Musikalisches Vergnügen verbreitet

Kraftvoll und energiegeladen: Der Trompeter Thomas Neuberth und Organist Udo Hildenbrand in Kappelwindeck. Foto: Heinke-Dietz

Von Karin Heineke-Dietz

Bühl - Strahlende Trompetenklänge und festliche Orgelmusik läuteten das neue Jahr in der Barockkirche St. Maria Kappelwindeck ein. Ein musikalisches Kaleidoskop über die Jahrhunderte vom Barock bis zur Moderne präsentierten der Trompeter Thomas Neuberth und der Organist Udo Hildenbrand (an beiden Orgeln) in beeindruckender Weise.

Das Duo eröffnete das einstündige Konzert mit der "Toccata in D" von Giovanni Battista Martini, der als italienischer Komponist der Vorklassik die unaussprechliche Autorität seiner Zeit verkörperte. Ein festliches und feierliches Entree ließ dabei die Herzen in der gut besuchten Kirche höher schlagen. Im laufenden Wechsel durch die Jahrhunderte entstand ein bewegendes wie interessantes Klangspektakel, das die unterschiedlichen Stilarten der jeweiligen Zeit verdeutlichte.

Eine tänzerische Beschwingtheit fand sich in den Sätzen der "Suite in B" von Pavel Josef Vejvanowsky wieder: eindringlich forcierend, strahlend mit herrlichen Verzierungen des Trompeters zur vorwiegenden Akkordbegleitung des Organisten. Neuberth, unter anderem als Dozent an der Bühler Musikschule tätig und mit langjähriger Aufführungspraxis auf historischen Instrumenten versehen, zeigte im Adagio "La Grace" von Georg Friedrich Telemann auf seinem Corno da cacchio interessante Klangfacetten im Blick auf den galanten Charme französischer Barockmusik auf, denn Telemann wirkte auch längere Zeit in Paris. Hier wurde nicht wie anfangs an der Klais-Orgel, sondern an der Orgel vom Kirchenschiff aus musiziert. Zart, verheißungsvoll in jeweils wechselnden Stimmungen spielten die Musiker Alexandre Guilmants "Tochter Zion". Auch sein "Marche triumphale" besaß diese Festlichkeit und Andacht. Das Präludium "Marsch der Könige" von Theophil Stern deklarierten die Künstler als eine feierliche Prozession, die kontrapunktisch bestückt kraftvoll und energiegeladen vorgetragen wurde. Ernest Grosjeans Fantasie über "Adeste fideles" besaß eine ruhig dahinfließende Melodie von bedächtiger Eindringlichkeit, die nachdrücklich wirkte, und mit dem Choral "Ein feste Burg ist unser Gott" in strahlender Form endete.

Klangreich ließ Hildenbrand das Concerto "Nun freut euch, ihr Christen" von Franz Josef Stoiber in vollem Register anwachsen und vermittelte so die Botschaft über die Geburt Christi. Besinnlich, einfühlsam zeichnete Neuberth Bachs liedhaftes "Arioso" in verschiedenen Variationen von Anna Freemann. Da erschien das Corno da cacchio in gedämpfter Klangstruktur, fein austariert in einer modernen Fassung. Das "Ave Maria" von William Gomez spielte der Trompeter anbetungswürdig, "begleitet" vom Organisten in leichter Achtelbewegung, um die inhaltliche Gewichtung mehrfach zu unterstreichen. Auch die Gemeinde wurde mit dem Lied "Nun danket alle Gott" in die Aufführung eingebunden.

Den Schluss krönte die "Toccata des Psalms 146", ein Preislied auf Gott, den Helfer der Armen, das die Gemeinde vorab mit Pfarrer Oswald Bechtold zitierte. In der "Toccata" von Jan Zwart wurde noch einmal der festliche Charakter unterstrichen. Interessant hierbei: die sprunghaften Rhythmen im Orgelpart, die als Wegweiser für das neue Jahr zusammen mit der Strahlkraft der Trompete musikalisches Vergnügen verbreiteten.

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