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Satirisches Leistungsturnen und Hommage an Beethoven
11.01.2020 - 00:00 Uhr
Lichtenau (red) - Das Hoftheater in Scherzheim, die kleine Bühne mit dem großen Nimbus, lockt seit Jahrzehnten Kabarettisten, Comedians, Zauberer, Schauspieler und Kleinkünstler verschiedener Art an. Jetzt hat es sein neues Programm vorgelegt und der jährliche Run auf die Karten kann beginnen.

Die Besucher, so lässt Intendant Michael Bollinger wissen, sehen es schon von Weitem: Das Haus in der Friedhofstraße in Scherzheim hat einen neuen Anstrich bekommen, Fassade, Fensterläden und Sockel leuchten in frischen Farben. Die Stadt Lichtenau und der Theaterverein haben für die Außenrenovierung zusammengelegt, nachdem im Vorjahr die Bühne samt Bühnentechnik aufwendig erneuert wurde. Da der Löwenanteil der Einnahmen des gemeinnützigen Vereins wieder für Künstlergagen ausgegeben wird, ist man beim Umbauen und Renovieren froh über die großzügigen Spender unter den Theaterfreunden, die den Betrieb Jahr für Jahr unterstützen, so Bollinger.

Programmstart für die 38. Spielzeit ist am 1. und 2. Mai mit Blömer und Tillack, die "Kabarett mit Humor und Bewegung" versprechen. Sie provozieren Lachen und Überraschungen über die sprachliche Vermittlung hinaus mit einer spitzbübischen Mischung aus Kabarett, Clownerie, Akrobatik und Schauspielkunst.

Am 29. und 30. Mai kommen Adrian Engels und Markus Riedinger als "Onkel Fisch" nach Scherzheim. Ihr satirisch-parodistisches Leistungsturnen hat mal jemand als "Turbo-Kabarett" bezeichnet. Ihr Programm heißt "Populisten haften für ihre Kinder" und ist eine Speedshow der Pointen, die mit dem deutschen Kabarettpreis ausgezeichnet worden ist.

Anka Zink verkündet am 12. und 13. Juni "Das Ende der Bescheidenheit" und bringt kabarettistischen Glanz und beißenden Spott ins Haus, indem sie in Zeiten von Klimadiskussion und Konsumkritik ironisch für Prasserei und Luxus plädiert.

Am 3. und 4. Juli kommt Jan Peter Petersen aus Hamburg ins Hoftheater. Er nennt seinen Auftritt "Hamburger Jung - Leben zwischen Fisch und Kopf" und gastiert sozusagen als Kollege in Scherzheim, denn er hat in Jahrzehnten das renommierte Hamburger Kleinkunsttheater Alma Hoppe aufgebaut. "Hamburger stellen was her, Hanseaten was dar", stellt er lakonisch fest und das ist einer seiner vielen Sprüche, die er virtuos aus der Hüfte schießt.

Am 24. und 25. Juli ist Philipp Weber der nächste gern gesehene Gast. Weber nimmt dieses Mal das Marketing, die Kunst des Verkaufens, aufs Korn. Marketing wird angewandt, um Menschen Dinge anzudrehen, die sie weder brauchen noch verbrauchen können - ob bei alltäglichem Konsum oder beim Kauf von teurer Bio-Ware, die so begehrt ist, dass sie um den halben Erdball herangekarrt werden muss.

Anne Folger, in Scherzheim am 11. und 12. September, ist ein neuer Stern am Musikkabarettisten-Himmel. Sie kommt aus Weimar und spielt virtuos Klavier. Als Pianistin macht sie aber herrlichen Quatsch mit ihrer Kunst, grandios ist ihr Auftritt als Influenzerin für eine Gesichtscreme. "Selbstläufer" nennt sie ihr Programm - und das ist es auch wirklich.

Für den 25. und 26. September müsste das Hoftheater pro Abend sicherlich 250 Plätze anbieten können. Dann ist Andreas Müller zu Gast und stellt erneut unter Beweis, dass er als Parodist und Rollenspieler "einen Unique Selling Point" hat, womit Marketingspezialisten hochwertige Artikel mit Alleinstellungsmerkmal bezeichnen. In seinem Programm "Müllerei" wird Andreas allerhand Zeitgeistprodukte zerschroten.

Ein Herrenbesuch besonderer Art steht am 9. und 10. Oktober ins Haus. Zu Gast ist mal wieder die Herrenkapelle Mistcapala und "Herrenbesuch" heißt auch das Programm von Tobias Klug, Vitus Fichtl, Armin Federl und Tom Hake. Das Glück dieser vier Herren speist sich aus der Musik, die sie auf teils sehr sonderbaren Instrumenten aber mit wohlklingendem Ergebnis machen.

"Feinstaub ist auch nur ein vornehmeres Wort für Kehrwoche" postuliert Martin Herrmann am 23. und 24. Oktober. Als schwäbischer Bayer, geboren im Regierungsbezirk "Augschburg", hat er die Lizenz, die Schwaben zu frotzeln - und das kommt den Badenern ja gut zupass, vor allem, weil er für dieses Programm den baden-württembergischen Kleinkunstpreis gewonnen hat.

Josef Pretterer mit seinem kuriosen Figurenkabarett wird am 13. und 14. November nach Scherzheim kommen. Er ist ein Markenzeichen für skurrile Bühnenpräsentation und mit seinen Geschichten , die er mit seinen Figuren erzählt, ein Unikum auf deutschen Bühnen. Satire, Kabarett und Parodie präsentiert er mit seiner Stimme und den abenteuerlichen Schöpfungen aus eigener Werkstatt.

Am 27. und 28. November ist mit "Vorspiel und andere Höhepunkte" Thomas Nicolai auf der Bühne. Er ist ein begabter Unterhalter, Rollenspieler und Autor, seine bekannteste Figur ist der nölige Sachse Patrick Schleifer, der schräg in der Welt hängt wie in seinem geschmacklosen Pulli. Nicolai verspricht einen bunten Abend mit Lachgarantie.

Um Ludwig van Beethoven geht es am 11. und 12, Dezember. Der 250. Geburtstag inspiriert den staatsexaminierten Pianisten Michael Sens zu einer Hommage an den großen Künstler. Aber keine Angst, es wird kein heroisches Ringen mit dem Genius aus Bonn, Sens beweist Souveränität und nähert sich dem vergötterten Komponisten aus kuriosen Perspektiven.

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