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Alkoholisiert Autounfall gebaut
Alkoholisiert Autounfall gebaut
12.10.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (bgt) - Die Folgen einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss waren für den Angeklagten nicht unerheblich. Mit 0,85 Promille Alkohol im Blut war er in Begleitung eines Beifahrers in einer Rechtskurve von der Fahrbahn abgekommen und mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidiert. Der Fahrer sowie dessen Beifahrer erlitten Knochenbrüche und Prellungen an Hüfte und Knie. Der Begleiter des Angeklagten sowie er selbst zogen sich ebenfalls Prellungen und Schürfwunden zu.


Der 34-Jährige war daraufhin in einem Strafbefehl zu einer hohen Geldstrafe und zum Entzug der Fahrerlaubnis mit einer Sperrfrist von einem Jahr verurteilt worden.

Am Amtsgericht in Bühl kam es nun zu einem Hauptverfahren, weil der Angeklagte gegen den Strafbefehl Einspruch eingelegt hatte. Allerdings nicht gegen das Verkehrsvergehen an sich, an dem es schlechterdings nichts zu rütteln gab, sondern gegen das Strafmaß, das ihm - insbesondere der einjährige Entzug der Fahrerlaubnis - zu unverhältnismäßig erschien.

Als Begründung führte der Angeklagte seinen schwerbehinderten Bruder ins Feld und die damit in Zusammenhang stehende plötzliche Erkrankung seines Vaters. Der hatte nämlich, wie er Richter Helpa eingehend schilderte, den Bruder regelmäßig zu den notwendigen Terminen fahren können, was ihm jetzt nicht mehr möglich sei. Selbst die Mutter sei aufgrund von Sehschwäche und Gicht kaum mehr in der Lage, mit dem Auto zu fahren.

Verteidigerin Katrin Behringer betonte die schwerwiegenden Konsequenzen, wenn ihr Mandant nun für weitere sieben Monate nicht in der Lage wäre (der Angeklagte ist bereits seit fünf Monaten ohne Führerschein), die dringend erforderlichen Fahrten für die Familie zu übernehmen.

Der Richter indes war der Meinung, dass "angesichts dessen, was passiert ist" eine Sperrfrist von einem Jahr noch eine milde Strafe sei: "Man kann ja eine Sperre von bis zu fünf Jahren verhängen".

Die Verteidigerin konterte, dass es hier nicht nur um den Angeklagten, sondern um die ganze Familie gehe, deren Existenz auf dem Spiel stünde. Ihr Mandant lebe auf dem Land, ohne ausreichende Verkehrsanbindung.

"Wenn dem so ist, dann darf ich mich erst recht nicht alkoholisiert hinters Steuer setzen. Wir reden hier nicht davon, dass er ein Stoppschild überfahren, sondern Menschenleben gefährdet hat. Er kann von Glück sagen, dass niemand schwerer verletzt wurde". Wer in diesem Zustand Auto fahre, fügte er hinzu, stelle eine Gefahr für die Allgemeinheit dar, was sich letztlich dann auch im Strafmaß niederschlagen müsse.

Zur Untermauerung der Lebenssituation des 34-jährigen Angeklagten legte die Verteidigerin Belege sowohl für den Krankheitszustand des Bruders als auch des Vaters vor.

Die Staatsanwaltschaft jedenfalls blieb sowohl bei der Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 50 Euro als auch beim Entzug der Fahrerlaubnis, die sich nun noch auf eine Restzeit von sieben Monate erstreckte. Die Verteidigerin hielt noch vier Monate für strafangemessen, während der Richter letztendlich ein Hauch von Milde walten ließ und in seinem Urteil auf fünf Monate entschied.

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