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"In uns ist eine tiefe Dankbarkeit"
19.09.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (urs) - Zusammen alt zu werden ist ein Privileg, das nicht jedem Ehepaar vergönnt ist. Manfred und Gerlind Müller-Kluge sind sich dieses seltenen Glückes durchaus bewusst. "In uns ist eine tiefe, ruhige Dankbarkeit", sagen die beiden wie aus einem Mund. "Uns geht es gut." Der ehemalige Bühler Chefarzt und seine Gattin wissen, wovon sie reden: Seit 60 Jahren gehen sie Hand in Hand durchs Leben. Heute feiert das Ehepaar seine diamantene Hochzeit.



Nicht immer verlief ihr Lebensweg in ruhigen Fahrwassern. Im Gegenteil: Im Januar 1945 überlebte Manfred Müller-Kluge nur knapp das tragische Schiffsunglück der Wilhelm Gustloff. "1 000 von 9 000 überlebten - ein echtes Wunder", findet das Paar heute noch.

Beide Familien wurden schließlich in Stuttgart heimisch. Auch das erste Zusammentreffen bei einem Schulkonzert von Gerlind (damals 13 Jahre alt) und Manfred (er zählte 16 Lenze) ist eine Geschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann. "Ich hab mich augenblicklich in ihn verliebt", schmunzelt Gerlind Müller-Kluge. Ihr Ehemann kontert belustigt: "Ich war auch hoch interessiert." Bis die beiden vor den Traualter treten sollten, gingen allerdings noch ein paar Jahre ins Land.

Manfred Müller wurde auf Sumatra geboren. Viele Stationen sollten seinen Lebensweg prägen: Wuppertal, Danzig, Leipzig, Stuttgart, Erlangen, Wien, Heidelberg, Karlsruhe und schließlich Bühl.

Hier war Manfred Müller-Kluge von 1974 bis1997 Chefarzt der Chirurgie. Gerlind Kluge wurde in Berlin geboren. Schon beim freiwilligen Jahr als Helferin der Diakonissen im Säuglingsheim und beim Besuch der Bibel- und Haushaltsschule am Bodensee "bereitete ich mich auf das Mutter- und Hausfrauen-Dasein vor", sagt sie.

"Elf Kinder wollten wir haben", erinnert sie sich. "Drei sind es dann geworden: Sabine, Isabel und Mathias."

Natürlich musste damals erst geheiratet werden. Vorher hatten sich Manfred und Gerlind heimlich verlobt. "Zu meinem 18. Geburtstag hat er mir 18 Kunstpostkarten geschenkt. Die waren damals für ihn ein Vermögen wert!", verrät Gerlind Müller-Kluge. 1959 begann das gemeinsame Leben, geheiratet wurde in Stuttgart. Gestern jährte sich die standesamtliche Hochzeit, heute ist es die kirchliche. Auf Hochzeitsfotos von damals trägt die Braut ein sehr hochgeschlossenes Kleid. Der Bräutigam hatte schon damals sein schelmisches Lachen, das er bis heute behalten hat.

Heute ist das Leben des Paars ruhiger geworden. Noch immer leben die Eheleute in ihrem Haus in der Ludwig-Wilhelm-Straße in Bühl-Kappelwindeck. Es wurde 1981 gebaut, auf dem großem Grundstück stand früher die Villa Schweizer, die damals wegen Hausschwammbefalls abgerissen werden musste. Nach wie vor stehen die alten, ehrwürdigen Bäume im Garten.

Im Ruhestand blieb Zeit für Hobbys. Gerlind und Manfred Müller-Kluge engagierten sich jahrelang ehrenamtlich in der Hospizgruppe Bühl. "Und ich begann mit 60 Jahren Gesangsunterricht in der Bühler Musikschule zu nehmen", verrät Gerlind Müller-Kluge. Ihr Mann dagegen richtete sich eine professionelle kleine Schreinerei im Keller ein. "Jetzt ist das Schreinern aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich - leider."

So seien die Jahre verflogen. Und die Liebe? Hat sie dem Sturm des Lebens standgehalten? Da schaut sich das Ehepaar tief in die blauen Augen - eine innige Verbundenheit ist spürbar. Manfred Müller-Kluge sagt: "Die Liebe wird ruhiger, aber immer schöner. Und es ist wunderbar zu wissen, dass meine Frau mir, auch wenn es mir an manchen Tagen nicht so gut geht, als ruhender Pol zur Seite steht."

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