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Erfolg mit vielen Blumen und wenig Plastik
03.01.2020 - 00:00 Uhr
Von Anne-Rose Gangl

Bühl - Wer vor dem "Blumenwerk" in der Bühlertalstraße in Bühl steht, der spürt, dass ihn etwas Besonderes erwartet. Kunden werden freundlich und im schönen Ambiente empfangen, und wer das Geschäft verlässt, erhält zum Abschied eine Gute-Laune-Rose. Dies alles ist Geschäftsinhaberin Nicole Bäuerle zu verdanken, die vor wenigen Wochen zur "Floristin des Jahres 2019" in Deutschland gekürt wurde.

"Außergewöhnlicher Service verlangt außergewöhnlichen Einsatz", so das Motto der 44-jährigen Floristin, deren ganze Leidenschaft der Natur und den Blumen gehört, mit denen sie ihren Mitmenschen ein Stück Glück überbringen und auch ihren Beitrag zur Begrünung der "Servicewüste" leisten möchte. Nun gewann sie den Taspo-Award, den Oscar der grünen Branche, in der Kategorie "Florist des Jahres" (wir berichteten). Zwei Mal hatte sie sich in den Vorjahren beworben, gehörte zu den Finalisten, doch vor einigen Wochen durfte sie in Berlin den Siegerpreis in Empfang nehmen. "Auffallend anders in Kundenansprache und Qualität", schrieb die Fachjury in ihrer Bewertung über das Bühler Blumengeschäft.

Mit Herzlichkeit, verständnisvollen Augen und einer offenen Sprache begegnet Nicole Bäuerle ihren Kunden. Sie stammt aus Bühl, lebt heute mit ihrem Mann und ihrer siebenjährigen Tochter in Bühlertal und gönnt sich trotz des arbeitsintensiven Spagats zwischen Kreativität und unternehmerischem Handeln jeden Mittwoch einen "Mama-Tag".

Die Floristin des Jahres 2019 hatte schon als Kind immer Blumen gepflückt und kleine Sträußchen gebunden, wie sie sich gerne zurückerinnert. "Ich habe alles Mögliche mit Blumen gemacht: Gänseblümchen-Haarkränze, Sträuße, Essen gekocht", sagt sie und verheimlicht nicht, dass ihr schon viele Steine in ihren Lebensweg gelegt wurden, sie diese jedoch immer mit Optimismus und positiven Gedanken aus dem Weg räumen konnte.

Nicole Bäuerle absolvierte in der Gärtnerei Regenold in Vimbuch ihre Ausbildung, sammelte in verschiedenen Betrieben Erfahrungen und traf im Jahre 2008 die mutige Entscheidung, das Blumengeschäft in der Bühlertalstraße zu übernehmen. Nach nur 13 Tagen Renovierungszeit und parallel zu ihrer Tätigkeit in der ZG Raiffeisen in Bühl erfüllte sie sich ihren Traum und eröffnete am 10. Oktober 2008 mit einer Angestellten ihr "Blumenwerk".

Seit dieser Zeit wurden unzählige innovative Ideen umgesetzt, von denen sich gerade auch jüngere Kunden angesprochen fühlen. Jeden Morgen treffen sich Bäuerle und ihre zwischenzeitlich drei Angestellten zur Teambesprechung, füllen das Whiteboard mit Ideen und Aufgaben, die bis zum Abend abgearbeitet sein müssen. Ebenso organsiert wie die Tagesplanung ist die Jahresplanung, schon jetzt liegen die Themen für 2020 fertig auf dem Tisch. "Ostern wollen wir nachhaltig und ohne Plastik", sagt die Geschäftsfrau, in deren Sortiment Fairtrade-Rosen, zertifizierte Händler, Gärtner und Lieferanten aus der Region sowie bienenfreundliche Pflanzen von großer Bedeutung sind. "Schließlich ist Bühl als Fairtrade-Stadt zertifiziert", fügt sie hinzu und belohnt ihre Kunden mit einem Bonuspass, wenn sie auf Verpackung verzichten.

Ihren Kämpfer- und Teamgeist habe sie als frühere Fußballspielerin beim VfB Unzhurst entwickelt, erklärt Bäuerle, die auch eine Coaching-Ausbildung hat und seit Jahren in einer Erfa-Gruppe für Floristen mitwirkt, in der sich deutschlandweit 18 Geschäftsinhaber austauschen und unterstützen. Ihre Ideen, die ihr oft in oder nach der Entspannung, während einer Autofahrt oder nachts einfallen, bringt sie auch hier gerne ein. "Mir ist der Kunde wichtig, der nicht nur eine Nummer im Geschäft ist, sondern ein Mensch, der wertgeschätzt wird", sagt die engagierte Unternehmerin, die schon ein zukunftsorientiertes Konzept für ihr "Blumenwerk 4.0" auf dem Tisch liegen hat. "Mir fehlt nur noch ein Investor", sagt sie und zaubert dem nächsten Kunden mit ihrer Gute-Laune-Rose ein Lächeln ins Gesicht.

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