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Zahnlücke wird geschlossen
25.07.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Sie ist eine höchst schmerzhafte und städtebaulich katastrophale Zahnlücke - und das ausgerechnet am Eingangsportal zur Einkaufsmeile Hauptstraße: das unbebaute Grundstück östlich des Nordtors. Nun aber besteht berechtigte Hoffnung, dass die offene Wunde mit zwei Neubauten geschlossen wird und architektonische Qualität entsteht.

Der Mann für diffizile und zugleich anspruchsvolle Fälle in der Stadt hat einen Namen: Sepp Meister. Projekte, an die sich keiner herantraut, reizen ihn und beflügeln seine Kreativität. Beispielhaft seien genannt das Wagnersche Haus, der Schütte-Keller, die "Traube" in Kappelwindeck, das Gerberviertel in der Wiedigstraße oder - ganz aktuell - die "Alte Post".

Nun liegt nach jahrelanger vergeblicher Suche nach einem Pendant zum bestehenden Nordtor West eine Bauvoranfrage im Rathaus vor. Meister weiß sich zwei Bühler Investoren bereits sicher. Die Bausumme dürfte sich auf rund vier Millionen Euro belaufen.

Bereits 2009 war in der Hauptstraße der Abbruchbagger vorgefahren und hatte die Anwesen 88 (Café Schuh) und 90 (Armee-Shop) plattgemacht. Geschehen ist seither städteplanerisch nichts. Auf dem freien Gelände stehen Autos, und der Blick der Bühl-Besucher fällt direkt auf eine dunkelgelbe Brandmauer. Zwischen den zwei städtischen Grundstücken in der Haupt- und Grabenstraße liegt ein schmaler Geländestreifen eines Privateigentünmers, der auf Tausch- oder Kaufangebote der Stadt allerdings nie einging.

Sepp Meister glaubt, den Gordischen Knoten durchschlagen zu können. Er setzt - im Gegensatz zu städtischen Vorstellungen - nicht auf eine "Übereckbebauung", sondern auf zwei neue Gebäude mit drei Vollgeschossen und einem Penthouse. Der Vorteil des "meisterlichen" Plans: Der schmale als Zufahrt und Parkplatz genutzte Geländestreifen wird nicht benötigt und auch nicht von der Maßnahme tangiert. Im Gegenteil: Der Privatmann erhält zu den fünf Stellplätzen zwei weitere hinzu.

Für Sepp Meister ist das "städtebauliche Loch" ein Ärgernis und findet mit seiner Bauvoranfrage bei der Verwaltung ausnahmslos Unterstützung. Im Erdgeschoss beider Neubauten in der Hauptstraße und Grabenstraße bringt der Immobilienentwickler fünf beziehungsweise elf Stellplätze unter. Darüber entstehen insgesamt elf Wohnungen. Um zur Hauptstraße ein architektonisch und bezüglich der Einkaufs- und Einzelhandelsstruktur gefälliges und stimmiges Erscheinungsbild hinzubekommen, ist im EG des dortigen Gebäudes auch ein Ladengeschäft oder Bistro denkbar.

Oberbürgermeister Hubert Schnurr begrüßt die Initiative Meisters ausdrücklich, um die letzte Baulücke in diesem Bereich zu schließen und städtebaulich aufzuwerten. Er bedauert aber, dass sich besagter Grundstücksbesitzer mit Überfahrtsrecht im Zuge der Anhörung bislang nicht geäußert habe. Unabhängig davon werde nun der Bebauungsplan geändert, um die Rechtsgrundlage für eine Bodenneuordnung zu bekommen. Meister wiederum ist bestrebt, noch in diesem Jahr einen Bauantrag einzureichen. Er verspricht eine "zeitgemäße Architektur ohne Vergewaltigung". Vor allem soll sie schöner als die des Nordtors werden: "Aber das ist ja keine große Kunst."

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