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Ersteigert wird die berühmte Katze im Sack
Ersteigert wird die berühmte Katze im Sack
04.11.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (urs) - Zwischen Unterwäsche und Jeans erhoffen sie sich das große Glück: Menschen, die fremde Koffer ersteigern. Es ist der Nervenkitzel, der sie antreibt - und ihnen Einblick in Privates anderer Leute gewährt. Wie sonst wäre es zu erklären, dass sich die Kofferauktion, die öffentliche Versteigerung von Fundsachen im Auftrag der Lufthansa AG Frankfurt, nach wie vor so großer Beliebtheit erfreut.

328 Artikel, von Koffern, Surfbrettern, Kinderwagen bis hin zu Schmuck, iPads und Kameras, kamen am Samstag im Bürgerhaus Neuer Markt unter den Hammer. Abenteuerliche Summen wurden für die unterschiedlichsten Koffer mit ungewissem Inhalt bezahlt. Der teuerste Koffer einer Nobelmarke ging für 500 Euro weg. Es muss die Hoffnung sein, etwas Hochwertiges zu ersteigern, denn jeder, der mitbietet, kauft die berühmte Katze im Sack.

"Ich weiß natürlich auch nicht, was drin ist", lacht Martin Clesle vom gleichnamigen Auktionshaus aus Herbolzheim. Vor der Versteigerung würden die Koffer und Taschen vom Zoll durchsucht, illegale Waren, verderbliche Lebensmittel und nasse Kleidung entnommen; ebenso Geräte wie Notebooks, iPhones, iPads sowie Bargeld, wenn es leicht zu finden ist. "Wenn jemand in einer Hosentasche einen Zehner findet, hat er einfach Glück gehabt."

Trotz dieser Unsicherheit haben sich am Samstagvormittag jede Menge Kaufwillige im Bürgerhaus eingefunden, denn ab 10 Uhr können alle Fundsachen in Augenschein genommen werden. Vor allem die Artikel in den Vitrinen wie Kameras, Kopfhörer oder Tabletts sind umlagert, Preise werden per Handy gecheckt. Alle anderen Gegenstände werden vom Auktionshaus auf großen Rollwagen präsentiert.

Dann, um 12 Uhr, geht es endlich los. "Fangen wir bei 40 Euro an, 42 sind geboten, 44", ruft Auktionator Martin Clesle in den Raum und lässt seinen Blick wie ein Adler über die Anwesenden schweifen. Dann kommen die Angebote wie Salven. Schlag auf Schlag. Immer wieder schnellen Hände mit Gebotstafeln in die Höhe: "225 Euro, 230 Euro, 235 Euro... Noch Gebote? Zum Ersten, zum Zweiten - und zum Dritten! Verkauft!" Der Hammer fällt, und der Koffer wechselt den Besitzer.

Es ist erstaunlich, wie locker das Geld sitzt. Kaum einer der vergessenen oder verloren gegangenen Gepäckstücke geht unter einem dreistelligen Betrag weg. Ein mittelgroßer grüner Rucksack findet für 120 Euro einen neuen Besitzer, zwei chinesische Hüte sind jemand zwölf Euro wert, ein Maulwurf aus Plüsch wird für 22 Euro verkauft. Obendrauf kommen noch rund 20 Prozent Gebühren.

Es ist wirklich erstaunlich, was Leute so alles im Flugzeug zurücklassen: ob Wasserkocher, Surfbrett, Sandwichtoaster, Skischuhe oder Glitzer-Einhorn. Doch vor allem sind es immer wieder diese kuriosen Dinge, die für Staunen und für Lacher sorgen.

Während die einen noch eifrig im Versteigerungsfieber schwelgen, holen andere ihre "Trophäen" ab und verschwinden auch schon wieder. Früher war es gar nicht unüblich, gleich im Foyer einen ersten Blick in den erstandenen Koffer zu werfen.

"War der Inhalt die 160 Euro wirklich wert?" Diese Aussage hörte man am Samstag eher weniger. Nur eine Dame ist mit ihrem Bündel farbenfroher Stoffe aus Indien zufrieden. In der Eingangshalle des Bürgerhauses antwortet sie auf die Frage. "Zufrieden?" "Auf jeden Fall", strahlt sie.

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