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Weiter Weg bis zur Klimaneutralität
Weiter Weg bis zur Klimaneutralität
16.09.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (mig) - Was bedeutet Klimaneutralität und was hat es mit Kompensationsprojekten auf sich? Diesen Fragen gingen der Ortsverband Bühl und der Kreisverband Rastatt Baden-Baden von Bündnis 90/Die Grünen einen Abend lang nach. Rund 40 Interessierte kamen dazu ins Bürgerhaus Neuer Markt in Bühl.

An den im Frühjahr gestellten Antrag der Grünen auf Gründung eines Klimafonds im Landkreis Rastatt erinnerte der Sprecher des Ortsverbands Bühl, Hans-Peter Behrens. Dass es keine verbindlichen Regeln zur Erstellung einer Treibhausgas-Bilanz für Unternehmen gibt, das erklärte Michaela Schorpp, Diplom-Ingenieurin und Mitglied im Kreisvorstand der Grünen. In der Regel gingen Unternehmen dabei auf die direkten und indirekten Emissionen von CO ein wie den Verbrauch von Heizöl, Erdgas, Diesel und Strom. Der Ausstoß von Kohlendioxid in der Lieferkette sei dagegen schwer zu ermitteln und bleibe meist außen vor. Nach einer ersten CO -Bilanz, die recht leicht zu erstellen sei, könne ein Unternehmen eine Klimastrategie entwickeln und gezielt den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen vermeiden oder reduzieren. Ein Rest bleibe dabei immer. Den gelte es dann zu kompensieren. "Zur Klimaneutralität ist es ein weiter Weg", berichtete Schorpp aus ihrer privaten Erfahrung. So lange regionale Bahnen noch nicht mit Ökostrom betrieben werden, sei sie gar nicht zu erreichen.

"Klimaneutral" kann sich die Firma Casimir Kast aus Gernsbach nennen. Sie stellt mit 150 Mitarbeitern Wellpappe aus Papier her und fertigt daraus dann bedruckte Aufsteller und Verpackungen. "Unsere Kunden legen Wert auf Klimaneutralität", erläuterte Geschäftsführer Christian Oetker-Kast. Er sei davon überzeugt, dass jeder die Verantwortung für das tragen müsse, was er tue. Sein Unternehmen brauche viel Energie und dabei entstünden pro Jahr rund 3 000 Tonnen Kohlendioxid. Als Ausgleich investiere man rund 30 000 Euro pro Jahr in ein Waldschutzprojekt in Peru und eine Solarthermie-Anlage in Indien. Statt Leuchtstoffröhren gebe es im Unternehmen LED-Leuchten und drei der zwölf Firmenwagen würden voll elektrisch angetrieben. "Da hätte ich gern mehr davon, aber die Ladekapazitäten reichen nicht", kritisierte Oetker-Kast.

Die Wirtschaft brauche Schnell-Ladesäulen für Elektro-Autos. Ein Ladevorgang dürfe nicht länger als eine halbe Stunde dauern. Den Strom zahle er gerne, er koste nur ein Viertel von dem, was ein Diesel tanke. Der Unternehmer sprach sich deutlich dafür aus, Strom aus Gas und Kohle zu realistischen Preisen zu verkaufen und Subventionen zu streichen. Dann werde Strom aus regenerativen Energien attraktiver.

Mehr Unternehmer mit einem Verantwortungsbewusstsein für den Treibhausgas-Ausstoß wünscht sich Dirk Vogeley aus Karlsruhe. Er ist Geschäftsführer der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur gGmbH und des Karlsruher Klimafonds. Vermeiden und verringern von CO -Emissionen seien die ersten Schritte. Das anschließende Ausgleichen des Restes sei kein Ablasshandel. Die Karlsruher Agentur investiere in ein Aufforstungsprojekt in Ecuador, das es ohne die Gelder aus Karlsruhe nicht gäbe.

In der anschließenden Diskussion, moderiert von der Grünen-Kreisvorsitzenden Birgit Gerhard-Hentschel, kamen die Zuhörer zu dem Ergebnis, dass Strom aus fossilen Energieträgern zu billig und Strom aus erneuerbarer Energie zu teuer ist und dass zu wenige Betriebe ihren Treibhausgas-Ausstoß ermitteln. Ein Zuhörer sagte am Ende: "Das ganze System stimmt nicht."

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