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Verkehrsprobleme führen die Hitliste an
Verkehrsprobleme führen die Hitliste an
23.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Joachim Eiermann

Ottersweier - Das Thema Nummer eins bei Bürgergesprächen in Ottersweier ist seit 20 Jahren der Verkehr. So lange ist Jürgen Pfetzer als Bürgermeister in Amt und Würden, so lange sieht er sich immer wieder mit Verkehrsangelegenheiten konfrontiert. Vor allem mit Klagen über zu schnelles Fahren und falsches Parken. Obwohl an einigen neuralgischen Punkten inzwischen gegengesteuert wurde, wird der Verkehr auch künftig "die Hitliste der Themen" anführen, ist sich das Ortsoberhaupt gewiss.

Einige Verbesserungen, für die die Kommune lange gerungen habe, könnten längst in die Wege geleitet sein. Die untere Verkehrsbehörde im Bühler Rathaus hat die Anordnungen bewilligt, doch herrsche ein Lieferengpass bei Tempo-30-Schildern, berichtet Pfetzer. Der Ortsbauhof stehe jedenfalls bereit, die Verkehrszeichen alsbald zu montieren.

"In Unzhurst haben wir ein großes Problem", erklärt das Ortsoberhaupt und lenkt den Blick auf drei der vier stark frequentierten Ortseingänge: "Da wird zu schnell gefahren." Größter Brennpunkt dabei: die Acherner Straße. "Von der Autobahn her wird mit überhöhter Geschwindigkeit in den Ort gerast." Ein Patentrezept dagegen wurde bislang nicht gefunden. Alle Überlegungen, in die neun Meter breite Piste einen Tempo-reduzierenden Fahrbahnteiler einzubauen oder eine sogenannte "Verkragung" vorzunehmen, scheiterten an örtlichen Gegebenheiten oder am Land, dem diese überörtliche Straße gehört, die als L87a klassifiziert ist. "Wir haben einen Umbau in alle Richtungen geprüft", berichtet Pfetzer von zahlreichen Begehungen und Behördengesprächen, die aus verschiedenen Gründen und Bedenklichkeiten ohne greifbare Ergebnisse blieben.

Als letzter Ausweg erschien eine fixe Tempokontrolle. Vor der Installation eines stationären Blitzers schreckte der Gemeinderat aber angesichts enormer Kosten von 80 000 bis 100 000 Euro zurück. Eine Refinanzierung scheidet aus, da die Gemeinde von den Bußgeldeinnahmen keinen Cent sehen würde. Diese flössen an die Bühler Stadtklasse, da seitens der Zwetschgenstadt die Verfahren gegen die sündigen Autofahrer betrieben werden.

Zunächst will man sich mit einer mobilen Blitzer-Kontrollstation helfen, deren Bedienung kein Personal erfordert. Pfetzer erläutert: "Einen solchen Anhänger kann man mieten." Die Hoffnung in Ottersweier, zusammen mit der Nachbarstadt einen "Blitzer-Anhänger" einzusetzen, scheint sich zu erfüllen. Bühl hat 20 000 Euro im Haushaltsentwurf 2020 zur Anmietung vorgesehen, beschlossen ist der Etat aber noch nicht. Auch in Ottersweier muss der Gemeinderat grünes Licht geben.

Aus dem Gremium wurde auch schon eine Stimme laut, sich dem Modell des Ortenaukreises anzuschließen. "Freiwillig Tempo 40" heißt es dort in zahlreichen Landgemeinde auf die freundliche Art, verbunden mit einer Leuchtanzeige des gefahrenen Tempos.

Die Gemeinde Ottersweier verfügt über zwei "Smileys", die stets zwei bis drei Monate an einem Einsatzort montiert sind und dann versetzt werden. Derzeit hängt eines am Lindenbuckel, wo Tempo 30 auf dem Weg nach unten oft ignoriert wird. So wie auch in der Höhe von Hub, wo auf der L83a Autofahrer das Gaspedal häufig mehr als erlaubt durchtreten. Das Gleiche wiederholt sich in der Hubstraße am Ortseingang von Ottersweier.

Eine ähnliche Problemlage stellt sich Pfetzer zufolge an sämtlichen Ortseingängen, die baulich noch nicht umgestaltet wurden. An einem Punkt indes zeichnet sich eine Lösung ab. Mit dem geplanten Bau des Radwegs von Moos nach Zell (östlich der L87a) soll auch der Bereich der Ortseinfahrt entschärft werden. Das Planfeststellungsverfahren in dieser Sache ist seit diesem Jahr zwar eingeleitet, doch eine rasche Realisierung nicht in Sicht. Der Radwegbau tangiert 100 Grundstückeigentümer, mit denen verhandelt werden mus s.

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