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Überflieger finden in klösterlicher Stille die ideale Vorbereitung
Überflieger finden in klösterlicher Stille die ideale Vorbereitung
19.07.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Telefonhäuschen sind im Zeitalter von Smartphones längst außer Mode und haben fast schon musealen Charakter. Und doch sind sie für das heutige 23. Bühler Hochsprungmeeting so etwas wie ein Maßstab. 2,30 Meter sind sie angeblich hoch. Das entspricht knapp dem Bühler Stadionrekord, aufgestellt von Eike Onnen (2,32 Meter). Heute dürften die 14 Athletinnen und die elf langen Lulatsche ziemlich ausgeschlafen an den Start gehen (Beginn 17 beziehungsweise 18.45 Uhr). Als Unterkunft und Nachtlager dient schließlich das Kloster Maria Hilf.

Und Hilfe benötigt auch Wolfgang Lorenz. 1997 hat er zusammen mit Manfred Bellemann das Meeting ins Leben gerufen. Damals feierte der Turnverein Bühl sein 150-jähriges Bestehen. Jede Abteilung musste hierfür einen Beitrag leisten. Die Leichtathleten entschieden sich für ein schon bei der Premiere hochkarätig besetztes Hochsprungmeeting. Bellemann war damals Abteilungsleiter. Aber nicht nur das: Bei der Seniorenweltmeisterschaft 1993 in Finnland über 4x100 Meter reichte es zum Staffelgold. Dieses wurde noch veredelt durch einen neuen Weltrekord. Lorenz, das personifizierte Namens- und Zahlenlexikon, war damals stellvertretender Abteilungsleiter. Inzwischen liegt die Organisation der Großveranstaltung in den Händen eines Fördervereins. Sie zählt bundesweit zur vielleicht sportlich bedeutend-sten unter den insgesamt vier Meetings.

Gleichwohl: Der Stab der Helfer ist mit sechs Mann relativ übersichtlich. Seit Montag sind sie im Ludwig-Jahn-Stadion damit beschäftigt, die Fußballtore und Basketballkörbe zu demontieren und zwischenzulagern, die Hochsprunganlage zu installieren, die beiden Tribünen für insgesamt 250 Zuschauer aufzubauen, Zelte aufzuschlagen, die Getränkewagen mit Strom und Wasser zu versorgen und die Werbebanner der Sponsoren (insgesamt 60 an der Zahl) aufzuhängen. Über das Budget schweigt sich Lorenz geflissentlich aus; ebenso über die Antrittsgelder der Athleten. Nur soviel: Kost und Logis sind frei, und auch die Kosten für Anfahrten und Flüge werden vom Veranstalter übernommen. Die Flugbereitschaft kommt teilweise aus ihren Heimatländern (Malaysia, Katar, Karibik, England) oder von ähnlichen Veranstaltungen in Europa. Sechs Helfer übernehmen den Shuttle-Dienst und pendeln zwischen Bühl und dem Frankfurter Airport.

Damit es heute möglichst hoch hinausgeht, haben die Organisatoren (finanzielle) Köder ausgelegt: Bei den Frauen gibt es Prämien von 300 Euro bei übersprungenen Höhen jenseits der 1,90 Meter, bei den Herren ab 2,20 Meter. Kommentieren werden das Ganze Uli Geis und Peter Hirn, außerdem sind 40 Helfer im Einsatz. Lorenz erwartet bei den vorhergesagten optimalen Bedingungen 800 Zuschauer und mehr. Vorhergesagt sind 28 Grad. Überflieger lieben Wärme, hassen Regen und Wind.

Bereits um 16 Uhr wollen die Jugendlichen hoch hinaus. Mit dabei wird auch der Schwede Simon Wiklund sein. Schöne Anekdote am Rande: Vor drei Jahren urlaubte er mit seinen Eltern im Schwarzwald. Zufällig erfuhr er von dem Jugendspringen in Bühl, meldete sich an und gewann auf Anhieb, wie auch zwei weitere Jahre in Folge. Als Lohn gibt es heute einen Startplatz im Männerfeld. Den herzlichen, familiären Charakter des Bühler Meetings unterstreicht auch das gemeinsame Abendessen gestern im Stadion bei Schweinefilet und Putengeschnetzeltem. Danach ging es zurück in die klösterliche Stille.

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