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Appelle an die Politik sind nicht genug
21.09.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (jo) - Das Windeck-Gymnasium soll offiziell Klimaschule werden. "Was wollen wir?", fragte der Lehrer Bob Blume per Megafon die vor dem Gebäude versammelte Schülerschaft. "Prima Klima!", schallte es aus rund 700 Kehlen laut zurück. Dass auch die Schülerinnen und Schüler gefordert sind, ihren Teil zum Klimaschutz beizutragen, stand im Mittelpunkt der rund halbstündigen Kundgebung.

Anlässlich des dritten globalen Klimastreiks wollte auch das Gymnasium ein Zeichen setzen; es blieb das Einzige am gestrigen "Friday for Future" im Bühler Raum - mitinitiiert von den Pädagogen Barbara Becker, Carmen Brudlick und Oliver Kirsten.

Zum Auftakt machte Schulleiterin Andrea Körner in der Aula deutlich, dass die Schule das Neutralitätsgebot einhalten müsse und daher die Teilnahme an den Demonstrationen nicht unterstützen dürfe, jedoch aber "schulische Möglichkeiten" nutzen könne. Sie kündigte an: "Wir werden mit der Stadt Bühl in der nächsten Zeit eine Kooperationsvereinbarung schließen, mit der wir offiziell den Status Klimaschule erhalten." Damit einher gehe die Verpflichtung zu "klimafreundlichem Handeln".

Arbeitsgruppen für die Themengebiete Energie, Müll, Konsum, Ernährung und Mobilität hätten Ideen für Aktionen und Veränderungen entwickelt. So begrüßten die Umweltmentoren des "Windeck" die neuen Fünftklässler mit einer Stofftasche umweltfreundlicher Schulmaterialien. Die Hefte, Stifte und mehr könne darüber hinaus jeder in der großen Pause erwerben. Weitere Aktionen der Schulgemeinschaft werden in diesem Schuljahr folgen, kündigte Körner an und versprach: "Wir sorgen für ein prima Klima."

Die Umweltmentoren Lisa Burov und Maximilian Offermann, "Green Heroes" der Klasse 10b, erinnerten daran, dass führende Klimaforscher seit Jahrzehnten auf die globale Temperaturveränderung aufmerksam machten. Die Anzeichen einer Umweltkatastrophe seien weltweit zu beobachten. "Die Beweise liegen doch auf der Hand, dass wir unser Verhalten ändern müssen." So sei es "völlig richtig", die Politik weltweit zum Handeln auffordern, damit sie Leitplanken setze. "Aber ist das wirklich genug? Wie sieht es denn mit jedem Einzelnen und mit jeder Einzelnen von uns aus?" Von den beiden Umweltmentoren hinterfragt wurden Fast-Food-Essen, Kurzstreckenfahrten mit dem Auto, Urlaubsverhalten, Müllerzeugung und übermäßiger Kleiderkauf. "Wir kaufen das neueste Smartphone-Modell, obwohl das alte noch voll funktionstüchtig ist. Warum beschäftigen wir uns denn nicht mit den wirklich wichtigen Dingen im Leben?"

So plädierten beide dafür, in der Gemeinschaft die Herausforderungen des Klimawandels anzugehen. "Lasst uns uns gegenseitig über die klimarelevanten Themen informieren. Lasst uns gemeinsam überlegen, wie wir unser alltägliches Verhalten ändern können."

Eine von Schülern vorgenommene "Verkehrszählung" an der Bushaltestelle sollte verdeutlichen, wie viel CO 2 im Zusammenhang mit dem Schulweg entstehen. So werden in einem Schuljahr knapp 1,5 Millionen Kilometer mit dem Bus oder dem Auto zurückgelegt. "Das entspricht einer Distanz von etwa 37-mal um die Erde entlang des Äquators", rechnete Maximilian Offermann vor.

Mit angehäuften großen Kieselsteinen wurde der Proporz zwischen umweltfreundlichen und -schädlichen Verkehrsmitteln nach Kilometern verdeutlicht. Ergebnis: Der weitaus größere Teil der Schüler nutzt öffentliche Verkehrsmittel oder kommt mit dem Fahrrad oder zu Fuß; gleichwohl sollen es bis zum Ende des Schuljahrs noch mehr werden.

"Helft alle mit, dass wir in unserer Gesellschaft zu Vorbildern werden", appellierte Lisa Burov. "Keiner muss sich sofort perfekt verhalten. Aber wir können uns gemeinsam auf den Weg machen." Im Oktober ist eine weitere "Verkehrszählung" geplant, dann werden wieder Steine gesetzt.

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