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Kleinod in neuem Glanz
07.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Michaela Gabriel

Bühl - "Ganz tolle Räume", "wunderschön" und "Wir sind ganz begeistert!" Das waren die Kommentare der Ehrengäste, die zur Einweihung des neuen Domizils des Vereins Pallium geladen waren. Sie erfuhren am Freitagabend als erste, dass der große Förderer des Vereins und Bühler Ehrenbürger Ernst Kohlhage mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden soll.

In der hell und modern gestalteten ehemaligen Gaststube sprach Ernst Kohlhage von der Schönheit der ehemaligen "Alten Post", die er für Pallium gekauft hat und sanieren ließ. "Die Vereinsziele haben mich überzeugt", sagte er. Menschen ein Sterben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen - auch Alleinstehenden - sei das Ziel und für die Patienten "ein großes Glück." Pallium schaffe die Bedingungen dafür. Zum Wohl der Mitarbeitenden und der Patienten seien die Aktivitäten des Vereins jetzt unter einem Dach vereint.

Rund 20 Mitarbeiter waren seit Ende September "im laufenden Betrieb" in das Gebäude an der Güterstraße gegenüber des Busbahnhofs umgezogen. Sie empfingen und bewirteten am Freitag rund 100 geladene Gäste, öffneten ihre neue Büros und gaben Einblick in die neuen Schulungs-, Besprechungs- und Gruppenräume sowie Beratungszimmer. Lediglich der Bereich für trauernde Familien "Kind und Trauer" unter der Leitung von Maria Kopf ist weiterhin in Obersasbach untergebracht. Die Räume werden dort von Gabriele Striebel zur Verfügung gestellt.

Man habe das Kleinod "Alte Post" aus dem Baujahr 1869 weitgehend in seinen Ursprungszustand zurückversetzt. Das sei man dem einstigen Architekten schuldig gewesen, sagte Projektleiter Sepp Meister, der mit Architekt Volker Leppert den Umbau verantwortete. Pallium-Vorsitzender Guido Kohler sei als künftiger Hausherr auf der Baustelle allgegenwärtig gewesen und habe viele spontane Einfälle beigesteuert.

Den Bauherrn habe Helmut Kohler vor Ort vertreten. Fachingenieure und Handwerker hätten zuverlässig und pünktlich gearbeitet. Schon ein Jahr nach dem Beginn der Rohbauarbeiten könne man die Räume einweihen. "Ich hoffe und wünsche von Herzen, dass das Haus dazu beiträgt, Leid zu lindern", so Meister.

Bereicherung für

die Eisenbahnstraße

Dem Pallium-Initiator und Vorsitzenden Guido Kohler war es besonders wichtig, den Ehrenvorsitzenden Ernst Kohlhage zu würdigen. Ihn um Hilfe zu bitten, als der Verein finanziell schlecht dastand, diesen Tipp habe ihm vor Jahren Beatrice Hörth gegeben und er sei ihr dafür heute noch dankbar. Er verlas einen Brief des Bundestagsabgeordneten Kai Whittaker (CDU), der die Auszeichnung von Ernst Kohlhage mit dem Bundesverdienstkreuz ankündigte. "Wir dürfen uns also wieder auf ein Fest freuen", sagte Guido Kohler, der diese Auszeichnung selbst seit 2014 trägt. "Ich weiß nicht, ob ich dann noch Geld habe", gab Kohlhage scherzend zurück. Alle Gäste applaudierten ihm langanhaltend.

Auch Oberbürgermeister Hubert Schnurr dankte ihm und nannte den Umbau der "Alten Post" gelungen. Der moderne Anbau passe zur benachbarten Realschule und beides bereichere die "ehemals prominente Eisenbahnstraße".

Das Thema Abschied und Tod gehöre mitten hinein ins Leben, so wie das neue Haus von Pallium mitten in Bühl stehe, sagte Pfarrer Götz Häuser. Es sei gut, sich mit dem schweren und ernsten Thema Tod zu beschäftigen. Gemeinsam mit Pfarrer Wolf-Dieter Geißler betete er um den Segen Gottes für alle, die für Pallium haupt- und ehrenamtlich tätig sind. Sie sagten zu, ein Kreuz für die Räume zu stiften, nachdem zuvor Geschenke wie ein Hufeisen und eine Kristallvase überreicht worden waren.

Begleitet von einer Drehorgel, gespielt von Maria Kopf, sangen die Ehrengäste im Chor "Wem Gott will rechte Gunst erweisen" und "Mariechen saß weinend im Garten." Guido Kohler dankte allen Spendern und Unterstützern. Sie hielten denen den Rücken frei, die den Menschen zwischen Trauer und Verzweiflung beistehen und dafür viel Kraft brauchen, betonte er.

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