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"Ich bin da, wo ich hingehöre"
10.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Martin Fuß

Ottersweier - "Ich fühle mich angekommen, ich bin da, wo ich hingehöre, in Ottersweier." Emile Yadjo-Scheuerer ist zurück in seiner badischen Heimat und er ist überglücklich. Auch weil ihm schon ein halbes Jahr nach seiner Rückkehr erneut der Sprung in den Gemeinderat geglückt ist - noch dazu mit stolzen 1 736 Stimmen. Nur sechs der 20 Gemeinderäte haben bei der Kommunalwahl im Mai mehr Stimmen erreicht.

Doch der Reihe nach. Vor 20 Jahren kam Emile Yadjo-Scheuerer mit seinen Brüdern Alex und Gilles in den Ottersweierer Ortsteil Hatzenweier - ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Zehn Jahre später, im Jahr 2009, zieht der gerade mal 20-jährige gebürtige Kameruner als Überraschungskandidat in das Ottersweierer Kommunalparlament ein. Aus dem Stand gewinnt er knapp 1 000 Wählerstimmen und verhilft der SPD-Gruppe damit zum Fraktionsstatus. Seine SPD-Kollegen am Ratstisch sind damals Gisela Groß und Winfried Mühlberg.

Trotz großer Freude an der Arbeit des Gemeinderats, zieht es den jungen Außenhandelskaufmann nach drei Jahren beruflich in die Ferne. Er bekommt ein Angebot einer Schweizer Firma, für die er in Belgien ein neues Vertriebsgebiet aufbauen soll. Seine Zweisprachigkeit mit Französisch als Muttersprache kommt ihm da entgegen. "Die Gefühle waren sehr zwiespältig", erinnert sich Yadjo-Scheuerer heute an jene Wendezeit im Leben.

Überwogen habe damals der Drang, sich in der Ferne zu beweisen, selbstständig außerhalb der vertrauten Umgebung erfolgreich zu sein. "Ich wollte raus aus der Komfortzone." Gleichzeitig sei ihm immer klar gewesen, dass sein großes Ziel die Rückkehr nach Ottersweier war. Während seiner Abwesenheit war die Familie dennoch im Gemeinderat vertreten. Sein Bruder Alex Ekobo-Scheuerer zog 2014 für die CDU in den Gemeinderat ein. Auch er musste später beruflich bedingt den Sitz aufgeben.

Nach weiteren Berufsjahren in Trier für eine deutsche Firma kam für Emile Yadjo-Scheuerer die Chance zur Rückkehr schneller als erwartet. Ein Headhunter war auf der Suche nach einem Vertriebsmitarbeiter für die Firma Zapf Fertiggaragen mit Sitz in Bayreuth. Gerade waren das südbadische und das benachbarte französische Vertriebsgebiet freigeworden und Yadjo-Scheuerer griff mit beiden Händen zu - auch wenn er sich mittlerweile im Landkreis Trier-Saarburg, speziell in seinem Wohnort Konz, wohlfühlte und sich viele Freundschaften entwickelt hatten.

Im Herbst 2018 ist er nach Ottersweier zurückgekehrt und arbeitet seither für die Firma Zapf. Nach kurzer Zeit ist er auch wieder ehrenamtlich aktiv geworden und hat den Vorsitz des Fördervereins der Maria-Victoria-Schule von seinem einstigen Lehrer Hermann Neuburger übernommen.

Aus dem geliebten Hatzenweier ist er umgezogen ins Neubaugebiet Tanzbühl. Dort weiß er sich in guter Nachbarschaft mit der heutigen SPD-Ratskollegin Hertha Finkbeiner-Schilling. Außerdem hat er in dem neuen Zuhause viel Platz für seine beiden Freunde, die Whippets (Windhunde) Garp und Dragon.

Schnell hatte sich Emile Yadjo-Scheuerer nach dem Umzug entschieden, wieder für den Gemeinderat zu kandidieren. Was will er nun - mit diesem überzeugenden Wahlergebnis im Rücken - mit seiner Arbeit im Gemeinderat erreichen? Was sind seine Ziele?

"Wir leben in einer wunderbaren Region und in einer sicheren Gesellschaft. Ich möchte erreichen, dass sich die Menschen auch darüber bewusst sind und Verantwortung dafür übernehmen, sich zum Beispiel ehrenamtlich engagieren", erläutert Yadjo-Scheuerer. Es gelte, zeitgemäße Strukturen zu entwickeln, wie eine gut funktionierende dörfliche Gemeinschaft gefördert werden kann. "Außerdem ist mein Ziel, darauf hinzuwirken, dass jeder seine Position und Meinung äußern kann und dass ihm dabei auch zugehört wird. Gleichzeitig sollte jeder auch akzeptieren, dass es andere Sichtweisen gibt."

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