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"Werden Lärmpegel reduzieren"
10.08.2019 - 00:00 Uhr
Bühl - Abfeiern nach getaner Arbeit: Das Konzept der After-Work-Partys an sechs Mittwochabenden im Juni und Juli ist längst ein Selbstläufer. 2000 Besucher pro Veranstaltung sind keine Seltenheit, sondern eher die Regel. Missklänge wegen zu lauter Musikbeschallung gab es lediglich beim Finale am 31. Juli, als sich ein Stadtgarten-Anrainer mit einem Beschwerdebrief an Oberbürgermeister Hubert Schnurr wandte. Diesen Mittwoch nun zogen die Organisatoren Bilanz. Einer der Macher ist der Gastronom Sergio Corsano. Mit ihm unterhielt sich BT-Redakteur Gerold Hammes.

Interview

BT: Herr Corsano, die sechs After-Work-Partys sind abgefeiert. Wie lautet das Resümee der sieben Organisatoren beziehungsweise der (inklusive Lebenshilfe) acht Teilnehmer?

Sergio Corsano: Alle sind zufrieden. Das Wetter hat bei allen Terminen super mitgespielt, die Umsätze haben gestimmt. Und ganz wichtig: Alles lief friedlich ab. Auch das DRK hatte keinen nennenswerten Einsatz.

BT: Es fällt auf, dass das Publikum von der Altersstruktur bunt gemischt ist und anhand der Autokennzeichen auch aus einem weiteren Umkreis kommt.

Corsano: Absolut. Wir haben viele Gäste auch aus dem Raum Rastatt, Karlsruhe und dem nördlichen Ortenaukreis. Dreimal ist sogar eine neunköpfige Gruppe aus Stuttgart angereist. Vor allem die Salsa-Abende sind ein Publikumsmagnet. Kurzum: Die Stimmung bei den After-Work-Partys ist einfach super, und die Leute feiern ausgelassen.

BT: Wo gefeiert wird, ist es zwangsläufig auch laut. Anrainer des Stadtgartens beschwerten sich in einem Brief an den Oberbürgermeister über die hohen Dezibelzahlen der Musik. Sie sollen in der Spitze bei über 90 Dezibel gelegen haben.

Corsano: Ich habe die Dezibelzahlen nie gemessen. Wo soll man da auch seriöserweise ansetzen? Direkt an einer Box? Ich kann Ihnen sogar von Besuchern berichten, die sich beklagt haben, dass sie im hinteren Bereich zur Eisenbahnstraße von der Musik nichts oder kaum was mitbekommen würden. Fakt ist: Wir haben keine Discoverhältnisse. Unsere Gäste wollen dies auch nicht, weil sie sich in erster Linie treffen und unterhalten wollen. Wer schon mal auf der After-Work-Party war, der weiß, dass die Veranstaltung keinen Disco-Charakter hat, sondern eher Treffpunkt zum Plaudern ist. Deshalb wollen wir auch keine Live-Musik mit Bands, also keinen Konzertcharakter mit noch mehr Lautstärke, sondern schöne Hintergrundmusik.

Persönlich hat sich



keiner beschwert

BT: War die Beschallung durch einen DJ auch ein Thema bei der gemeinsamen Nachbesprechung am Dienstagabend?

Corsano: Natürlich, das war sogar ein zentrales Thema. Wir sind uns einig, dass wir die Musikbeschallung noch weiter einbremsen und einen Konsens finden müssen. Wir jedenfalls sind gesprächsbereit.

BT: Haben Sie Verständnis für die Klagen der Anwohner?

Corsano: Ja klar, wenn es denn überhaupt mehrere sind. Bei mir persönlich hat sich dieses Jahr kein Anwohner beschwert. Im vergangenen Jahr war es eine einzige Person. Dessen ungeachtet haben wir bereits Kontakt zu unserem Beschallungstechniker aufgenommen.

Für die Stadt alles



kostenneutral

BT: Aber es würde ja schon reichen, wenn der DJ den Lautstärkeregler im Zaun hielte?

Corsano: Zunächst einmal: Von 17 bis 18 Uhr fahren wir eine moderate Beschallung. Von 19 bis 19.30 Uhr wird aus Rücksicht zu einer Abendandacht bei St. Peter und Paul die Musik leiser gestellt. Erst danach wird es lauter, und um 22 Uhr ist eh Schluss. An dieser Stelle wollen wir uns ausdrücklich beim Pfarramt von St. Peter und Paul bedanken.

BT: Wie klappt die Zusammenarbeit mit der Stadt?

Corsano: Sehr gut. Die Stadt hat lediglich die Schirmherrschaft. Die Organisation liegt ausschließlich in unseren Händen. Die ganze Veranstaltung gestaltet sich für die Stadt kostenneutral.

BT: Was bedeutet Schirmherrschaft konkret?

Corsano: Dass die Stadt über ihre Versicherung den Rechtsschutz für die Veranstaltung abdeckt. Die Kosten für den Bauhof und die Stadtwerke werden von uns getragen.

BT: Früher wurde der Reinerlös für soziale Zwecke verwendet. Wer soll dieses Jahr in diesen Genuss kommen?

Corsano: Vergangenes Jahr haben wir insgesamt 1000 Euro an Pallium und eine Familie in Vimbuch gespendet, die durch einen Wohnungsbrand obdachlos wurde. Dieses Jahr müssen wir schauen, ob es überhaupt einen Überschuss gibt, weil wir auch steigende Kosten haben.

BT: Wie sieht die Zukunft für After Work aus?

Corsano: Im nächsten Jahr, so ist es jedenfalls von uns geplant, geht es auf jeden Fall weiter. Immer unter der Maßgabe, den Lärmpegel weiter zu reduzieren.

BT: Mit oder ohne Glühweinparty?

Corsano: Ohne. Die Organisation ist einfach zu aufwendig, weil zusätzlich Leitungen verlegt werden müssen. Außerdem ist damit immer ein großes Wetterrisiko verbunden. Und auch der Stadtgartenboden ist im Herbst für Schäden anfälliger.

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