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Bürgermeister Erich Burger initiiert "Glückstage"
Bürgermeister Erich Burger initiiert 'Glückstage'
14.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Hermann Seiler

Bühl - "Dankbarkeit ist die Erinnerung des Herzens". Unter diesem positiven Leitwort initiiert die Stadt seit nahezu 60 Jahren den Bühler Schwesterndanktag. Es ist eine sympathische Geste und zugleich besondere Anerkennung für Ordensschwestern, die in Bühl und im Stadtteil Neusatz ihre Ordensheimat haben, um segensreich zu wirken. Getreu ihrer Sendung "Den Menschen dort begegnen, wo sie sind" prägten die Ordensgemeinschaften - im Kloster Maria Hilf nunmehr seit 100 Jahren - unterschiedliche Lebensgemeinschaften und Institutionen in Bühl und Umgebung.


Zur Entstehungsgeschichte: Den besonderen Wunsch und die Initiative des damaligen Bürgermeisters Erich Burger befürwortend, beschloss das Bühler Gemeinderatsgremium am 2. November 1960 einstimmig, "die uneigennützige und überaus dankenswerte Arbeit der Ordensschwestern in der Stadt Bühl zu unterstützen und alljährlich einen Schwesterntag durchzuführen". In der Niederschrift von der Gemeinderatssitzung ist hierüber zu lesen: "Es ist daran gedacht, für die Schwestern der caritativen und sozialen Bühler Einrichtungen einen erholsamen Nachmittag zu gestalten. Beispielsweise eine Fahrt zur Plättig-Kapelle mit einer Kaffeestunde im Kurhaus Sand".

Die lobenswerte Entscheidung von Bürgermeister und Gemeinderat wurde kurzfristig umgesetzt. 30 Ordensschwestern, die damals in Bühler Klöstern und sozialen Einrichtungen sich engagierten, starteten am ersten Adventssonntag, am 29. November 1960 um 13.30 Uhr, mit dem Postomnibus und Chauffeur Barufka zur ersten Schwesterndankfahrt ins Höhengebiet. Eine Andacht mit dem "Höhenblitz" Pfarrer Rudolf Hemberger in der Kapelle "Maria Frieden" sowie ein gemütlicher Kaffeeplausch im Kurhaus Sand waren Tageshöhepunkt.

Ordensschwestern aus den Kongregationen "Vom göttlichen Erlöser" aus dem Kloster Maria Hilf, vom "Orden des Heiligen Dominikus" aus dem Mutterhaus Neusatzeck sowie die "Hegner Kreuzschwestern" (seit Jahren nicht mehr dabei) von der Bühler Sozialstation lernten in den Folgejahren bei ihren Ganztags-Ausflugsfahrten nicht nur den Nord- und Südschwarzwald kennen. Bei Exkursionen ins Elsass, die Schweiz oder das Taubertal, an die Mosel, in die Rheinpfalz, nach Hessen oder ins Schwabenland wurden die Schwesterngemeinschaften mit "Land, Leuten, Kultur und Brauchtum" vertraut gemacht. Der Besuch von Landes- und Bundesgartenschau waren ebenso attraktive Programmpunkte wie Schiffsfahrten auf der Mosel, dem Rhein bei Koblenz oder mit dem Kahn im Naturschutzgebiet Taubergießen. Zu den Höhepunkten zählten Besuche in den Familienparks Rust oder "Legoland Deutschland". Die gute Tradition der Schwesterndanktage wurde auch durch die Nachfolger von Erich Burger, den Oberbürgermeistern Ulrich Wendt, Gerhard Helbing, Hans Striebel und Hubert Schnurr, gepflegt.

Seit nunmehr 43 Jahren und als Nachfolgerin von Rathaus-Chefsekretärin Meta Bleich organisiert und begleitet Anna Meixel mit Ideenreichtum diese bundesweit einmalige Initiative. In diesem Jahr wurde Anna Meixel als städtische Personalabteilungsleiterin in den Ruhestand verabschiedet. Beim Ausklang des Schwesterndanktags 2018 im Gasthaus "Immenstein" signalisierte Stadtchef Hubert Schnurr unter großem Beifall der Schwestern, dass er ihrer "Mitschwester Anna" weiterhin Organisation und Gestaltung der Schwesterndanktage anvertraue.

Mit Ehemann Roland als sachkundigem Begleiter haben die beiden "für eine ihrer schönsten Aufgaben" in den zurückliegenden Jahrzehnten und an dienstfreien Wochenenden mehrere tausend "Erkundungskilometer" zurückgelegt, um den Ordensgemeinschaften nach deren Bekunden "Glückstage" zu gestalten. Die "diamantene Jubiläumsfahrt" am Donnerstag, 19. September, führt zum Kloster Maulbronn. Prominenteste Teilnehmer der 30-köpfigen Reisegesellschaft sind Oberbürgermeister Hubert Schnurr mit Ehefrau Beatrix. Ganztags dabei sind seit einigen Jahren auch die Klostergeistlichen sowie Geistlicher Rat Edwin Höll. Die Organistin vom Kloster Maria Hilf, Schwester Manuela, zeichnet seit vielen Jahren für die geistliche Begleitung und musikalische Ausgestaltung verantwortlich. Zum Jubiläumsausklang im Gasthaus "Traube" in Eisental hat Schwester Manuela mit ihren Hausoberinnen, den Schwestern Ehrengard, Martha und Ursula, ein Überraschungsprogramm vorbereitet.

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