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"Wir wollen etwas zur Nachhaltigkeit beitragen"
'Wir wollen etwas zur Nachhaltigkeit beitragen'
31.10.2019 - 00:00 Uhr
Bühl/Ottersweier - Viele Frauen kennen das: Saisonwechsel. Der Schrank quillt über. Oder die Hose zwickt, ist viel zu eng oder gefällt einfach nicht mehr. Aber die meisten Stücke sind einfach zu schade, um sie in den Altkleidercontainer zu werfen. Die Lösung ist einfach. Mode gebraucht zu (ver)kaufen ist in. Egal, ob in Second- Hand-Läden, auf Flohmärkten oder Online-Plattformen.


Auch der Nachhaltigkeitsgedanke spielt bei vielen Menschen eine immer größere Rolle, denn innerhalb von nur 15 Jahren ist der weltweite Kleidungsverkauf um das Doppelte angestiegen. Auch in Bühl hat der Gedanke um effizienten Klimaschutz Spuren hinterlassen. Judith Oechsle-König hat 2018 in Ottersweier einen Flohmarkt von Frauen für Frauen ins Leben gerufen. BT-Mitarbeiterin Ursula Klöpfer sprach mit ihr.

BT: Frau Oechsle-König, was hat Sie bewogen, einen Second-Hand-Kleidermarkt ins Leben zu rufen?

Judith Oechsle-König: Kleidung muss nicht immer neu sein. Wir Frauen möchten einen Beitrag gegen die Verschwendung von Ressourcen leisten, denn bereits getragene Mode entlastet die Umwelt und den Geldbeutel. Außerdem macht Second-Hand- Shopping noch richtig Spaß.

BT: Gibt es hierfür einen Markt?

Oechsle-König: Zweifelsohne. Bereits am Samstag hieß es Türen auf für begeisterte Frauen in der Hubstraße 33 (ehemals Firma Josef Oechsle) in Ottersweier. Auch an diesem Samstag sowie am 9. September können Liebhaberinnen von Accessoires, Schuhen, Schmuck und Taschen nach Herzenslust im Kleidermarkt von 10 bis 14 Uhr stöbern.

BT: Wo liegen die Anfänge?

Oechsle-König: Ich habe 2014 im Innenhof der "Butik Antik" angefangen, Frauen eine Plattform zu bieten, in der sie ihre gebrauchte Kleidung anbieten und verkaufen können. Da wir Frauen jede Größe an Kleidung besitzen, vieles nicht ausgetragen wurde, zu groß oder zu klein ist oder wir oft der Meinung sind, nie das Passende im Kleiderschrank zu finden ist die Idee entstanden. Der Nachhaltigkeitsgedanke ist heute viel größer.

Interview

BT: Ist es nicht ein Widerspruch, eine Kleider-Boutique zu betreiben und zugleich einen-Second-Hand-Markt zu veranstalten?

Oechsle-König (lacht): Diese Frage wurde mir schon sehr oft gestellt, aber ich kann sie mit einem klaren Nein beantworten. Zuerst habe ich meinen Kundinnen die Möglichkeit gegeben, ihren Kleiderschrank "auszumisten". Heute folgt mir eine weitaus größere Community, die sich darauf verlassen kann, immer ein gutes Angebot an Kleidung auf dem Second-Hand-Markt vorzufinden. Dies ist mein Beitrag, dass gebrauchte Kleidung im Umlauf bleibt und wir nicht den Kleidercontainer füttern.

BT: Was bietet der Kleidermarkt in Ottersweier?

Oechsle-König: Viele Frauen bieten alles rund um Fashion, Schuhe und Accessoires an. Antiquitätenspezialist Martin Krauth öffnet an diesen Tagen sein Atelier vor Ort mit restaurierten Möbeln und antikem Trödel. Für den kleinen Hunger haben wir einen Crêpes-Foodtruck vor der Eingangstür und eine kleine Kaffee-Ecke eingerichtet.

BT: Sind Männer auch willkommen?

Oechsle-König: Natürlich. Einige kommen gerne mit, um ihre Frauen zu beraten.

BT: Wird es eines Tages auch einen Kleider-Second-Hand- Markt nur für Männer geben?

Oechsle-König: Ich würde es begrüßen. Interessierte Männer dürfen sich gerne bei mir melden. Mal sehen, ob wir uns dann in einem Jahr wieder zum Interview treffen.

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