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"Auch häusliche Gewalt ein ganz großes Thema"
04.12.2019 - 00:00 Uhr
Bühl - Seit rund sechs Wochen hat Bühl wieder eine kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte. In der vergangenen Woche hat sich Tanja Beier im Gemeinderat vorgestellt. Mit BT-Redakteurin Sarah Reith hat sie über die Bedeutung ihrer Position, ihre Aufgaben und Ziele gesprochen.


BT: Frau Beier, die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten war rund 1,5 Jahre lang unbesetzt. Da stellt sich sicher manch einer die Frage: Warum braucht man die Position ausgerechnet jetzt, in Zeiten angespannter Haushaltslage?

Tanja Beier: Eine solche Position schreibt der Gesetzgeber vor - und das zurecht! Es ist absolut wichtig, dass es diese Stelle gibt. Das ist mir schon in den sechs Wochen, in denen ich mich nun in die Aufgabe eingearbeitet habe, klar geworden. Besonders wichtig ist mir die Präventionsarbeit.

Ich würde gern schon an den Schulen Beratungen anbieten, um zum Beispiel auch Mädchen für Berufe zu interessieren, die bislang eher Männerdomänen sind, beziehungsweise um die weiblichen Führungskräfte oder Politikerinnen von morgen bereits in der Schule zu motivieren.

BT: Es handelt sich nicht um eine Ganztagsstelle. Wie viele Stunden Zeit pro Woche haben Sie für das Thema?

Beier: Ich arbeite jetzt 15 Stunden in der Woche. In dieser Zeit bin ich ausschließlich für das Thema Gleichstellung zuständig. Im Rathaus bin ich immer dienstags und donnerstags jeweils vormittags sowie mittwochs den ganzen Tag.

BT: Sind Sie nur für Frauen- und Gleichstellungsthemen innerhalb der Stadtverwaltung zuständig, oder können sich auch Bürger an Sie wenden?

Beier: Das Angebot richtet sich auch an alle Bürgerinnen und Bürger. Wer möchte, erreicht mich unter (0 72 23) 93 52 45. Einfach auf Band sprechen, wenn ich mal nicht im Büro bin - ich rufe dann zurück.

BT: Was sind denn Ihre wichtigsten Aufgaben?

Beier: Ich bin beratend tätig und unterstütze intern die Dienststellen bei der Umsetzung des Chancengleichheitsgesetzes. Außerdem muss ich bei Organisations- und Personalentscheidungen dabei sein, wenn es zum Beispiel darum geht, Gremien zu besetzen.

BT: Die Gleichstellungsbeauftragten in anderen Kommunen wie Baden-Baden, Gaggenau oder Rastatt sind nicht nur Ansprechpartnerinnen, sondern organisieren immer wieder auch Veranstaltungen und besondere Beratungsangebote. Ist das in Bühl auch geplant?

Beier: Auf jeden Fall. Mit den Kolleginnen aus Rastatt und Gaggenau habe ich mich auch schon getroffen und ausgetauscht. Es gibt da einige Veranstaltungen, bei denen man kooperieren kann. In Bühl hat früher auch zwei Mal pro Jahr eine Beratung zum Thema "Frau und Beruf" stattgefunden, da geht es um die Beratung von Frauen, die wieder in den Beruf einsteigen wollen. Ich habe gesehen, dass das gut frequentiert war. Das würde ich gern wieder beleben.

BT: Welche Schwerpunkte wollen Sie persönlich, abgesehen von der Förderung der Gleichstellung im Beruf, noch setzen?

Beier: Häusliche Gewalt ist ein ganz großes Thema. Da ist es auch ein Gedanke von mir, präventiv tätig zu werden, mit Öffentlichkeitsarbeit und Anti-Gewalt-Training in den Schulen. Insgesamt ist das Tätigkeitsfeld der Gleichstellungsbeauftragten sehr vielfältig. Ich bin derzeit noch dabei, mich einzuarbeiten und ein Netzwerk aufzubauen. Denn am meisten kann man durch Kooperationen und die Zusammenarbeit mit Vereinen und vorhandenen Anlaufstellen wie zum Beispiel dem Frauenhaus ausrichten.

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