebnisse der ADFC vor kurzem präsentierte. Im Murgtal haben sich Gaggenau und Gernsbach beteiligt (Foto: Nestler). »-Mehr
Stuttgart
SPD-Basis sieht GroKo kritisch

10.06.2019
SPD-Basis sieht GroKo kritisch
Stuttgart (lsw) - Schwierig, bedrohlich - und vielleicht sogar existenziell: So beschreiben Genossen im Südwesten den Zustand ihrer Partei. So mancher SPD-Kreischef fordert jetzt ein Ende der ungeliebten Großen Koalition in Berlin. Das ergab eine stichprobenartige dpa-Umfrage (Foto: av). »-Mehr
Rheinmünster
Bürger legen Wert auf Naturschutz

05.06.2019
Konzept zur Entwicklung
Rheinmünster (ar) - Der Gemeinderat Rheinmünster beschäftigte sich jüngst mit dem Konzept "Zukunftsbild Rheinmünster 2035". Rheinmünster will auch künftig ein attraktiver Ort zum Wohnen und Arbeiten bleiben. Mit dem Konzept soll dieses Ziel verwirklicht werden (Foto: ar). »-Mehr
Berlin
Schüler lernen mit Youtube

04.06.2019
Schüler lernen mit Youtube
Berlin (dpa) - Youtube ist für viele Kinder und Jugendliche nicht einfach nur ein Zeitvertreib - von jedem zweiten jungen Nutzer wird die Video-Plattform auch als Hilfsmittel für die Schule sehr geschätzt. Das zeigt eine repräsentative Studie, die am Dienstag vorgelegt wurde (Symbolfoto: dpa). »-Mehr
Stuttgart
Steigendes Interesse an Wahl

24.05.2019
Steigendes Interesse an Wahl
Stuttgart (lsw) - Das Interesse an den Kommunalwahlen ist laut Umfrage in Baden-Württemberg gestiegen. 69 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich sehr stark oder stark für die Wahlen interessieren - das sind fünf Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren (Symbolfoto: dpa) . »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
Umfrage

Geldinstitute dürfen von ihren Kunden für Ein- und Auszahlungen am Schalter die dabei entstehenden Kosten als Extra-Gebühr berechnen, entschied der Bundesgerichtshof. Gehen Sie dafür noch an den Schalter?

Ja, immer.
Manchmal.
Nein.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1