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Klare Positionierung für Klinikum-Neubau in Achern
19.09.2019 - 00:00 Uhr
Sasbach/Achern (red/hei) - Die Gemeinderäte von Achern und Sasbach haben sich nichtöffentlich zum Austausch getroffen. Nach zuvor teilweise kontroversen Diskussionen über die Nordosttangente mit der Erschließung des neuen Krankenhauses in Achern sei diese Diskussion ausgesprochen sachlich gewesen.

Für die Stadt Achern hat die Erschließung des künftigen Krankenhauses zwischen Tennisanlage und Gymnasium an der Berliner Straße absolute Priorität. Neu gebaut werden soll die neue Straße über die Verlängerung der Infrastrukturstraße mit Über- oder Unterquerung von Bundesstraße und Bahn. Das verdeutlichte OB Klaus Muttach in der gemeinsamen Sitzung der Räte aus Achern und Sasbach im dortigen Ratssaal.

Ob diese Erschließung dann bis zur Berliner oder gar Sasbacher Straße weitergeführt werde, entscheide letztendlich die jeweilige Gemeinde im Rahmen der Planungshoheit, wie es in einer Mitteilung der Stadt Achern heißt.

Bürgermeister Gregor Bühler sah in dieser neuen Straße die Möglichkeit für Sasbach, das Industriegebiet Sasbach West, das Wohngebiet Waldfeld und auch die Heimschule Lender verkehrstechnisch besser zu erschließen. Er sei überzeugt, dass dies auch der Mehrheitswille des Gemeinderats von Sasbach sei.

In der laut Mitteilung sehr sachlichen Diskussion wurde von mehreren Rednern angemahnt, den Flächenverbrauch möglichst zu minimieren. Eine Fortführung der Tangente über die Heimschule Lender hinaus bis zum Sandweg wurde nicht befürwortet. "Wir wollen die Interessen beider Kommunen bei der Trassenführung zusammenbringen und ich sehe keinen Interessenswiderspruch", sagte Muttach. In den nächsten Wochen sollen die beiden Gremien die gewünschte Trassenführung entweder bis zum Krankenhaus, bis zur Berliner Straße oder bis maximal zur Lender beraten. Der geplante Neubau eines Krankenhauses im Brachfeld war ein weiterer Schwerpunkt der gemeinsamen Sitzung. Der neue Verwaltungsdirektor am Ortenau-Klinikum Achern/Oberkirch, Michael Goldt, stellte sich dabei den Räten vor.

Klinikgeschäftsführer Christian Keller erläuterte laut Presseinfo die 2018 vom Kreistag beschlossene Zukunftsplanung "Agenda 2030" für das Ortenau-Klinikum. Der medizinische Fortschritt mache ein vernetztes Angebot immer notwendiger, weil die Spezialisierung immer weiter voranschreite. Der Gesetzgeber gebe "Mindestmengen" und Qualitätsansprüche vor. Die Krankenhausversorgung würde laut Keller künftig in kleinteiliger Struktur medizinisch kollabieren. Diese bundesweite Entwicklung mache auch vor dem Ortenaukreis nicht halt.

Die "Agenda 2030" mit vier Klinik-Standorten sei ausweislich medizinisch die beste Lösung. Für Achern soll ein Krankenhaus-Neubau mit 240 bis 270 Betten und Angeboten für Normalpflege, Intensivmedizin, Wöchnerinnen sowie "eingestreuter" Geriatrie und Palliativversorgung entstehen.

Durch die Zusammenfassung der ursprünglich in Achern und Offenburg geplanten Abteilung für Orthopädie in Achern sowie die neue Hauptabteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe habe sich laut Keller die Zahl der Betten aktuell auf 270 erhöht. Die genaue Bettenzahl werde noch abgestimmt.

Da man laut Keller im Wettbewerb um Fördermittel mit anderen Landkreisen in Konkurrenz stehe, die ebenfalls ihre Standorte konzentrieren müssten, dürfe man keine Zeit verlieren. Die Projektskizze "Krankenhausstrukturfonds" der "Agenda 2030" sei beim Land eingereicht. In den nächsten Monaten soll ein finales Raum- und Funktionsprogramm erstellt, bis Ende 2022 der Förderantrag eingereicht und das Baugenehmigungsverfahren gestartet sein.

Muttach und Bühler sprachen sich eindeutig für den Neubau aus, das für das Ortenau-Klinikum und für die medizinische Versorgung eine positive Perspektive biete. In der Diskussion gab es laut Mitteilung Unverständnis für die "destruktive Haltung mancher Agenda-Kritiker", von denen die allgemeine medizinische Entwicklung ignoriert und das Scheitern einer zukunftsgerichteten medizinischen Krankenhausversorgung in Kauf genommen werde.

Eine gute ÖPNV-Verbindung zum Krankenhausstandort wurde laut Presseinfo in der Diskussion ebenso angemahnt wie eine Krankenhausküche am Standort. Die Notwendigkeit bezahlbarer Wohnungen im Umfeld des Klinikums wie auch von Kindergartenplätzen wurde gefordert. Geschäftsführer Keller habe bestätigt, dass dies Bestandteile der Planung sei. Allgemein wurden die mit dem Neubau eines Krankenhauses verbundenen Chancen positiv bewertet. Bis zum anvisierten Baubeginn Anfang 2025 gebe es noch viel zu tun, so Keller. Vom Leistungsangebot des neuen Klinikums würden Menschen "weit über die Gemarkungsgrenzen von Achern und Sasbach hinaus profitieren" , unterstrichen Muttach und Bühler.

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