Schauspieler im fliegenden Rollentausch

Die Geschichte kommt immer noch an: Mogli kann sich auf seine tierischen Freunde voll und ganz verlassen. Foto: Nickweiler

Bühl (cn) - Einen Nachmittag lang entführten die Schauspieler des Tournee-Theaters Liberi bei der ausverkauften Aufführung "Dschungelbuch - das Musical" im Bürgerhaus die kleinen und großen Besucher in die Welt von Mogli und seinen Freunden. Am Ende der Vorstellung waren die Kinder von der Aufführung restlos überzeugt, sie jubelten ihren Bühnenfiguren begeistert zu.

Mit nur sechs Schauspielern bekamen die Besucher eine leicht gekürzte, aber brillant inszenierte Version der Geschichte über den Dschungel-Bub Mogli nach der Vorlage des britischen Autors Rudyard Kipling geboten. So fehlte beispielsweise der Aufzug der Elefanten bei der Elefantenparade gänzlich, für die etliche Darsteller vonnöten gewesen wären.

Dafür jedoch präsentierte das Ensemble die inhaltlich aussagekräftigsten Szenen umso ausführlicher. Beispielsweise als die verführerische Schlange Kaa - klasse gespielt von Kimberley Unger - mit ihrer säuselnd hellen Stimme und mit anschmiegsamen Bewegungen den Protagonisten Mogli (dynamisch dargestellt von Brix Schaumburg) in ihren gefährlichen Bann ziehen will. Besonders eindrucksvoll wirkte das im Scheinwerferlicht glänzende Schlangenkostüm aus Satinstoff. Elegant, mit vornehm gestreiftem Frack, aber äußerst gewandt, mimte Viktor Silvester Wendtner den hinterlistigen Tiger und selbst ernannten König des Dschungels, Shir Khan. Wie gut, dass Moglis treue Beschützerin, der schlaue Panther Baghira rechtzeitig zur Stelle war und das Kind vor den Gefahren warnte. Flink und dennoch verbindlich wirkte Ines Becher als Baghira.

Nachdem Mogli einst als Findelkind von einem Wolfsrudel gefunden und aufgezogen worden war, hatten die Wölfe dann entschieden: Mogli darf als Menschenkind im Dschungel bleiben. Zwischendurch fragte sich Mogli, ober er nun ein Wolf sei, obwohl er doch gar kein Fell habe. "Mensch oder Wolf, das ist doch egal", meinte dagegen sein bester Freund, der Bär Balu, der grandios gespielt wurde von Stefan Peters.

Herzhafte Lacher gab es, als Balu tollpatschig die Bühne betrat und minutenlang versuchte, wie ein Mensch zu sprechen. Das lustige Gebrabbel erheiterte die großen und kleinen Zuschauer gleichermaßen. Nach einer Tanzszene mit beschwingter Musik klatschte das Publikum Szenenapplaus.

Mit wenigen Handgriffen verschoben die Darsteller die Kulissen und schufen im Nu ein anderes Bühnenbild. Düster wurde es, als die freche Affenbande den Dschungeljungen entführte und aufsteigender Nebel die Stimmung trübte. Doch ein humorvoller Affentanz, bei dem die Kinder den Ohrwurm "Banana nana" mitsangen, ließ die unheimliche Atmosphäre schnell vergessen. Als Mogli eines Tages einem Mädchen (Julia Breier) aus dem benachbarten Dorf begegnete, war plötzlich alles ganz anders...

Bis auf Mogli und Baghira schlüpften die anderen Schauspieler zusätzlich in weitere Rollen wie die der Wölfe, Affen und Geier. Diese raschen Rollenwechsel erforderten ein blitzschnelles, routiniertes Umziehen hinter der Bühne, was den Schauspielern durchweg hervorragend gelang.

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