Beim Fassanstich fließt neuer Wein

Anziehungspunkt sind die Oldtimer-Traktoren. 85 Schlepper geben sich in Scherzheim ein Stelldichein.  Foto: Gangl

Lichtenau (ar) - Bis weit ins Badner Land hinein strahlt die Scherzemer Kirb, denn es ist bekannt, im kleinen Hanauer Dörfchen gibt es gutes Essen, Herzlichkeit, Geselligkeit, Unterhaltung und jede Menge Nostalgie. Am Sonntag strömten die Menschen in Scharen nach Scherzheim, manche sogar zu Fuß oder mit dem Rad aus den benachbarten Gemeinden.

Schon am Samstagabend zur offiziellen Festeröffnung hatten sich viele Besucher auf dem Platz zwischen Weinbrennerkirche und Rathaus versammelt. Zur guten Unterhaltung spielte die Jugendkapelle Lichtenau-Greffern-Unzhurst auf. Und wie es auf der Kirb guter Brauch ist, gab es zum Fassanstich neuen Wein.

Bestens besucht und mit viel guter Laune ging es am Abend in den Zelten weiter. In der Weinstub war eine zehnköpfige Gruppe anzutreffen, die jedes Jahr aus Weingarten nach Scherzheim zur Kirb kommt und im Gasthaus Rössl übernachtet.

Nach dem traditionellen Gottesdienst in der Weinbrennerkirche am Sonntag drängten bereits die ersten Besucher in die Kirchstraße, wo es aus den Zelten und Scheunen duftete. Kreativ zeigte sich nicht nur die Küche. Auch die Scherzheimer Vereine hatten ihre Scheunen wieder mit viel Liebe dekoriert, gewürzt wurde alles mit viel Sonnenschein. Für die Kinder hatte Horst Jochim aus Rastatt sein Spielmobil mitgebracht, das auf dem Platz hinter dem Rathaus für viel Spaß sorgte.

Anziehungspunkt waren wieder die Oldtimer-Traktoren. In diesem Jahr waren es 85 Schlepper, die am Vormittag aus allen Richtungen angefahren kamen. "Mit 13 Schleppern haben wir vor zehn Jahren angefangen", erinnerte sich Heinz Hänßel, Sprecher der Schlepperfreunde Scherzheim. Das älteste Prachtexemplar, das sich am Nachmittag auf die Ausfahrt rund um die Scherzheimer Gegend begab, war der Schwungradschlepper Marke Allgaier aus dem Jahre 1950. Am weitesten angefahren kamen die Schlepperfreunde aus Muggensturm und aus Schutterwald.

Fast 200 Mitglieder und Freunde aus Singgemeinschaft, Feuerwehr, Wildsaue, Frauenverein, Altenwerk, Jugend der evangelischen Kirchengemeinde, Turnverein, Wasenhexen, Sportverein, Motorradclub und Narrengemeinschaft stemmten auch dieses Jahr wieder die Scherzemer Kirb, die gestern, am traditionellen "Schliffdi", ab 11 Uhr mit dem Handwerker-Mittagessen fortgesetzt wurde und mit dem Abendbrot ausklang.

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