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Schneegestöber aus einem wolkenlosen Himmel
05.12.2019 - 00:00 Uhr
Schwarzwaldhochstraße (gero) - Es ist bitterkalt, der Himmel wolkenlos. Und kein Satellit kann das tatsächliche Wettergeschehen an vier Skistationen entlang der Skiarena Nordschwarzwald erfassen. Denn auf dem Mehliskopf, auf Hundseck, Unterstmatt und am Seibelseckle schneit es. Nahezu pausenlos. Tag und Nacht.

Obwohl im laufenden Winter noch kein nennenswerter Schnee gefallen ist, sind dort die Pisten weiß eingeflockt. Was die Natur (wieder einmal) nicht liefert, besorgen wuchtige Propellermaschinen der Beschneiungsanlagen, die Triebwerken großer Düsenjets ähneln. Militärisch-martialisch werden sie in der Umgangssprache auch Schneekanonen genannt, das Produkt fälschlicherweise als Kunstschnee. Obwohl es sich weder um ein Kunstprodukt mit chemischen Zusätzen handelt, noch die Produktion eine Kunst ist. Benötigt werden lediglich Wasser, Druckluft, Minusgrade und eine geringe Luftfeuchtigkeit.

Das Kältehoch "Serena" kam da zu Wochenbeginn wie hereingeschneit. Den Startschuss gaben die Seebacher Waldgenossen, denen neben dem Hotel Mummelsee und der Grindehütte auch der Skihang Seibelseckle gehört. Seit Sonntag sind die acht Schneeerzeuger in Stellung gegangen. Pro Stunde feuern sie 70 Kubikmeter Schnee raus. Seit Montag sind auch die Schneimeister auf Unterstmatt und Hundseck im Einsatz. Eine physisch belastende Arbeit, weil die schweren Maschinen bei Eiseskälte ständig neu positioniert und die Schlauchanschlüsse angepasst werden müssen. Heiko Doll beschränkt sich auf dem Bühlertallift Hundseck auf die Produktion von punktuellem, sogenannten "Depotschnee", der - nach dem erwarteten Naturschnee" - mit der Pistenraupe verschoben und in den Hang eingepf legt wird. Ob auf Unterstmatt oder am Seibelseckle in den kommenden Tagen die Lifte in Betrieb gesetzt werden, stand gestern noch in den Sternen. Ab Freitagnachmittag erwarten die Meteorologen eine Warmfront mit Tauwetter, Sturm und Regen bis in höchste Gipfellagen. Erst zu Beginn der kommenden Woche sollen die Temperaturen wieder zurückgehen. Ein nennenswerter Wintereinbruch mit auskömmlichen Neuschneemengen ist aber mittelfristig derzeit nicht in Sicht. Aber vielleicht liefert der technische Schnee die willkommene Grundlage, wenn es rechtzeitig zum betriebswirtschaftlich so wichtigen Weihnachtsgeschäft über den Schwarzwaldhöhen so richtig rieselt - aus dunklen Wolken und nicht aus der "Kanone".

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