Weichen für Kostenermittlung gestellt

Weichen für Kostenermittlung gestellt

Bühlertal (eh) - Die Frage, wie die Zukunft des Bühlot-Bads aussehen soll, wird die kommunalen Entscheidungsträger in besonderer Weise herausfordern. Die Ratssitzung am Dienstag zeigte, dass erhebliches zeitliches Engagement, Mut und Entscheidungskraft in den kommenden Monaten benötigt werden. Um eine realistische Kostenermittlung als Entscheidungsgrundlage zu erlangen, entschied sich das Gremium einstimmig, eine EU-weite Ausschreibung auf den Weg zu bringen. Frühestens Anfang Juli könnte dann das Architektenbüro mit Vorplanungen beauftragt werden.

Mit der komplexen Ausschreibung in zwei Losen ist ein Stuttgarter Ingenieurbüro beauftragt. Ausgeschrieben werden Vorplanungen der Stufen eins bis drei. Büromitarbeiterin Daniela Hesslinger erläuterte den Ablauf und die zeitliche Projektierung. Bereits in diesem ersten Schritt sind die Ratsmitglieder mit einer Kostenerhöhung konfrontiert: Statt pauschal netto 15500 Euro wird die Durchführung des Ausschreibungsverfahrens pauschal 23000 Euro kosten. Bauamtsleiter Norbert Graf begründete dies mit der Komplexität. Mit der Pauschale sei man auf der sicheren Seite.

Graf erläuterte nochmals den bisherigen Stand der Freibad-Thematik mit der eingeholten gutachterlichen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. Er offerierte deren Kostenschätzung für die Variante "Neubau der Beckenlandschaft und Funktionsgebäude". Kostensteigerungen bis zum ersten Quartal 2019 wolle er mit acht Prozent berücksichtigen. Demnach ergäbe sich eine Kostenschätzung von rund 5,1 Millionen Euro, so Graf. Die Baunebenkosten seien auf 380 000 Euro für den Hochbau und 254 000 Euro für die technischen Anlagen geschätzt worden. Daran orientiere sich die Pflicht für eine EU-weite Ausschreibung und die Vergütung der Planer nach der Verordnung über die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen (HOAI).

Die EU-weite Ausschreibung erfolgt in zwei Losen. Das erste umfasst die Planungen für Funktionsgebäude, Becken und Beckenlandschaft. Das zweite betrifft die gesamte technische Ausrüstung Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro- und Badewasserbetrieb. Hesslinger erklärte die Schritte der Ausschreibung von der Veröffentlichung im Amtsblatt der EU, die Bewertung der Angebote in einem Ranking, die Einladung der Büros und die Bewertung der Präsentationen.

Der Gemeinderat entschied, dass Hesslinger ihr Ranking dem gesamten Gremium präsentieren soll. Die Präsentation der eingeladenen Büros und letztlich die Vergabeentscheidung wird anschließend in einem kleineren Gremium erfolgen. Dem gehören neben Bürgermeister Hans-Peter Braun, Norbert Graf und Kämmerin Bettina Kist die Ratsmitglieder Matthias Eckerle, Franz Tilgner (CDU, Vertreter ist Andreas Scholz), Eberhard Gschwender, Stephan Seiler (FBV) und Clemens Welle (SPD, Vertreter ist Klaus Lorenz) an.

Volker Blum (CDU) wollte wissen, welcher Zeitumfang eingeplant werden müsse. Hesslinger stellte dar, dass für die beiden Lose insgesamt zwei volle Tage gebraucht würden. Außerdem gebe es im Vorfeld eine Einweisung zu den Bewertungskriterien. "Falls fünf Büros eingeladen werden, sind das pro Los jeweils fünf Stunden höchst konzentrierte Arbeit. Das ist sehr anstrengend", so Hesslinger. Matthias Seebacher (CDU) bezeichnete den Ablauf als "zeitlich sehr sportlich." Er wollte wissen, ob man wegen der guten Konjunktur von den Planern mit Preisaufschlägen rechnen müsse. Das sei nach der HOAI nicht möglich, so Graf.

Alle Fraktionen betonten die Wichtigkeit, die Bewohner zu gegebener Zeit einzubeziehen. Volker Blum (CDU) und Peter Ganter (SPD) unterstrichen die große Bedeutung des Freibads für die Wohnqualität. Man müsse in diese Ausschreibung investieren, um überhaupt eine Entscheidungsgrundlage zu haben. Stefan Ursprung und Stephan Seiler verwiesen darauf, dass Kosten zum Bauuntergrund und zur Hochwasserthematik noch völlig offen seien. Den Planern solle man gewisse Freiheiten lassen, damit sie Dinge aufzeigen könnten, die bisher vielleicht übersehen wurden, so Ursprung. Er stellte die finanzielle Belastung der Gemeinde durch zahlreiche Bauprojekte heraus. In einer Klausurtagung sollten Prioritäten geklärt werden.

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