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Die Oboe hüpft fröhlich in die Herzen
Die Oboe hüpft fröhlich in die Herzen
17.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Udo Barth

Bühl - Bevor die Ohren beim Start der neuen Klassiksaison im Bürgerhaus Neuer Markt verwöhnt werden, gibt es erstmal das wunderschöne Cembalo zu bestaunen, welches das Gottesauer Ensemble aus der Fächerstadt mit nach Bühl brachten. Dessen Silberklänge gehen dann in Konkordanz mit Traversflöte, Oboe, Violine und Cello auf eine musikalische Reise in die Welt des deutschen Barock.

Telemann und Bach heißen die Komponisten, aus deren reichhaltigen Notenpalästen ausgesuchte Werke erklingen. Mit der Bezeichnung "galanter Stil" lässt sich die "Tafelmusik" von Georg Philipp Telemann wohl am trefflichsten zeichnen. Besonders die Oboe hüpft fröhlich auf den Teller, oder besser - in die Herzen der Zuhörer. Dies wirkt apart und bezaubernd zugleich. Durch das zupackende Spiel der "Gottesauer" gewinnt diese Musik an Substanz und Quirligkeit.

Die Flötensonate BWV 1034 des Telemann-Kollegen Bach erklingt technisch perfekt, aber der interpretatorische Tiefgang im langsamen Satz wird nicht ganz ausgelotet. Dagegen hüpft der Finalsatz ausgelassen wie ein Kobold durch das Bürgerhaus.

Telemanns Triosonate in g-Moll hinterlässt ebenfalls zwielichtige Beurteilung. So frisch und lebendig der zweite Satz präsentiert wird, umso mehr langweilt der darauffolgende. Was aber wohl am Werk an sich liegt. Wenn sich dann ein Cellist wie Dmitri Dichtiar, Mitglied der Badischen Staatskapelle, eine Solosuite von Bach vornimmt, muss er wissen, dass er damit die oberste Stufe seiner Kunst erklimmt. An diesem Mount Everest der Celloliteratur sind so manche gescheitert.

An dieser Zwitterform von Tanz- und Konzertmusik, gerade an der dritten Suite, die Dichtiar hier anstimmt, im Besonderen. Und - er scheitert nicht. Dichtiar weiß die steilen Wege dieser Partitur zu besteigen, nun gut, historisch orientierte Aufführungspraxis ist dem an der Karlsruher Musikhochschule lehrenden nicht fremd.

So schreitet würdig die Sarabande durch die Zuhörerreihen, die Gigue bildet den tänzerischen Abschluss. Wieder einmal wird deutlich, dass es fünf Elemente gibt: Feuer, Erde, Luft, Wasser und Bach! So fundamental ist seine Musik. Aber halt - Telemann hat das letzte Wort oder die finalen Noten. Sein Konzert in a-Moll, das nunmehr komplette Ensemble aus Karlsruhe fordernd, bildet einen stimmungsvollen Abschluss dieses Konzertes barocker Couleur.

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