Inklusives Kunstprojekt mit der Lebenshilfe in Planung

Gabriele Dieterle und Jacques Gatta-Michelet zeigen ihre Außenkrippe Simone Zeller-Glomp (Mitte). Foto: Lebenshilfe

Bühl (red) - Ein leuchtend roter Nikolausstiefel vor der Hausnummer 6, eine Krippe bei Hausnummer 24: Im Stadtteil Weitenung ist die Kirchstraße ein einziger Adventskalender. Noch bis zum 6. Januar sind die Fenster mit Kunstwerken von Kindern vor jedem Haus beleuchtet.

Und schon laufen die Planungen für den Advent 2018. Die Initiatoren der Aktion, Gabriele und Jacques Dieterle, sind dazu auf die Lebenshilfe der Region Baden-Baden/Bühl/ Achern zugegangen. Sie planen gemeinsam ein "inklusives Kunstprojekt".

Engel und Sterne, eine Taube oder ein Tannenbaum lassen sich in den verschiedensten Techniken künstlerisch gestalten. 24 Adventskalenderfenster zu füllen, das soll die Aufgabe der Lebenshilfe werden. Dabei werden Menschen mit und ohne Behinderung an "kreativen Samstagen" zusammenarbeiten.

"Wir suchen dafür jetzt Helfer, Künstler und Interessenten", sagte Simone Zeller-Glomp, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der Lebenshilfe. Ideen dafür trägt sie derzeit für einen Inklusionsleitfaden zusammen. Dieser wird 2019 für die Region erscheinen. Der Weitenunger Adventskalender ist einer davon.

Seit 2004 stehen vor den Häusern in der Kirchstraße im Advent beleuchtete Fenster, von denen jeden Tag ein neues geöffnet wird. Die Idee stammt von Gabriele und Jacques Dieterle, die hier seit 1984 leben und ihr Dorf immer wieder mit ihren Ideen prägen. "Wir haben vor Jahren auch das Weihnachtsdorf in Weitenung organisiert und mit den Nachbarn eine Krippe gebaut, die jeder im Advent anschauen kann", berichtet die Sinzheimerin. Ihr Mann habe die Adventsfenster gebaut und den Nachbarn Anleitungen gegeben, wie die Krippenfiguren zu fertigen sind.

Menschen mit Handicap gehören für Gabriele Dieterle von Kindheit an dazu. Sie hat einen Bruder mit Down Syndrom. Ihr Mann hatte im Leistungssport Kontakt zu blinden und sehbehinderten Läufern: "Ich hatte und habe großen Respekt vor ihrer Leistung." Seit 2014 unterstützen sie die Lebenshilfe der Region ehrenamtlich. Sie brachte zum Beispiel ihre Fertigkeiten als Friseurin bei der Modenschau-Jubiläumsgala ein, er packt beim inklusiven Nikolausmarkt in Ottersweier mit an.

Für 2018 bereitet Jacques Dieterle wieder 24 Spanplatten vor, die die Kunstwerke des 15. Weitenunger Adventskalenders tragen werden. Simone Zeller-Glomp freut sich auf Unterstützung und reges Interesse durch Talente von Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen mit und ohne Handicap in der Region. Sie wird zu Beginn des neuen Jahres in Schulen und Einrichtungen der Region nach Akteuren am inklusiven Kunstprojekt anfragen. Weitere Infos unter (0 72 23) 80889 13.

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