Drei Preise für Weitenung

Der Himmel hält dicht, die Stimmung ist gut: Der Große Bühler Fastnachtsumzug wird ein Erfolg. Foto: Margull

Bühl (jo) - Alles, was die Große Kreisstadt an Zünften und närrischen Gruppen zu bieten hat, marschierte gestern auf: Elferräte, Hästräger, Gardemädels, Hemglunkerle, Lichtputzer, Teufel und andere Dämonen - und vor allem Hexen. Mehrere Tausend Besucher säumten die Innenstadt, um den Höhepunkt der Bühler Straßenfastnacht zu erleben.

Rüdiger Majewski, scheidender Sitzungspräsident der Narrhalla, freute sich über die Mischung "aus rheinischem Karneval und alemannischer Fastnacht", die dem wettertechnisch trüben, grauen Sonntag Farbe verlieh. "Trotz der Witterungsverhältnisse sind doch etwa 15000 Besucher am Start", hielt er außerdem fest. Das waren zwar nicht ganz so viele wie im Vorjahr, als die Sonne über 20000 Gäste anlockte. Gleichwohl: "Die Stimmung war wieder gut. Das Publikum hat mitgemacht", so Majewski.

Einige der knapp 90 Gruppen, deren Einsätze Narrhalla-Umzugsmeister Lothar Bäuerle koordinierte, waren außerordentlich kreativ. Die originellste und ideenreichste Fußgruppe stellten laut Jury wieder die Widdenunger Narrenratsfrauen als wandelnde Planschbecken. Platz zwei ging an die jungen Nemo-Darsteller des Kinderfastnachtskomitees Weitenung. Den dritten Platz sprach die Jury den Kappler Allda-Narrenratsfrauen zu.

Für das Motto "s'Hänferdorf z'erscht", frei nach Trump, gab es den ersten Preis des besten Fastnachtswagens. Der Balzhofener Umleitungs-Wirrwarr wurde mit dem zweiten Preis belohnt. Für die Feuerwehr Oberbruch ("Wo's Wasser hinläuft...") und die Widdenunger Wagendesigner ("Jamaika") winkten zwei dritte Preise. Majewski fand es ganz beachtlich, wie kontinuierlich Weitenung, das Händerdorf sowie Balzhofen und Oberbruch seit Jahren närrische Kreativität beweisen. In der Summe verteilte die Jury, bestehend aus Stadtpfarrer Wolf-Dieter Geißler, den Bürgermeister-Eheleuten, Hubert und Beatrix Schnurr, Wolfgang und Regine Jokerst, und ihm 650 Euro an Prämien.

Aus dem Überangebot an Hexen stachen zwei Gruppen heraus. Zum einen die Schartenberghexen Eisental, die nicht mit Konfetti geizten. Zum anderen die Zunft der Bühler Hexen, die heute die Ehre hat, in Düsseldorf aufzulaufen. "Wenn Sie nichts Besseres zu tun haben, dann schauen Sie sich den Rosenmontagszug im Fernsehen an!", riet Umzugskommentator Peter Hirn, der den Umzug vom Rathausbalkon mit launigen wie spitzen Bemerkungen kommentierte. Nicht alle Gruppen, die auf der Liste standen, liefen tatsächlich mit. Die Aussicht auf Regen dürfte zu mehreren Absagen aus dem Umland geführt haben. Doch der Himmel hielt dicht. Kälte und Wind machten den Narren aber Beine. Es ging zügig vorwärts, nahezu ohne Lücken. Auch verlief der Bühler Umzug nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle.

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