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Streetfood-Festival auf der Kippe
Streetfood-Festival auf der Kippe
06.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Joachim Eiermann

Bühl - Lange Gesichter bei der Bühler Innenstadtgemeinschaft "Bühl in Aktion" (Bina): Der von ihr geplante Streetfood-Markt zum Late-Night-Shopping am 5. Oktober sowie am Sonntag, 6. Oktober, steht womöglich vor dem Aus. Christoph Engelhardt vom Bina-Vorstand berichtete in der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend im Hotel am Froschbächel, dass nach aktuellem Stand der dafür benötigte Kirch- und Marktplatz nicht zur Verfügung stehe. Grund sei: Die Wochenmarkthändler wollten nicht ausweichen.

Zweimal schon machte die Karawane der Food-Trucks Halt in der Zwetschgenstadt. Ihre Betreiber aus ganz Deutschland und weit darüber hinaus, brachten im Herbst 2017 und 2018 internationale Gaumenfreuden nach Bühl. Und das Interesse bei der Bevölkerung für das Streetfood-Festival war groß: Viele Besucher standen mitunter lange geduldig Schlange vor den rollenden Küchen, in denen stilvoll gekocht, gebrutzelt, gebacken wurde. "Das Angebot war abwechslungsreich und vielfältig", sprach Engelhardt von einer "runden Sache".

Die Crux ist nun: Die Marktbeschicker, die jeden Samstag ihre Waren feilbieten, sind inzwischen vom Europaplatz auf den Kirch- und Marktplatz zurückgekehrt. Und OB Hubert Schnurr habe ihnen versprochen, dass sie künftig lediglich beim Zwetschgenfest und beim Adventsmarkt in die Eisenbahnstraße ausweichen müssten, rekapitulierte Engelhardt. Das heißt: "Das Streetfood-Festival steht auf der Kippe."

Vor diesem Hintergrund sei am Montag ein Gespräch unter Beteiligung des Stadtoberhaupts erfolgt, bei dem die Bina drei anwesenden Vertretern der Standbetreiber ein Angebot machte - in der Hoffnung, ihnen einen Umzug in die Eisenbahnstraße am 5. Oktober schmackhaft machen zu können. Engelhardt: "Wir haben als gemeinschaftliche Aktion einen Erntedank-Wochenmarkt vorgeschlagen", in Verbindung mit dem Streetfood-Festival, das auch den Markthändlern Frequenz bringe. Das Ganze begleitet von einer Werbeaktion auf Kosten der Bina. Die Antwort sei ein kategorisches Nein gewesen: "Das wollen wir nicht!"

Der Bina-Vorsitzende schilderte, dass es für die Foodtrucker zum Kirch- und Marktplatz keine wirkliche Standort-Alternative gebe. Eine spätere Aufstellung nach Marktende, so wie ursprünglich von der Stadtverwaltung angedacht, sei nicht realistisch, da die Gastronomen, die teils von weit her kommen, bereits am Freitag anreisen, um dann am Standplatz die nötigen Vorbereitungen für ihre Gourmet-Speisen zu treffen. Ein Foodtruck-Festival in der Eisenbahn-, Hauptstraße oder auf dem Europaplatz scheide für die Bina aus unterschiedlichen Gründen aus. Auch müsste in diesen Fällen Starkstrom-Elektrik, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung provisorisch für viel Geld verlegt werden, während auf dem Kirch- und Marktplatz alle benötigten Anschlüsse vorhanden seien.

Noch ein letzter



Verhandlungsversuch

In der Diskussion war nur wenig bis gar kein Verständnis für die Haltung der Markthändler herauszuhören - zumal diese seit Jahren von den Werbebemühungen auf Kosten der Geschäftsleute profitierten, wie es hieß. Es wäre ein "Irrsinn", wenn der Kirch- und Marktplatz leer bliebe.

Die Versammlung kam letztlich überein, dass das Streetfood-Festival aufgrund der Voraussetzungen nur auf dem Kirch- und Marktplatz zu machen sei. "Und das kann nur die Stadt entscheiden", so ein Geschäftsmann. Engelhardt erhielt von den Mitgliedern einstimmig den Auftrag zur Nachverhandlung. Und zwar kurzfristig. Bina-Geschäftsführerin Michaela Kaiser mahnte, man könne den Veranstalter nicht länger warten lassen.

Scheitere dieser letzte Versuch, soll die Veranstaltung abgesagt werden. Nicht jedoch das Late-Night-Shopping selbst. An zusätzlicher Attraktion bliebe dann nur die Aufstellung von Leuchtpylonen. "Wir haben dann keine Aktion mehr, mit der wir uns in der Region herausheben", sagte Engelhardt. Auch Kaiser hofft noch auf ein Einlenken: "So ein hochkarätiges Foodtruck-Angebot hat keine andere Stadt in der Umgebung."

Auch OB Hubert Schnurr hoffte gestern, dass sich noch ein Kompromiss finden lässt. Er machte aber auch deutlich: "Ich stehe bei den Marktbeschickern im Wort." Es sei schade, dass die Bina alle von der Stadt angebotenen Alternativstandorte abgelehnt habe. Diese sollte "mehr Flexibilität zeigen", sagte Schnurr.

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