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Rekordverdächtig viele Bäche in Sasbachwalden
31.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Nicole Rendler

Sasbachwalden - Nicht umsonst trägt Sasbachwalden das Wort "Bach" im Ortsnamen. Die Gemeinde nennt rekordverdächtig viele Fließgewässer ihr Eigen, die in fast alle Himmelsrichtungen abfließen. Rekordverdächtig ist sogar die Anzahl der Mühlen, die in Sasbachwalden einst betrieben wurden.

Namensgeber für Sasbachwalden ist der Sasbach. Er entspringt auf der Schönbüch, fließt nach Westen und mündet unterhalb der Staustufe Iffezheim nach vielen Umwegen in den Rhein. "In ihn mündet als Hauptzulauf der Brandbach, dieser entspringt auf der Brandmatt", weiß der Sasbachwaldener Markus Bruder, der sich in der Ortsgeschichte bestens auskennt.

Weiter gibt es den Langertbach. Er entspringt auf dem Murberg. Ebenso fließt noch das Rebbächel, es kommt aus der Wiedig. Der Pfuhlbach entspringt auf dem Hagenberg und der Büchelbach hat seine Quelle auf der Eck. "Am Breitenbrunnen entspringt der Grimmerswaldbach, er fließt nach Süden, durch das Legelsauer Tal über die Gemarkungsgrenze in den Seebacher Ortsteil Grimmerswald, und von dort in die Acher", erzählt Markus Bruder über das weitverzweigte Bächenetz. In den Grimmerswaldbach mündet, von der Hornisgrinde kommend, der Brandbach und der Traiersbach.

Unterhalb der Unterstmatt entspringt der Hundsbach, er fließt nach Osten durch den Gemeindewald (Windeckwald), mündet in der Ortschaft Hundsbach in die Raumünzach, welche schließlich in die Murg fließt. Der Sasbach ist der bedeutendste seiner Art, weil er auch der längste auf der Gemarkung Sasbachwalden ist.

Heute sind die Bäche wichtige Biotope für Fauna und Flora, dienen an heißen Sommertagen als herrliche Erfrischung und erfreuen Wanderer wie Einheimische mit ihrem munteren Geplätscher. Vor langer Zeit hatten die Bäche aber auch eine enorme wirtschaftliche Bedeutung.

Wie Bruder weiter informiert, gab es früher auf der Gemarkung Sasbachwalden mindestens acht Mühlen, die durch die Bäche angetrieben wurden. Heute ist davon einzig noch die Straubenhöfmühle erhalten. Weiter gab es noch einige Turbinen zur Stromerzeugung.

Heute gibt es noch die "Talsperre" am Brandbach, mit deren Wasser nach wie vor Strom erzeugt wird. In den 1920er Jahren von der Gemeinde erbaut, wurde sie später an das Überlandwerk Achern verkauft. Heute wird sie durch Privatleute gepachtet und betrieben.

Schließlich gibt es noch die bekannten Gaishöll-Wasserfälle, die auch ein Bestandteil des Sasbachwaldener Bachsystems sind. Diese werden vom Brandbach gebildet und stürzen sich durch eine wilde Schlucht ins Tal. Die Bäche hatten allerdings nicht nur Nutzen, sondern konnten auch enorme Schäden anrichten, was Sasbachwalden bei einigen Hochwassern erleben musste.

Seinen Bächen hat Sasbachwalden auch sein Wasserkraftwerk zu verdanken, so Markus Bruder. Die konkrete Planungsphase begann 1921, um Sasbachwalden von öffentlicher Seite mit Strom zu versorgen.

"Baubeginn war 1923. Die Bauzeit fiel jedoch in die Inflationszeit, sodass die Baukosten wegen der Hyperinflation ins Unendliche gingen und die Finanzierung wegen der zerrütteten Lage am Geldmarkt nicht mehr überschaubar war", so Bruder. Die ausführende Baufirma konnte teilweise die Arbeiter nicht bezahlen, weil das Geld nicht zur Verfügung stand. Erst nach der Währungsreform konnte das Projekt zu Ende geführt werden. Im Juni 1925 ging das Elektrizitätswerk in Betrieb, es wurde ein Stromlieferungsvertrag mit dem damaligen Überlandwerk Achern geschlossen. 1942 verkaufte die Gemeinde die komplette Anlage an das Überlandwerk. Es dient heute noch zur Stromerzeugung.

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