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Hoffnung auf "Trostpflaster" für Altschweier
Hoffnung auf 'Trostpflaster' für Altschweier
19.11.2019 - 07:42 Uhr
Von Sarah Reith

Bühl - Der Traum vom Dorfzentrum für Altschweier ist erst einmal geplatzt. Das wurde am Rande der Haushaltsberatungen deutlich. Noch im März hatte Ortsvorsteher Manfred Müller im BT einen erneuten Förderantrag im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) für das Spätjahr angekündigt. Doch der Antrag wird nicht gestellt. Der Grund: Selbst wenn es klappen würde mit dem Zuschuss vom Land, könnte die Stadt ihren Anteil nicht bezahlen.



Bei den Haushaltsberatungen war es zunächst um die Umgestaltung des Trottenplatzes in Eisental gegangen. "Wenn wir diese finanzielle Situation vorher gehabt hätten, hätten wir Eisental nicht mehr gemacht", hatte SPD-Fraktionschef Peter Hirn betont. Walter Seifermann (GAL) hatte erneut bekräftigt, dass die Entscheidung für die Maßnahme seiner Ansicht nach falsch sei: "Ich kann aus dem Stand 20 Sachen nennen, die wichtiger wären." Der Dorfplatz hingegen hätte noch 20 Jahre so bleiben können, meinte er. Mit Blick auf Altschweier forderte er sodann eine Umplanung: Hier solle man "Stück für Stück vorgehen und nicht auf den großen Wurf warten".

Dieser "große Wurf" ist zumindest für die nächsten Jahre vom Tisch, erläuterte Ortsvorsteher Müller auf BT-Nachfrage. Die Reblandhalle sei in der mittelfristigen Finanzplanung, also bis 2024, überhaupt nicht berücksichtigt. "Was danach kommt, weiß man nicht."

"Eisental hat Glück gehabt", meinte Müller angesichts der anderen ELR-Schwerpunktgemeinde, deren großes Projekt nun tatsächlich realisiert wird. Im zweiten Anlauf hatte es dort mit den Fördergeldern vom Land geklappt, die Umgestaltung läuft bereits auf Hochtouren (wir berichteten). Auch bei Altschweier hatte man große Hoffnungen, dass es beim zweiten Versuch Geld vom Land geben würde und die Umsetzung starten könnte.

Es waren attraktive Ideen, die Ortsvorsteher Müller und zahlreiche Bürger des Stadtteils im Rahmen des Programms "Unser Dorf hat Zukunft" entwickelt hatten. Die Pläne für die neue Reblandhalle, die laut Müller zu einer Art Dorfzentrum werden sollte, sind längst fertig. Der westliche Trakt zum Sportplatz hin sollte abgebrochen und durch einen Neubau mit Küche, Toiletten und einem Foyer ersetzt werden. Auch die Haustechnik sollte erneuert werden. Die Ortsverwaltung hätte im Bürgerzentrum untergebracht werden sollen. Und, in Anbetracht fehlender Gasthäuser ein besonderes Anliegen im Ort: Es sollte einen Vereinsraum geben. Von einem Investitionsvolumen von 3,1 Millionen Euro war die Rede gewesen, von denen 2,4 Millionen an der Stadt hängen geblieben wären. Weil diese 2,4 Millionen Euro in der derzeitigen Haushaltslage nicht drin sind, ist das Projekt vorerst begraben. Laut Müller muss man nun entscheiden, ob man bis nach 2024 abwartet in der Hoffnung, dass es dann Geld gibt, ob man zumindest kleinere Reparaturen durchführt oder versucht, Teile des Projekts anzugehen. So gebe es zum Beispiel ein undichtes Dach und eine alte Toilettenanlage, die man ersetzen könnte.

Für Altschweier hat Müller zudem noch ein kleines "Trostpflaster" in Aussicht. Wie er berichtet, wird derzeit die Bachmauer bei einem weiteren kommunalen Dauerbrenner saniert, dem Durst-Gelände. Nächstes Jahr sei dort das Bachbett an der Reihe. Und vielleicht könne man dann auch planen, den Platz ein wenig zu begrünen, Parkplätze einzurichten und gegebenenfalls eine Infotafel für Touristen anzubringen. Auch die Skulptur des Rädelsführers des Bauernaufstandes, Bastian Gugel, könne dort einen dauerhaften Platz finden und schön beleuchtet werden. Müller schwebt ein "einfacher Platz, der ein bisschen schön aussieht" vor. Ob es zumindest dafür Geld geben wird, ist indessen ebenfalls noch unklar.

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