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Multimillionär in Sachen Ökopunkten
Multimillionär in Sachen Ökopunkten
26.09.2019 - 00:00 Uhr
Rheinmünster (ar) - "Global denken, lokal handeln" - nach diesem Motto will die Gemeinde Rheinmünster handeln. Bereits 2013 machte sich Rheinmünster gemeinsam mit dem Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz Bühl (ILN) sowie dem Forst auf den Weg, um auch den kommenden Generationen eine gesunde Natur zu hinterlassen.

"Die Gemeinde Rheinmünster hat in Sachen Landschaftsökologie eine Schrittmacherfunktion übernommen, und der ganze südliche Landkreis zieht mit", betonten Michael Hug vom ILN und Forstdirektor Kay Karius. Belohnt wurde dieses jahrelange Engagement der Gemeinde nun mit der offiziellen Eintragung von rund 3,7 Millionen Ökopunkten, die von der Naturschutzbehörde genehmigt wurden. Damit hat Rheinmünster nicht nur den Naturschutz im Blick, sondern nun alle Hände frei für künftige Eingriffe in Natur und Landschaft, denn die auf dem naturschutzrechtlichen sowie baurechtlichen Konto angesammelten Ökopunkte, die auch noch verzinst werden, können als Ausgleich dagegengestellt werden. "Wir werden unsere Ökopunkte nicht verkaufen, dafür haben wir zu hart gearbeitet", betonte Bürgermeister Helmut Pautler.

Viel Zeit, Arbeit und auch Geld hat die Gemeinde Rheinmünster in die Hand genommen, um in ihrem rund 850 Hektar großen Gemeindewald ein Alt- und Totholzkonzept umzusetzen sowie in der Exklave "Fünfheimburger Wald" eine 14 Hektar große bewirtschaftete Ackerfläche in Grünland umzuwandeln. "Wir hatten das Kreisforstamt und das ILN an unserer Seite und konnten den Gemeinderat und das Landwirtschaftsamt überzeugen", erinnerte Pautler an die Anfangsjahre.

Allein das Totholzkonzept brachte der Gemeinde 2,44 Millionen Ökopunkte ein. Im Rahmen der Forsteinrichtungserneuerung bis zum Jahre 2024 wurde das Konzept entwickelt. Auf insgesamt 60 Hektar Waldfläche wurden im Rheinmünsteraner Gemeindewald, verteilt über den Hardtwald, den Rheinauenwald und die Wälder im Bereich der Kinzig-Murg-Rinne, 15 nicht bewirtschaftete Waldrefugien geschaffen. "Das entspricht rund sieben Prozent der gesamten Waldfläche", so Karius. Hinzu kommen noch 130 sogenannte Habitatsbaumgruppen, deren Gesamtfläche rund 13 Hektar entspricht. Somit sind rund 8,5 Prozent des Rheinmünsteraner Gemeindewaldes in einen "Micro-Nationalpark" umgewandelt, wie der Forstdirektor bemerkte. "Solche Bannwälder entwickeln sich dynamisch weiter, und vieles kann sich neu entfalten", fügte Michael Hug hinzu.

Dynamisch weiterentwickeln kann sich auch die insgesamt rund 88 Hektar große Exklave "Fünfheimburger Wald". Viele Jahrzehnte bis Mitte der 60er-Jahre gab es eine geschlossene Wiesenstruktur. Danach wurden von mehreren Landwirten auf rund 14 Hektar Mais angebaut. Die gesamte Ackerfläche wurde nun wieder in ein vielfältiges Grünlandmosaik zurückgeführt, das von Landwirten abgemäht und als Tierfutter verwendet wird. "Wir haben hier nun wieder ein dauerhaftes Blühangebot für die Insekten, Wiesenbrüter können sich ansiedeln und es findet eine nachhaltige Landwirtschaft statt", erklärte Michael Hug.

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