Angestellte mit Schusswaffe bedroht

Angestellte mit Schusswaffe bedroht

Von Gerold Hammes

Bühl - Großalarm gestern Nachmittag für die Polizeireviere Mittelbadens: In der Sparkasse Bühl nahm ein Mann eine Bankangestellte unter Waffengewalt als Geisel. Bei seiner Flucht wurde er von mehreren Polizeikräften überwältigt.


Nach ersten Erkenntnissen des Polizeipräsidiums Offenburg betrat der Täter, ein 58-jähriger, deutscher Staatsangehöriger die Schalterhalle, der im Vorfeld einen Kundentermin mit einer Sparkassenmitarbeiterin vereinbart hatte. In deren Büro zückte er eine Faustfeuerwaffe und forderte die Herausgabe von Bargeld. Mit der Angestellten als Geisel ging er in die Schalterhalle, erneuerte sein Anliegen und stellte dort einen nicht näher definierten Gegenstand ab, dessen Inhalt, wie er drohte, explosiv sei.

Inzwischen wurde die Polizei von dem Überfall verständigt, die daraufhin Großalarm auslöste. Gegen 15.35 Uhr verließ der Räuber mit einem Bargeldbetrag und zwei Angestellten die Bank. Zu diesem Zeitpunkt war die Sparkasse von massiven Polizeikräften hermetisch umstellt und die Eisenbahnstraße mit Flatterbändern abgesperrt. Als der Räuber flüchten wollte, gelang mehreren Beamten, die mit Stahlhelmen, schusssicheren Westen und Maschinenpistolen ausgerüstet waren, der Zugriff. Sie überwältigten ihn, brachten ihn zu Boden und fesselten ihn.

Zu diesem Zeitpunkt glich die Innenstadt einem wahren Polizeibollwerk. Schätzungsweise über 30 Streifen- und Kripobeamte in rund 20 Einsatzfahrzeugen waren nach Bühl geeilt, viele von ihnen aus Achern oder Baden-Oos, wo sie zuvor zur Begleitung und Sicherung der Fastnachtsumzüge im Einsatz waren. Aber auch aus Rastatt und Nordbaden waren Sicherheitskräfte angefordert worden. In der Luft kreisten zwei Polizeihubschrauber mit Spezialeinheiten des Sondereinsatzkommandos (SEK). Zu diesem Zeitpunkt war die Aktion bereits unblutig beendet, so dass der Helikopter wieder Richtung Landeshauptstadt abdrehen konnte.

Da zunächst nicht klar war, ob es sich um einen Einzeltäter handelte und der Inhalt des Gegenstandes tatsächlich ein Sprengstoff war, wurde das Gebäude komplett evakuiert. Rund 20 Sparkassenmitarbeiter versammelten sich im Freien und durften erst wieder kurz nach 16 Uhr an ihre Arbeitsplätze zurück. Zuvor hatte hatte ein Polizeihundeführer vom Posten Baden-Airport den ominösen, letztlich ungefährlichen Gegenstand und sämtliche Büroräume untersucht.

Da zunächst die Lage unübersichtlich war, schickten auch die DRK-Kreisverbände ein großes Aufgebot nach Bühl. Auf dem Gelände des Zentralen Omnibusbahnhofs standen sieben Rettungsfahrzeuge samt Notarztteam. Viele der Besatzungen waren eigentlich zu Umzügen in der Region eingeteilt gewesen.

Nach Angaben eines Polizeisprechers habe keine Gefahr für Außenstehende bestanden. Das Sparkassengebäude blieb dennoch für den Rest des Tages für den Publikumsverkehr geschlossen. Kriminaltechniker nahmen noch gestern die Spuren auf.

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