Anerkennung für ehrenamtliches Engagement

Anerkennung für ehrenamtliches Engagement

Bühl (efi) - Die Solidarität mit der finanziell in Bedrängnis geratenen Bühler Tafel ist groß. Nach dem im Juli vom Gemeinderat beschlossenen städtischen Mietzuschuss erhält der Verein nun mit einem neuen Kühlfahrzeug eine weitere wichtige Unterstützung, die dazu beiträgt, den Fortbestand der Einrichtung zu sichern. "Ohne diese großzügige Spende könnten wir den Tafel-Betrieb nicht in gewohntem Umfang aufrechterhalten", verdeutlichte Vorsitzende Sandra Hüsges.

Das "Geschenk" komme zur richtigen Zeit, nachdem das knapp zehn Jahre alte Kühl-Gefährt seinen Geist endgültig aufgegeben habe, erklärte Hüsges. Der neue Transporter, ein Diesel, besitzt einen Wert von 34 000 Euro, die Versicherung ist ebenfalls gesponsert. "Eingefädelt" und vermittelt hatte diese Großspende Lutz Jäckel, FDP-Stadtrat sowie engagiertes Mitglied und Kassenprüfer des Vereins. Welch hohe Wertschätzung die Arbeit der Bühler Tafel genießt, zeigte sich bei der Fahrzeugübergabe. Neben den geschäftsführenden Gesellschaftern der Bühler Bauunternehmung Eisenbiegler, Tilo und Marc Trautmann, waren mit Claus Preiss, Hans-Jörg Meier und Marco Feit auch der komplette Vorstand der Volksbank Bühl vor Ort, außerdem Thomas Grethel, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses. Jäckel lobte die "unkomplizierte und unbürokratische" Abwicklung der Spende. Dies zeichne die eng mit der Region verbundenen Unternehmen aus. Das Engagement der Tafel könne nicht hoch genug geschätzt werden, gab Tilo Trautmann zu verstehen. Auch Claus Preiss betrachtet die Mitfinanzierung des neuen Fahrzeugs als "Anerkennung für das Ehrenamt". Beide waren sich einig: "Es muss nicht das letzte Mal sein." Tafel-Geschäftsführerin Renate Schneider wies darauf hin, dass es auch in dieser wohlhabenden Region Menschen gebe, denen es nicht so gut gehe. Pfarrer Edwin Höll, stellvertretender Vorsitzender des Tafel-Vereins, bedankte sich bei den Spendern mit einem Geschenk und segnete den neuen Transporter. "Das Fahrzeug hilft uns beim Weitermachen", bekräftigte Hüsges. Der im März neu gewählte Vorstand der Tafel, die nach der Veruntreuung des Vereinsvermögens durch den inzwischen verurteilten früheren alleinigen Vorsitzenden in die wirtschaftliche Schieflage geraten ist, arbeitet mit Anstrengung daran, die Krise zu bewältigen. Eine wesentliche Unterstützung bietet der Zuschuss von insgesamt 30 000 Euro für Ladenmiete und Nebenkostenvorauszahlungen, mit dem die Stadt der Einrichtung ein Jahr lang unter die Arme greift. Hintergrund war eine kräftige Mieterhöhung. Mittlerweile sei es gelungen, das Defizit deutlich zu verringern, berichtet Hüsges. Noch immer warte die Tafel, die zirka 1 000 bedürftige Menschen mit günstigen Lebensmitteln versorgt, auf die gerichtlich verfügte Rückzahlung des veruntreuten Geldes, insgesamt 77 000 Euro. Die Frist läuft bis Juni 2019. Sorge bereitet die personelle Situation. Aktuell kann sich der Verein auf 70 ehrenamtliche Helfer verlassen, dringend gesucht werden jedoch Fahrer. Um mehr Menschen mit dem Tafel-Angebot zu erreichen, seien erste Gespräche mit den Gemeinden geführt worden. "Mit unserem Ladensortiment können wir mehr Kunden versorgen", stellt Hüsges fest.

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