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Bei Kommandant Dußmann schrillen die Alarmglocken
Bei Kommandant Dußmann schrillen die Alarmglocken
15.06.2019 - 08:41 Uhr
Bühl (sie) - Wenn es um Feuerwehrschläuche geht, macht Jonas Frietsch niemand was vor. Der 19-Jährige absolviert bei der Bühler Feuerwehr ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und hat in den vergangenen Monaten hunderte Schläuche geprüft, geflickt und getrocknet. Doch bald wird er selbst ein Loch hinterlassen, das dringend gestopft werden muss. Ende August verlässt er die Wache, um eine Ausbildung zu beginnen. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Kommandant Günter Dußmann weiß nicht, wie er den Verlust kompensieren soll: "Wir haben keinen Plan B."

Die FSJ-Stelle bei der Bühler Feuerwehr gibt es seit knapp zehn Jahren. Bislang war die nahtlose Neubesetzung nie ein Problem. Doch diesmal ist der Wurm drin. Auf die Ausschreibungen meldeten sich lediglich zwei Bewerber: eine Frau aus Saarbrücken und ein Mann aus Madagaskar. Da es für die Stelle aber nur ein Taschengeld gibt und die Feuerwehr keine Unterkunft zur Verfügung stellen kann, sollte der Kandidat in der Region heimisch sein.

Frietsch kommt aus Lichtenau, wo er schon als Steppke in die Jugendfeuerwehr eintrat. Mit 18 wechselte er zu den Aktiven. Als er nach dem Abi im vergangenen Jahr nicht genau wusste, welchen Berufsweg er einschlagen soll, brachte ihn sein Vater auf die Idee, sich um ein FSJ bei der Feuerwehr zu bewerben. Er hat den Schritt nicht bereut: "Ich würde es weiterempfehlen, vor allem, wenn man sich für die Feuerwehr interessiert. Mir hat es viel gebracht." Sein Hauptarbeitsplatz war die Schlauchwerkstatt, darüber hinaus sorgte er im Gerätehaus für Ordnung, pflegte Fahrzeuge und die Grünanlage. Wichtige Aufgaben, für die Dußmann und seinen beiden hauptamtlichen Kollegen im Alltag die Zeit fehlt. Entsprechend schrillen bei dem Kommandanten angesichts der ausbleibenden Bewerbungen die Alarmglocken: "Wir wissen nicht, was wir machen sollen, wenn wir niemanden finden", sagt Dußmann.

Er wirbt mit einer familiären Atmosphäre auf der Wache und verspricht: "Wir versuchen immer, auch etwas zurückzugeben." So ermöglichte er Frietsch, an einem Maschinisten-Lehrgang teilzunehmen, den er ansonsten erst später hätte absolvieren können.

Wenn ein FSJler über die Grundausbildung verfügt und an den Proben teilnimmt, kann er auch bei Einsätzen mitfahren. Dußmann ist aber auch offen für Bewerber ganz ohne einschlägige Erfahrung. Das Anforderungsprofil sei ebenso flexibel: "Handwerkliches Geschick ist für die Feuerwehr natürlich immer gut. Aber wenn jemand lieber viel am Computer arbeitet, finden wir auch eine Aufgabe für ihn", sagt er.

Frietsch will auch künftig lieber anpacken statt tippen. Er beginnt im September eine Ausbildung zum Elektroniker. Diese würde ihm anschließend auch eine Laufbahn als Berufsfeuerwehrmann ermöglichen. Er wäre laut Dußmann nicht der erste FSJler, der diesen Weg einschlägt.

Fast alle Freiwilligen der vergangenen Jahre halten noch Kontakt zu ihrer ehemaligen Arbeitsstätte auf Zeit in der Bühler Steinstraße. Dußmann wertet das als Zeichen, dass sie sich dort wohlgefühlt haben. Über die Gründe, warum in diesem Jahr trotzdem kein ernsthafter Kandidat auf der Matte steht, kann er nur spekulieren. So sei die Bühler Feuerwehr einst Vorreiter beim FSJ-Angebot gewesen. Inzwischen böten viele Wehren solche Stellen an, so dass es eine größere Konkurrenz gebe. "Vielleicht sind die Jugendlichen heute auch einfach fokusierter und wissen nach der Schule schon genau, was sie machen möchten", vermutet Dußmann.

Er hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben. Wer Interesse an der Stelle hat, soll sich einfach im Bühler Gerätehaus melden. Auch wenn es um einen Notfall handelt, aber nicht unter der 112, sondern unter (0 72 23) 93 55 25.

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