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Ortsvorsteher wirbt für Prozess "Vimbuch neu denken"
Ortsvorsteher wirbt für Prozess 'Vimbuch neu denken'
08.01.2020 - 00:00 Uhr
Bühl (jure) - Bürgermeister Wolfgang Jokerst ließ keinen Superlativ aus, um Vimbuch beim Neujahrsempfang in allerhöchsten Tönen zu loben: Dass er die Vimbucher als "wahnsinnig kreativ", die Dorfgemeinschaft als außergewöhnlich und den ganzen Ort als "einfach spitze" bezeichnete, war einer von Ortsvorsteher Manuel Royal angezettelten Wette geschuldet.

Zuvor hatte dieser das ehrenamtliche Engagement gewürdigt. Royal hatte festgestellt: "Was unsere Vereine hier bieten, ist der Hammer" und der Bürgerbeteiligungsprozess habe gezeigt, "dass hier im Ort richtig was geht". Zum Ende seiner launigen Rede wandte sich Royal an den Bürgermeister: "Schaffen Sie es, uns noch mehr zu loben?". Dem Losverkauf dürfte Jokerst mit seiner Rede entkommen sein, dafür wird Manuel Royal an Fastnacht mehr Bier bei Feurio trinken als sein "Chef".

Tenor beider Reden war allerdings tatsächlich die Würdigung des ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagements. Der Ortsvorsteher erinnerte an die Zusammenarbeit der Feuerwehren am neuen Standort, an die Vereinsaktivitäten im Ort und in den Partnerstädten sowie den erfolgreich gestarteten Prozess "Vimbuch neu denken". 180 Personen waren zum Auftakt gekommen, 40 sind bis heute in vier verschiedenen Arbeitskreisen aktiv und setzen sich mit Fragen eines Bürgerzentrums, der Mobilität und des "allengerechten" Wohnens auseinander. Die Gruppe "kulturelles Leben" erhielt für ihr "Gemeinsam-Gärtner-Projekt" bereits 10 000 Euro Landesmittel. "Überall kann mitgemacht werden", warb Royal für die Arbeitsgruppen.

Weitere Botschaft seiner Rede, sich bewusst zu machen, "wie gut es uns geht" und dass es gelte, offen für Neues zu bleiben und Neues zu schaffen. Passend dazu erklang im Anschluss Udo Jürgens' Hit "Ihr von Morgen" aus den Kehlen des Gesangvereins Liederkranz. Unter der Leitung von Günther Siegwarth sorgten die Sängerinnen und Sänger für passende Übergänge zwischen den Reden. Nino Moretti, der für das Kirchspiel Vimbuch sprach, das gemeinsam mit der politischen Gemeinde den Neujahrsempfang ausrichtete, konzentrierte sich auf die drei zentralen Säulen der Pfarrgemeinde: "Liturgia, Martyria und Caritas". Dank der Tatsache, dass man noch einen Pfarrer habe sowie mitgestaltende Gruppen, könne die Liturgie noch überall gefeiert werden. Die Glaubensweitergabe (Martyria) erfolge nicht nur durch Gruppenstunden, sondern auch bei der Kinderkirche und den Frauengemeinschaften, die sich um die Patroziniumsfeste in den Filialgemeinden kümmern. Die Caritas spiegle sich in vielen Bereichen wider, unter anderem bei den Spendenaktionen für Kenia oder auch wenn wie dieser Tage mehr als 45 Sternsinger unterwegs sind.

Bürgermeister Jokerst richtete den Blick auf "Bühler Themen" wie den Klimanotstand, bei dem alle auch Verantwortung in der Stadt haben. Auch die PFC-Problematik sei ein großes und schwieriges Thema, "weil es keine Lösung gibt".

Mommenheims Bürgermeister Francis Wolf betonte die Bedeutung der Partnerschaft mit Vimbuch und wertete sie als Beitrag für den Frieden. Neben den zahlreichen Treffen und Aktivitäten sei für ihn der Volkstrauertag, an dem er Blumen an der Gedenkstätte in Vimbuch ablegte, Höhepunkt gewesen: "Blumen sind ein Symbol ewiger Versöhnung und sollen dazu beitragen, dass wir nicht vergessen".

Gleich mehrere Könige wohnten dem Empfang in der Tullahalle bei: Neben der Zwetschgenkönigin Jessica, die Grußworte sprach, brachten die Heiligen Drei Könige den Segen zu den zahlreichen Besuchern. Die Bewirtung hatten der Ortschaftsrat und das Gemeindeteam organisiert.

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