Zuhören heißt das Schlüsselwort

Die neuen ehrenamtlichen Palliativbegleiter von Pallium mit den Referenten, dem Vorsitzenden Guido Kohler und Kursleiterin Agnes Royal. Foto: Pallium

Bühl (red) - Der Verein Pallium erhält weiteren ehrenamtlichen Zuwachs: Zehn Teilnehmer haben den Qualifizierungskurs absolviert und verstärken im neuen Jahr das Team der rund 60 ehrenamtlichen Palliativbegleiter.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde mit Zertifikatsübergabe dankte Vorsitzender Guido Kohler den Neuen für ihre Einsatzbereitschaft zur hospizlich-palliativen psychosozialen Begleitung. Heribert Scherer, Referent für Kommunikation, wertschätzte den Mut, sich schwerkranken, sterbenden Menschen zu widmen. Und Agnes Royal (Leitung Hospiz- und Beratungsdienst) sowie Brigitte Sauer (langjährige ehrenamtliche Palliativbegleiterin) berichteten von ihren Praxiserfahrungen und gaben den Kursabsolventen Anregungen für ihre Einsätze.

Brigitte Sauer betonte: "Grundsätzlich gilt: Der Patient steht im Mittelpunkt." Das Schlüsselwort heiße "Zuhören". Auf diese Aufgaben einer umsichtigen Begleitung wurden die Kursteilnehmer im Laufe des Jahres vorbereitet. Fast jeden Monat fand unter der Leitung von Agnes Royal ein Kursblock statt. In insgesamt 120 Unterrichtsstunden wurde den neuen Ehrenamtlichen umfangreiches Wissen vermittelt. Themen wie Hospizarbeit, Sterbeprozesse, Begleiten in Familiensystemen, Kommunikation, Palliativpflege und Palliativmedizin, Kinderhospizarbeit, Ethik, Demenz und Trauer wurden intensiv bearbeitet.

"Im praktischen Einsatz ist es wichtig, zuzuhören - dem Patienten und den Angehörigen, denn auch sie sind betroffen und eine wichtige Unterstützung", so Brigitte Sauer. Und Guido Kohler ergänzte: "Oft ist auch schon für die Betroffenen eine große Hilfe, dass es jemanden gibt, der da ist, der sich kümmert." Damit sich Vertrauen zueinander entwickeln könne, sei es gut, wenn die Begleitung schon frühzeitig beginne und nicht erst in der letzten Phase. Hierfür müsse die Öffentlichkeit noch mehr sensibilisiert werden.

Bei der palliativmedizinischen und -pflegerischen Versorgung erweise es sich als glücklicher Umstand, dass bei Pallium e.V. unter einem Dach Palliativmedizin und -pflege, ehrenamtliche hospizlich-palliative Begleitung wie auch Vorsorge und Trauerbegleitung angeboten würden. Der Patient profitiere von kurzen Wegen, und die fachübergreifende Zusammenarbeit der verschiedenen Teams verlaufe nahtlos.

So sind für das Team der SAPV (Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung) die Ehrenamtlichen ein wichtiges Glied. "Sie ziehen wir hinzu, wenn sich neben der palliativmedizinischen Versorgung weiterer Bedarf ergibt", betonte Jacqueline Schulz. Manche Belastung in der Familie könne dadurch erleichtert werden. "Je mehr man sich mit dem Tod auseinandersetzt, desto mehr hat man vom Leben", brachte Dr. med. Bruno Eisemann seine Erfahrung auf den Punkt.

Die Kursabsolventen sind: Guido Ege, Elke Eisele, Linda Ell, Beate Fleig, Manuela Gempler, Michaela Hurle-Frietsch, Ute Jörger, Anastasia König, Christel Lüdtke und Brigitte Meister. Guido Kohler wünschte ihnen Kraft für ihre Einsätze und Freude in zwischenmenschlichen Begegnungen. Im Februar startet ein neuer Kurs zur Qualifizierung als ehrenamtliche Palliativbegleiter. Nähere Infos unter 99 17 50 0, E-Mail: info@pallium-care.de

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