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"Bühlotbad ist finanzierbar"
'Bühlotbad ist finanzierbar'
06.11.2019 - 00:00 Uhr
Bühlertal (eh) - "Aus heutiger Sicht, und wenn alles so eintritt wie dargestellt, heißt die richtige Entscheidung zum Bühlot-Bad: Ja!". Mit diesem abschließenden Statement auf ihre fundierten Ausführungen verbreitete Kämmerin Bettina Kist Zuversicht und Optimismus bei der Bürgerversammlung zur Generalsanierung des Bühlotbads am Montagabend im Haus des Gastes.

Die Bürger werden sich bis zur Eröffnung des neuen Bades allerdings gedulden müssen. Zwei Jahre oder mehr kann das dauern. Das Interesse an der Bürgerinfo war nicht so groß wie bei der ersten Versammlung vor einem Jahr. Für 250 Besucher war der große Saal bestuhlt, vielleicht die Hälfte der Plätze war besetzt.

"Das Thema elektrisiert", meinte zur Begrüßung Bürgermeister Hans-Peter Braun. Bei der Klausurtagung des Gemeinderats Ende September habe die Verwaltung aufgezeigt, dass die geschätzten Kosten von 6,8 Millionen Euro finanzierbar seien und der Gemeinde dann immer noch ein finanzieller Spielraum bleibe. Braun begrüßte ausdrücklich die Gründung des "Fördervereins Bühlot-Bad", dessen gemeinnütziger Status mittlerweile anerkannt sei. Die Verwaltung sei bestrebt, die Planungen voranzutreiben, sobald Förderzusagen vorlägen.

Detailliert und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtete Bettina Kist die Finanzierung. Im Finanzhaushalt 2020 bis 2023 habe man - inklusive der Badsanierung - Investitionen von 9,2 Millionen Euro abgebildet. Im gleichen Zeitraum stünden im Erfolgshaushalt 5,7 Millionen Euro für diverse Sanierungs- und Unterhaltungsmaßnahmen zur Verfügung.

Ausführlich ging sie auf die unterschiedlichen Zuschussprogramme ein und deren zeitlichen Ablauf. Man müsse nun warten, bis Beihilfe-Entscheide vorlägen. Bei den Mitteln aus dem Tourismusinfrastrukturprogramm (TIP) habe sie einen Zuschuss "vorsichtig" mit einer Million Euro dargestellt, auch wenn man auf einen höheren Betrag hoffe. Eine Co-Bezuschussung aus dem Entwicklungskonzept Ländlicher Raum (ELR) sei aber nicht möglich.

Die Personalkosten für das Bad, so Kist weiter, würden steigen, da man künftig von zwei Fachangestellten im Schichtbetrieb ausgehe. Für eine weitere Kooperation mit dem Bühler Schwarzwaldbad gebe es positive Signale.

Aus eigenen Mitteln könne die Gemeinde 1,8 Millionen Euro finanzieren, daneben gebe es einen finanziellen Spielraum von 700 000 Euro für 2022 und 2023. Über Kredite müssten 3,5 Millionen Euro abgedeckt werden. Das Zinsniveau sei verlockend. Eine Zinsbindung über 30 Jahre gebe es für 0,89 Prozent. Trotz Badsanierung blieben Mittel, um auch noch andere Vorhaben zu tätigen wie beispielsweise die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses 2020 und von Häusern zur Schaffung von Wohnraum. Kist kündigte an, dass nach 2011 voraussichtlich ab 2021 mit einer weiterem Erhöhung der Grundsteuer um wiederum 20 Prozent gerechnet werden müsse. Das brächte 60 000 Euro Mehreinnahmen in die Gemeindekasse.

Architekt Uwe Keppler (Büro Schick, Karlsruhe) erläuterte die Ergebnisse der Bodenuntersuchung, die zu Kostensteigerungen geführt hätten und die auch den zeitlichen Ablaufplan beeinflussten. Das neue Technikgebäude müsse rückverankert und bei Rückbauarbeiten schadstoffbelastetes Material entsorgt werden. Da die Wasserfläche kleiner und der Beckenzuschnitt anders sei, müsse aufgefüllt werden. Bis sich alles gut gesetzt habe, müsse sechs bis neun Monate gewartet werden.

Technikplaner Andreas Debus (Kannewischer Ingenieur- Gesellschaft, Baden-Baden), ergänzte: "Wir sind bestrebt, die ökonomisch und ökologisch nachhaltigste Anlage zu planen." Es müsse eine sein, die auch angesichts der personellen Situation mit möglichst wenig Aufwand betrieben werden könne. Kosten ließen sich höchstens noch dadurch einsparen, dass man die Wassererwärmung ausschließlich über Sonnenenergie betreibe und auf fossile Beheizung komplett verzichte.

Bauamtsleiter Norbert Graf erläuterte die Hochwasserproblematik. Man setze nun darauf, dass die Ableitung komplett über die Bühlot möglich sei, wenn man den Durchlass baulich anpasse. Gedacht sei auch an eine 1,5 Meter hohe Mauer. Damit wolle man die wasserrechtliche Genehmigung und den Bauantrag angehen. Er hoffe, dass im Frühjahr 2020 die Bauge nehmigung vorliege.

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