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In 18 Tagen einmal quer durch Frankreich gerollt
15.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Christina Nickweiler

Bühl - In 18 Tagen rund 1 620 Kilometer von der Atlantikküste quer durch Frankreich - für Jürgen Pfund und Jürgen Wäldele aus Weitenung waren die letzten beiden Juli-Wochen ein unvergessliches Abenteuer. Die beiden Freunde sind seit rund 40 Jahre durch einen Ski- beziehungsweise Motorradunfall querschnittsgelähmt und meisterten die gesamte Strecke mit ihren Rollstühlen.

Dass Pfund und Wäldele auf der bekannten europäischen Radroute "Euro Velo 6" so gut vorankamen, verdanken sie einer Technik, die vor mehr als 30 Jahren von den Brüdern Reiner und Edgar Stricker aus Bühl entwickelt worden war. Dabei wird mit simplen Handgriffen ein zusätzliches Rad vor den Rollstuhl gekoppelt, so dass dieser entweder durch die Drehbewegungen der Arme oder durch einen Akku elektrisch angetrieben wird.

Jedenfalls starteten der Karlruher Jürgen Pfund und Jürgen Wäldele ihre Reise über Offenburg und Kehl von Straßburg aus, und zwar mit dem Fernschnellzug TGV. Dieser sauste mit rund 300 Sachen über die Schienen gen Westen. Sehr hilfsbereit sei das Zugpersonal gewesen. Die Franzosen seien da wesentlich entspannter. "Wir haben uns auf der viereinhalbstündigen Zugreise sehr wohlgefühlt", berichtet Wäldele.

Die Euro-Velo-6-Tour begann für die beiden Abenteurer in Saint Brevin les Pin, einem Ort direkt am Atlantik und zirka 70 Kilometer westlich von Nantes. Dort wartete eine erste Überraschung auf die beiden Badener: Ein von der Gemeinde Beauftragter nahm Fotos von sämtlichen Ausflüglern auf, die sich auf die Euro-Velo-6-Tour begaben. So auch von Pfund und Wäldele.

Im Gespräch mit dem Fotografen stellte sich heraus, dass dieser vor vielen Jahren als Militärangehöriger der französischen Streitkräfte in Baden-Baden stationiert gewesen war und die Heimat der zwei Badener gut kannte. So kam es, dass die beiden gebeten wurden, sich ins Gästebuch der Stadt einzutragen.

Übernachtet wurde stets in einem Fünfsterne-Hotel. "In Frankreich sind die Hotels für Rollstuhlfahrer bestens vorbereitet", blickt Pfund auf die Reise zurück. In den Unterkünften konnten sie meistens die Akkus des Rollstuhlantriebs aufladen. Ihr Gepäck für die zweiwöchige Reise hatten die beiden auf Schwerlast-Gepäckträgern an ihrem E-Handbike montiert. Mit dabei war ein Campingkocher samt Geschirr für die Mahlzeiten in freier Natur. Mit dem Eigengewicht ihrer Körper, der Rollstühle und der schweren Ladung rollten die Extremsportler täglich rund 100 Kilometer von Stadt zu Stadt. Dabei entdeckten sie Sehenswürdigkeiten wie etwa die Oper in Nantes sowie markante Schlösser im Loire-Tal, beispielsweise Schloss Chambord.

Besonders waren sie angetan von einer Weinprobe in Puligny-Montrachet bei einer Winzerin, die aus dem Saarland stammt. "Wir wurden zu einer Weinprobe eingeladen, da kostete eine Flasche Chardonnays 700 Euro. Die billigste Flasche des Weingutes lag bei 50 Euro", erzählt Jürgen Wäldele.

Über Rochefort-sur-Nenon, Besancon und Montreux-Châteu erreichten sie am vorletzten Tag Mulhouse und schließlich Straßburg.

Übrigens regnete es in Mulhouse zum ersten Mal während ihrer gesamten Tour. Selbstverständlich waren sie aber für Regenwetter mit entsprechender Kleidung ausgestattet.

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