Greilach legt Rekordhaushalt vor

Greilach legt Rekordhaushalt vor

Von Holger Siebnich

Lichtenau - Bürgermeister Christian Greilach sieht die Stadt Lichtenau in einer äußerst komfortablen Lage. "Rekordeinnahmen, eine starke Wirtschaft und eine Rücklage in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro geben uns die Möglichkeit, viel Projekte anzugehen, die Lichtenau für die Zukunft gut aufstellen", sagte er gestern Abend im Gemeinderat bei der Einbringung des Haushalts 2019. Neben mehreren Sanierungsvorhaben steht vor allem der weitere Breitbandausbau im Fokus des kommenden Jahres.

Insgesamt mehr als 1,5 Millionen Euro stehen im Haushalt bereit, um das Lichtenauer Gewerbegebiet und Scherzheim mit Glasfaser auszustatten. "Die Breitbandversorgung ist für eine kleine Kommune wie Lichtenau eine Herkulesaufgabe, die viel Zeit und Geld kostet", sagte Greilach.

Dass die Stadt über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt, liegt an den anhaltend guten Rahmenbedingungen. Die Steuereinnahmen für Städte und Gemeinden seien im achten Jahr in Folge gestiegen, erläuterte der Bürgermeister. Für Lichtenau ergebe sich daraus Spielraum für künftige Investitionen. Trotzdem reihe sich der Haushalt 2019, der ein Rekordvolumen von rund 13,9 Millionen Euro aufweist, in die "Tradition der Vor- und Weitsicht" ein. Greilach mahnte, nicht von dem Leitgedanken abzurücken, für finanzielle Stabilität zu sorgen. Gemeinderat und Verwaltung sollten auch weiterhin dem Grundsatz folgen, keine neuen Schulden aufzunehmen. Außer Acht dürfe auch nicht gelassen werden, dass sich die Ausgaben in den vergangenen Jahren mit erheblicher Dynamik nach oben entwickelt hätten und dieser Trend anhalte.

Dies gelte unter anderem für den Kindergartenbereich, wo die Kommunen aufgrund gesetzlicher Regelungen gezwungen gewesen seien, neue Angebote zu schaffen und Personal aufzustocken. Greilach wiederholte angesichts dieser Entwicklung seine Forderung, den Kindergarten als frühkindliche Bildungseinrichtung zu bewerten und wie das Schulwesen als beitragsfreie Landesaufgabe zu erklären.

Trotz aller Vorsicht sieht der Haushalt 2019 zahlreiche Investitionen sowohl im Verwaltungs- als auch im Vermögenshaushalt vor. So stehen 303 000 Euro für die Sanierung der Mühlstraße in Lichtenau bereit. 195 000 Euro sind eingeplant für Sanierung und Neuordnung des Anwesens Hauptstraße 58. 100 000 Euro liegen für Grunderwerb bereit, unter anderem für künftige Baugebiete.

Derzeit wird das Dach des Ulmer Rathauses neu eingedeckt, im kommenden Jahr soll die Fassadensanierung folgen. Dafür sind 75 000 Euro vorgesehen. Modernisierungsmaßnahmen stehen auch in der Eichwaldhalle in Muckenschopf an, für die 40 000 Euro eingeplant sind. 29 000 Euro sollen in Arbeiten an der Gustav-Heinemann-Schule fließen. Ein Großprojekt in den kommenden Jahren wird die Regenwasserbeseitigung in den Gewerbegebieten. Der Haushaltsplan 2019 enthält Planungskosten für ein Regenklärbecken in Höhe von 40 000 Euro .

Steuerquellen



sprudeln kräftig

Auch in der Verwaltung selbst gibt es einige Sonderposten für 2019. So sind für die Umstellung auf das neue kommunale Haushaltsrecht 45 000 Euro eingeplant. Für 25 000 Euro will die Stadt außerdem Schulden tilgen. Neue Kreditaufnahmen sind nicht vorgesehen.

Gestemmt werden kann das Programm dank sprudelnder Steuerquellen. Den Gewerbesteueransatz aus dem vergangenen Jahr in Höhe von einer Million Euro hat Kämmerer Michael Burkart noch einmal um 200 000 Euro nach oben geschraubt. Der Einkommensteueranteil steigt auf fast drei Millionen Euro, die Schlüsselzuweisungen sind mit rund 2,7 Millionen Euro eingeplant. Die Grundsteuer spült rund 640 000 Euro in die Kassen. "Diese für die Stadt so wichtigen Einnahmen steigen seit Jahren zum Teil deutlich an", freute sich Greilach.

Dies sorge für eine positive Momentaufnahme: "Die Stadt Lichtenau befindet sich weiterhin in einer günstigen Ausgangslage."

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