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Traurig, aber unverzichtbar
Traurig, aber unverzichtbar
24.07.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Die finanzielle Unterstützung der Bühler Tafel wird bis Ende des Jahres verlängert und das bisherige Zuschusskonzept ab 1. Januar 2020 durch ein neues abgelöst. Wie Bürgermeister Wolfgang Jokerst in der jüngsten Ratssitzung informierte, werden sich weitere fünf Kommunen aus der sogenannten Südschiene an der Beihilfe der finanziell angeschlagenen Tafel beteiligen.



Im Einzelnen handelt es sich um Bühlertal, Ottersweier, Rheinmünster, Lichtenau und Sinzheim. Im Juli vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat der Bühler Tafel einen Mietzuschuss von 30 000 Euro für deren Ladengeschäft in der Bühlertalstraße 6 zugesichert. Bis zum Jahresende erhält der Verein in zwei Tranchen weitere 12 500 Euro. Jokerst sprach von einem "Betriebszuschuss".

Johannes van Daalen (CDU) nannte es "traurig, dass wir eine solche Einrichtung überhaupt brauchen". Fakt sei aber auch, dass bis heute kein Betriebsabschluss vorgelegt worden sei. Er regte deshalb einen Arbeitskreis mit Vertretern der Tafel, des Gemeinderats und der Verwaltung an.

Karl Ehinger (FW) sah Organisationen wie die Tafel als Beleg dafür an, dass die Sozialpolitik in Bund und Land bislang wenig erfolgreich gewesen sei. Bestreben der Stadt müsse es sein, die Bühler Tafel am Leben zu erhalten. Peter Hirn (SPD) zeigte sich erfreut, dass auch Nachbarkommunen von der Bedeutung der Tafel hätten überzeugt werden können. Die Bühler Zuwendungen sollten in einem Maße erfolgen, "wie es uns möglich ist".

Lutz Jäckel (FDP) führte die "Liquiditätshilfe" auf die zurückliegende finanzielle Schieflage zurück. Auch die Reserven seien mittlerweile komplett aufgebraucht.

Auch Walter Seifermann (GAL) stimmte es "traurig", dass solch eine Einrichtung überhaupt benötigt werde. Die Schieflage sei durch die Unterschlagung von Geldern entstanden (wir berichteten). Ob es für die Zukunft eines eigenen Arbeitskreises bedürfe, daran hegte er seine Zweifel. Unklarheiten könnten auch im Sozialausschuss behandelt werden.

Insgesamt hatte der ehemalige alleinige Vorsitzende 77 000 Euro veruntreut. Er war zu einer Geldstrafe von 3000 Euro, zur Schadensregulierung und einer zweijährigen Haftstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung, verurteilt worden. Ein neuer Vorstand war daraufhin im März vergangenen Jahres gewählt worden. Er ist bestrebt, die Finanz- und Vertrauenskrise zu überwinden.

Im Moment unterstützen rund 75 ehrenamtliche Helfer den Verein, der rund 1000 bedürftige Mitmenschen mit preisgünstigen Lebensmitteln versorgt. Täglich werden 16 Betriebe angefahren, um Sachspenden und Lebensmittel einzusammeln. Eine große Hilfe war in diesem Zusammenhang die Spende eines neuen Kühlfahrzeugs im November vergangenen Jahres.

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