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Mehr Grün und ein autofreier Samstag gefordert
Mehr Grün und ein autofreier Samstag gefordert
25.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Ursula Klöpfer

B ühl - Nachdem es in Bühl bereits eine Jugendkonferenz und einen Seniorenrat gibt, kamen nun auch die kleinen großen Persönlichkeiten der Zwetschgenstadt zu Wort - die Kinder. Am Samstagmorgen fand die erste Bühler Kinderkonferenz im Kinder- und Familienzentrum (Kifaz) statt - mit überragendem Erfolg.

Die Leiterin des Kifaz, Sandra Schlegel, ist voll des Lobes über die gute Mitarbeit, die Ideen und vor allem auch die gute Vorbereitung der 45 Grundschüler, die daran teilnahmen. "Wir sind mehr als positiv überrascht, wie begeistert und vor allem auch konzentriert alle Kinder mitgearbeitet haben", so Schlegel. "In Kleingruppen haben wir die Vorschläge besprochen und aufgeschrieben. Wenn alles komplettiert ist, wollen wir die Verbesserungsvorschläge und Überlegungen der Kinder dem Leiter des Fachbereichs Bildung, Kultur, Generationen, Klaus Dürk, vorlegen."

Eines ist für Sandra Schlegel jetzt schon beschlossene Sache: "Das bleibt nicht die letzte Kinderkonferenz", zieht sie begeistert ihr Fazit. "Gerade in der heutigen Zeit ist es immens wichtig, dass die Kinder das Gefühl haben, dass man ihnen zuhört." Voraussetzung für den Erfolg sei natürlich auch die zügige Umsetzung der Ideen.

Punkt 9.30 Uhr ging es am Samstag mit einem Gongschlag los. Sandra Schlegel, unterstützt von Nicole Schubring und Melanie Schaufler, fand die richtigen Worte, um die Kinder aus der Reserve zu locken. Obwohl, ein "Anschubsen" der Grundschüler war eigentlich gar nicht nötig. Der Nachwuchs war bestens vorbereitet: Einige kamen sogar mit Zetteln voller Ideen, die sie zu Hause mit oder ohne Eltern schon ausgearbeitet hatten. Eine Mutter, die selbst nicht dabei sein konnte, schickte sogar einen Brief.

"Diese Woche haben die Kinderrechte Geburtstag und werden 30 Jahre alt", erläuterte Sandra Schlegel zum Einstieg. "Unter dem Motto ,Eure Ideen für eure Stadt' wollen wir heute eure Wünsche zu den Themen Schule, Freizeit und Umwelt zusammentragen. Wer hat denn eine Idee, welche Rechte die Kinder bei uns haben?"

Eine richtige Ideenflut hatten die Grundschüler in petto und streckten den Finger sogleich in die Höhe. Zunächst wurden alle Kinderrechte auf einer Schautafel zusammengetragen, mit folgendem Ergebnis: "Wir Kinder haben ein Recht auf Leben, auf Gleichheit, Meinungsfreiheit, Gesundheit, Bildung, Freizeit, Spiel und Erholung, auf gewaltfreie Erziehung und Schutz vor Krieg und vor Misshandlungen." Dabei wussten die Kinder erstaunlich gut Bescheid. Schon im Vorfeld hatten die Verantwortlichen die Bühler Grundschulen aufgesucht, um zu erklären, was es mit der Kinderkonferenz auf sich hat.

Im Anschluss kam eine Menge an konkreten Vorschlägen für die Entwicklung der Zwetschgenstadt zusammen. So wünschen sich die Kinder mehr Grün in der Stadt und auf den Pausenhöfen. Bei den chaotischen Bring- und Abhol-Situationen an den Bühler Schulen fühlen sie sich nicht sicher ("Die nehmen zu wenig Rücksicht auf uns Kinder"). Daher ersuchen sie um Zebrastreifen oder Verkehrsampeln bei den Schulen und ebensolche Zebrastreifen in der Hauptstraße. "Ein autofreier Samstag wäre super", findet der Nachwuchs. Außerdem ein Unverpackt-Laden, um Müll zu vermeiden. Müllvermeidung war überhaupt ein sehr großes Thema. Zudem sollen die Wiesen um Bühl herum nicht so früh abgemäht werden, fordern die Kinder. Auch bessere Toiletten in den Schulen werden gewünscht, und ein Wasserspielplatz für heiße Sommertage sowie Toiletten generell auf den Spielplätzen.

Die komplette "Wunschliste" der ersten Bühler Kinderkonferenz geht nach Fertigstellung an die Stadt Bühl. Einige der Überlegungen werden allerdings schwerlich umzusetzen sein: So wünschte sich ein Kind weniger Häuser und weniger Autos.

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