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Kein Platz für Antisemitismus in der Gesellschaft
Kein Platz für Antisemitismus in der Gesellschaft
11.11.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (ub) - In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zettelten die Nationalsozialisten die Reichspogromnacht an: einen tagelangen, angeblich spontanen Gewaltausbruch gegen jüdische Menschen und Geschäfte. Am Samstagabend nahm eine große Anzahl Bühler Bürger, darunter auch einige Schüler, auf dem Johannesplatz am Gedenken an die Opfer der Shoah teil, zu der die Pogromnacht quasi das unheilverkündende "Vorspiel" darstellte.

Durch dieses akribisch geplante Pogrom verloren in Deutschland Tausende Juden ihre Existenzgrundlage, Synagogen gingen in Flammen auf, und Hunderte jüdische Bürger wurden von Schlägerbanden der SA und SS ermordet oder in den Tod getrieben.

1983 wurde auf dem Johannesplatz; just dort, wo die ehemalige Bühler Synagoge am Vormittag des 10. November 1938 in Flammen aufging, ein Gedenkstein enthüllt. Oberbürgermeister Hubert Schnurr ging in seiner Ansprache am Samstagabend auch auf den jüngsten Anschlag auf die Synagoge in Halle ein. Zwei unbeteiligte Menschen wurden dabei getötet. Schnurr wies darauf hin, dass - anders als heute - bei der Reichspogromnacht kein Aufschrei des Entsetzens in der Bevölkerung ausgelöst wurde. Aber auch in der Bundesrepublik gab und gebe es beängstigende Angriffe und Zwischenfälle. Gerade in jüngster Zeit sei eine zunehmende Radikalisierung zu konstatieren. Und dies europaweit. Es komme vermehrt zu Beschädigungen von jüdischen Friedhöfen, die Hassbotschaften im Netz trügen das ihre dazu bei. Allein in Baden-Württemberg erhöhte sich die Zahl von rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten auf 48 im vergangenen Jahr. Schnurr fragte im Namen demokratisch gesinnter Bürger, was jeder einzelne tun könne, um dem entgegenzuwirken. Widerspruch tue Not, egal ob in der Öffentlichkeit oder am Stammtisch und im Internet, wenn rassistische oder fremdenfeindliche Hetze zu vernehmen sei. Jeder könne dazu beitragen, dass Antisemitismus in der Gesellschaft keinen Platz finde. "Lassen Sie uns gemeinsam alles in unserer Macht stehende tun, dass solche menschenverachtende Verbrechen wie in Halle nicht noch einmal geschehen."

Umrahmt wurde diese beeindruckende Gedenkfeier von zwei Klezmer-Stücken, mit denen Klaus-Martin Kühn am Akkordeon und die Klarinettistin Kerstin Lemay für tröstliche Momente sorgten.

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