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Ballett voller Magie und poetischer Pracht
Ballett voller Magie und poetischer Pracht
09.01.2020 - 00:00 Uhr
Von Ursula Klöpfer

Bühl - Eleganz und Schönheit des Klassischen Russischen Balletts aus Moskau, prachtvolle Kostüme, poetische Bühnenbilder und dazu die fantastische Musik von Tschaikowsky, so könnte man den "Nussknacker" am Dienstagabend im Bürgerhaus Neuer Markt kurz beschreiben. Es ist die Geschichte eines Mädchens, das einen Nussknacker geschenkt bekommt und ins Träumen gerät.

Puppen und Zinnsoldaten erwachen zum Leben, und der hölzerne Geselle verwandelt sich in einen galanten Prinzen, der Jung und Alt mitnimmt auf eine magische Reise in ein verzaubertes Land. Dieses Märchen ist ein Weltklassiker, der bereits seit zwei Jahrhunderten die Menschen verzaubert: Ob beim "Tanz der Zuckerfee" oder dem "Marsch der Zinnsoldaten", die Stücke aus der Ballettadaption von Tschaikowsky sind Legende. Auch nach Weihnachten und Silvester zauberte das Klassische Russische Ballett aus Moskau mit dem "Nussknacker" einen Hauch von Magie in die Herzen des Bühler Publikums - mit einer Aufführung, die Kinder träumen und Erwachsene in Erinnerung an die eigene Kindheit schwel gen lässt.

Die Geschichte, die auf einer Erzählung von E.T.A. Hoffmann beruht, kennt nahezu jeder: Im Mittelpunkt des Balletts steht die kindliche fantasievolle Clara, im russischen Original Mascha. Sie bekommt am Weihnachtsabend von ihrem Patenonkel Drosselmeier einen Nussknacker geschenkt. In der Nacht führt er das Mädchen im Traum in eine Märchenwelt. Nach einer Schlacht gegen den Mäusekönig und seine Armee verwandelt sich dieser in einen schönen Prinzen. Er lädt Clara ins wunderbare Reich der Süßigkeiten ein. Unterwegs geraten sie in einen Schneesturm (Tanz der Schneeflocken). Dabei geht es über den Tannenwald zum Schloss Zuckerburg, wo die dort residierende Zuckerfee zu Ehren ihrer Gäste ein Fest veranstaltet. Clara schläft ein, der Palast verschwindet, zuletzt erwacht Clara unterm Weihnachtsbaum.

Das Spätwerk von Tschaikowsky ist eine Hymne an die romantische Liebe. So bestechen auch das Bühnenbild und die Kostüme des Ballettensembles mit einer unglaublichen Farbenpracht: Die Herren stolzieren im schwarzem Smoking umher, die Damen tragen elegante glitzernde Abendrobe. Dann wiederum trippeln kleine Chinesen über die Bühne oder die Zuckerfee verzaubert in einem weißen Kleid, während der "Traum" in einem Gewand aus Mond und Sternen über die Bühne stiebt. Doch vor allem die Solisten Kristina Kochetowa (Clara) und Alexey Mikheev (als Prinz im roten hautengen Suit), überzeugen mit schwebender Leichtigkeit, gepaart mit ausgefallener Spiel- und Tanzfreude. Gerade beim Pas de deux der Zuckerfee und des Prinzen präsentieren sie ein harmonisches Zusammenspiel mit wunderschönen Drehungen und Sprüngen.

Natürlich darf man die Bühler Vorstellung nicht mit dem weltberühmten Ballett vom Mariinsky-Theater aus St. Petersburg, das vor Weihnachten im Festspielhaus Baden-Baden gastierte und das insgesamt 14 000 Menschen gesehen haben, vergleichen. Doch für den Eintrittspreis in Bühl hätte man dort in den vorderen Reihen nicht einmal eine Stuhllehne erhalten. So treten statt 220 Ensemble-Mitglieder wie im Festspielhaus (mit Live-Orchester) in Bühl gerade mal 20 Tänzerinnen und Tänzer auf - und dies mit sehr viel Herz und Charisma.

"Es ist eine ewig gültige Parabel auf unser Älterwerden und die Sehnsucht nach der Weihnacht unserer Kindheit", sagte kürzlich Benedikt Stampa, Intendant des Festspielhauses in Baden-Baden, so schön. Und so bekommt natürlich auch im Bühler Kulturtempel die Prinzessin ihren Prinzen - in einer Märchenwelt, in der Ehre, Magie und Liebe, unabhängig von religiösen Überzeugungen, noch eine große Rolle spielen. Das Bühler Publikum dankt es mit stehenden Ovationen.

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