Alternative: Zentrale Betreuungseinrichtung

Im Kindergarten Greffern ist es mit der Aufenthaltsqualität und den Arbeitsbedingungen nicht zum Besten bestellt. Foto: Gangl

Rheinmünster (ar) - Die Münstergemeinde steht nicht alleine mit den Zielvorgaben, auch künftig allen Klein- und Vorschulkindern eine Betreuung anbieten zu können. Doch während es in manch anderer Gemeinde jetzt schon an Plätzen mangelt, macht man sich in Rheinmünster frühzeitig auf den Weg, nach vernünftigen Lösungen zu suchen.

Im Kindergarten Greffern ist es bereits jetzt schon eng, und die Arbeitsbedingungen sind, wie Bürgermeister Helmut Pautler dem Gemeinderat am Montagabend nicht verheimlichte, "suboptimal". Im Haushalt wurden daher zur Verbesserung des Zustands und einer möglichen Erweiterung eines Gruppenraums 100 000 Euro eingestellt. "Wir werden durch die Maßnahme keine zusätzliche Gruppe und auch nicht die Anzahl der Kinder erhöhen können", betonte er und erinnerte daran, dass sich in Greffern eine weitere Wohnbebauung abzeichne und mit Zuwachs zu rechnen sei. Wie berichtet, hat ein Investor das ehemalige Katz-Areal aufgekauft und möchte dieses für eine Wohnbebauung erschließen.

Der Bühler Architekt Volker Leppert hatte den 1990 erbauten Kindergarten in Greffern unter die Lupe genommen und dabei Überraschungen im Boden gefunden. Das Gebäude wurde einst auf dem ehemaligen Roßbach errichtet und musste deshalb auf einer Brunnengründung mit Schachtringen und einer 36 Zentimeter dicken Betonplatte erbaut werden. Auch die von Leppert vorgeschlagene mögliche Erweiterung eines Gruppenraumes um 25 oder 46 Quadratmeter benötigten daher aus statischen Gründen eine Gründung. Die Kosten lägen somit, je nach Ausführung, zwischen 150 000 und 185 000 Euro.

"Das ist eine ganze Potenz größer als das, was anfänglich im Raum stand", kommentierte der Grefferner Ortsvorsteher Hubertus Stollmaier die Option und stellte die Frage nach der Möglichkeit einer parallelen Erweiterung der sanitären Einrichtungen. Denn genau diese seien ebenfalls ein Faktor, um mehr Kinder aufnehmen zu können.

Nicht überzeugt von der Option zeigte sich Stephan Braun (CDU), der befürchtete, in zwei Jahren wieder mit neuen Erweiterungsplanungen konfrontiert zu werden. Peter Meier (BfR) brachte die Idee ins Spiel, alle Rheinmünsteraner Kinder unter drei Jahren in einer zentralen Betreuungseinrichtung unterzubringen; ein Gedanke, den Franz Leonhard (CDU) aufgriff: "Wir haben im Erdgeschoss der ehemaligen Grundschule Stollhofen Räumlichkeiten", sagte er und erinnerte an den vor zehn Jahren erbauten Kindergarten im Ortsteil Söllingen, der auch schon wieder an seinen Kapazitätsgrenzen angelangt sei.

Gemeinsam mit Architekt Leppert soll nun nochmals nach Möglichkeiten gesucht werden, damit Kinder und Bedienstete im Kindergarten Greffern vernünftig arbeiten können. Im Prüfungsauftrag soll auch untersucht werden, wie die Kapazitäten im Kindergarten Greffern erhöht und die Räumlichkeiten in der Grundschule Stollhofen geeignet gestaltet werden könnten.

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