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Einbruchsdelikte mehr als verdoppelt
Einbruchsdelikte mehr als verdoppelt
28.11.2019 - 00:00 Uhr
Bühl (urs) - Die Anzahl der Haus- und Wohnungseinbrüche in Bühl hat sich 2019 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Besonders betroffen ist Kappelwindeck. Wie sehr die dortigen Bewohner verunsichert sind, zeigte die Resonanz auf eine Infoveranstaltung des Polizeipräsidiums Offenburg und des Bühler Polizeireviers am Dienstagabend in der Bachschlosshalle.

Nach einer zusätzlichen Nachbestuhlung wollten sich knapp 200 Bürger ein persönliches Bild machen über eigene Präventionsmöglichkeiten und über den aktuellen Ermittlungsstand der Polizei. Der oder die Einbrecher haben es vor allem auf den Stadtteil Kappelwindeck abgesehen. Mittlerweile ist es bereits soweit gekommen, dass nahezu jeder Kappler einen Mitbürger kennt, bei dem schon mal eingebrochen wurde. "Gut schlafen kann ich schon lange nicht mehr!", erklärte eine Bewohnerin.

Informationen zur Einbruchsserie und zu Präventionsmaßnahmen vermittelten Ralf Kaufmann, Fachberater Einbruchschutz und zuständiger Referent des Polizeipräsidiums Offenburg, sowie Walter Kautz, Leiter des Polizeireviers Bühl. Ihre Botschaft: Trotz großer Anstrengungen und erheblichem Aufwand gibt es derzeit keine heiße Spur: "Wir wissen nicht, ob es sich um einen Einzeltäter oder eine Tätergruppe handelt", sagte Kautz. "Daher sind wir dankbar über jeden Hinweis aus der Bevölkerung."

Die Statistik sagt Folgendes aus: Wurden im Jahr 2017 achtzehn Einbrüche gemeldet (Zeitraum von Januar bis Oktober), waren es im Jahr darauf neunzehn. Inzwischen hat sich die Zahl in diesem Jahr allerdings mehr als verdoppelt - mit Schwerpunkt in Kappelwindeck. Der oder die Einbrecher nutzen für ihr kriminelles Tun vor allem die dunkle Jahreszeit. "In der Zeit von 17 bis 22 Uhr passiert am meisten", berichtete Kaufmann, der vor allem auch die psychischen Folgen der Betroffenen in den Vordergrund rückte. "Neben den materiellen Schäden sind es vor allem die psychosomatischen Folgen, die den Betroffenen zu schaffen machen. Diese könnten sich in Angst, Schlaflosigkeit, Magen-Darm-Beschwerde, Kopfschmerzen oder Depressionen niederschlagen.

Das typische Vorgehen der Diebe bei einem Einbruch in Einfamilienhäuser sei das Aufhebeln, Aufbohren und Einwerfen einer Tür beziehungsweise eines Fensters. "Bei ungesicherten Fenstern ist das eine Sache von 60 Sekunden", zeigte der Präventionsfachmann anhand eines Videos auf. Eine einbruchhemmende Verriegelung (Pilzkopfverriegelung), abschließbare Fenstergriffe oder eine einbruchhemmende Verglasung bei neuen Fenstern seien ein guter Einbruchsschutz.

Aber auch das Nachrüsten von bestehenden Fenstern sei "sehr effektiv". Was ist zu bevorzugen? Das Nachrüsten bei den Rollläden oder bei den Fenstern? Da ist der Standpunkt von Ralf Kaufmann ganz klar: "Die Polizei empfiehlt, die Fenster nachzurüsten." Wenn ein Einbrecher zu viel Zeit für ein Fenster oder eine Tür benötige, breche er sein Vorhaben ab. Auch eine Alarmanlage stelle einen guten Schutz dar. Die Kosten schwanken zwischen 4000 bis 5000 Euro. Sichert man die Fenster elektronisch, seien 12 000 Euro keine Seltenheit.

Neben dem mechanischen Schutz ging Kaufmann auch auf das eigene Verhalten ein: "Arbeiten Sie mit Licht. Bei einem Einfamilienhaus immer mehrere Zeitschaltuhren zu unterschiedlichen Zeiten programmieren", so sein Ratschlag. Sei man längere Zeit abwesend oder im Urlaub, sei es ratsam, in den nicht einsehbaren Bereichen die Rollläden zu schließen. Außerdem wies Kaufmann auf die staatliche Förderung von Einbruchschutz hin. Das Polizeipräsidium Offenburg bietet kostenlose Beratungen über Sicherungsmöglichkeiten unter (0 78 1) 21-45 15 an.

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