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Weltweit höchste Umwelt- und Sozialstandards
Weltweit höchste Umwelt- und Sozialstandards
14.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Martina Fuß

Ottersweier/Bühl - Sowohl die Grünen als auch die CDU im Landtag lehnen das Volksbegehren zur Rettung der Artenvielfalt in der vorliegenden Form ab. "Die Ziele des Volksbegehrens können nicht unsere Ziele sein. Da stehen Grün und Schwarz ganz eng zusammen und an Ihrer Seite", versicherte Beate Böhlen (Grüne) den Winzern, Landwirten und Obstbauern, die zur Diskussion auf den Querfeldein-Hof in Ottersweier-Haft gekommen waren.



Auch Tobias Wald (CDU) positionierte sich eindeutig: "Wir sagen ganz klar: In dieser Form können wir das Volksbegehren nicht unterstützen. Nachbesserungen sind erforderlich". Dabei seien Maß und Mitte das Ziel, um beim Artenschutz einen breiten gesellschaftlichen Konsens zu erzielen. Beide Landtagsvertreter versprachen "runde Tische", um langfristige Lösungen zu finden.

Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) hatte zur Diskussion über das Artenschutz-Volksbegehren "Rettet die Bienen" eingeladen. Bauern, Imker, Vertreter der landwirtschaftlichen Verbände und von Genossenschaften, Gemeinderäte, Kreisräte und Verbraucher waren der Einladung gefolgt. Nur durch Information könne es gelingen, ein Ergebnis für Natur und Mensch zu erzielen, ohne die Gesellschaft zu spalten.

"Artenschutz geht nur mit uns Landwirten und nicht gegen uns", fasste Stefan Männle von der Winzergenossenschaft Sasbachwalden die Gefühlslage seiner Kollegen zusammen. Er berichtete von "Verwirrung" bei der Sortenwahl, die das Volksbegehren jetzt schon verursache. Obstbauer Thomas Zimmer (Ottersweier) prophezeite "Maden in Kirschen und Würmer in Zwetschgen", sollte das Volksbegehren Realität werden. "Großen Teilen unserer Obsterzeugung würde die Zukunftsperspektive genommen." Im Namen der Erzeugerfamilien wandte er sich an die Landespolitiker: "Ich fordere Sie auf, das Volksbegehren nicht zu unterstützen und sich dafür einzusetzen, dass der Obstanbau eine Zukunft hat. Sie stehen in der Regierungsverantwortung, wir zählen auf Sie!"

Obstbau und Tierhaltung betreibt Gastgeber Thomas Metzinger, dessen Betrieb zu 75 Prozent im Landschaftsschutzgebiet liegt. Er verwies auf den jetzt schon hohen Standard seiner regionalen, vielseitigen und nachhaltigen Produktion. "Wir arbeiten mit hohen Umwelt- und Sozialstandards, die es so weltweit nicht gibt." Er forderte die Berufskollegen auf, Überzeugungsarbeit in der Bevölkerung zu leisten.

Neben den betroffenen Landwirten, die von ihren Erfahrungen und Sorgen berichteten, aber auch vom Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung, meldeten sich kritische Bürger zu Wort. Nach den Gründen für das Insektensterben wurde gefragt, warum zunehmend Mais angebaut würde und warum es immer noch kein Ersatz für Glyphosat gebe. Der Einsatz des Herbizides sei komplex, so Thomas Huschle vom BLHV: "Ich halte Glyphosat mit meinem Wissensstand für nahezu unproblematisch." Ewald Glaser von der ZG Raiffeisen gab zu bedenken, dass die Zusammenhänge in der Landwirtschaft schwer zu durchschauen seien. Dass Glyphosat in Verruf geraten sei, hänge mit genverändertem Mais zusammen, dessen Verwendung zunächst in Baden und später in ganz Deutschland verhindert worden sei. Mais sei im Übrigen eine faszinierende Pflanze, denn keine andere könne mehr Kohlendioxid speichern.

Nach der teilweise emotionalen, aber von Sachlichkeit geprägten Diskussion zog Thomas Huschle als Fazit: "Wir sind bereit für eine Veränderung, aber wir wollen eine Chance."

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