Strömender Regen und jede Menge gut gelaunte Fans

Strömender Regen und jede Menge gut gelaunte Fans

Bühl (hap) - Wenn Van Teichmann auf dem Bühler Adventsmarkt rockt, kann man sich seit Jahren auf zwei Dinge verlassen: Das schlechte Wetter und trotzdem jede Menge gut gelaunte Fans. "Zum Glück hat uns das gewohnte Wetter wieder einmal nicht im Stich gelassen", meinte dazu Chefrocker Peter Teichmann.

Zuvor hatte die Band mit Unterstützung einer im Overdrive kreischenden Gitarre und dem Titel "Alle Jahre wieder" bei strömendem Regen die 20. "Rockige Weihnacht" eröffnet. Und offensichtlich meint der wie immer im T-Shirt auf der Bühne agierende Musiker das ganz ernsthaft. Vermutlich wäre es für ihn sowie das mit einem Dach aus vielen Regenschirmen vor der Bühne gut gegen den Regen geschützte Publikum ein Schockerlebnis, wenn es einmal tatsächlich keine Feuchtigkeit von oben geben würde. Bemerkenswert auch, dass das Team um Roland Santl trotz der Wettereskapaden über 1 700 Euro unter den Besuchern einsammeln konnte. Da die Band jeweils ihre Gage spendet und durch weitere Sponsoren aus der Bühler Geschäftswelt unterstützt wird, kam wieder eine schöne Summe zusammen, die wie jedes Jahr unter verschiedenen sozialen Einrichtungen in Bühl verteilt wird.

Das Programm besteht beim Weihnachtsrocken mit Van Teichmann aus eigenen Songs und Titeln aus der Weihnachtsplatte "Wir warten aufs Christkind" der Band "Die Roten Rosen" - besser bekannt unter ihrem richtigen Namen "Die Toten Hosen". Dabei handelt es sich überwiegend um verrockte Coverversionen von deutschsprachigen Volks- und Weihnachtsliedern. Zusammen mit zwei "Mädels" als Background-Sängerinnen und einem Gastmusiker am Keyboard wird es aber zwischendurch auch richtig besinnlich, wenn ein bekanntes Weihnachtslied sehr einfühlsam gesungen wird oder in einem entspannten Reggae-Rhythmus erklingt.

Plötzlich kommen zum Regen noch heftige Windböen und machen die Regenschirme zu ihrem Spielball. Jetzt gibt es eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten, entweder die Flucht ergreifen oder sich zu den bereits dicht gedrängten Menschen unter den Überdachungen der Stände quetschen. Die meisten entscheiden sich für die zweite Variante und der Marktplatz vor der Bühne hat inzwischen Ähnlichkeit mit einer großen Sardinenbüchse. Auch die mit Schmetterlingsnetzen ausgestatteten Spendensammler müssen ihre Aktion einstellen. Zu groß ist die Gefahr, dass die bereitwillig aus den Geldbeuteln geholten Scheine einfach davonflattern anstatt leichte Beute für die Kescher zu werden.

Peter Teichmann wiederholt mehrmals, dass es noch nie in 20 Jahren Weihnachtsrock so heftige Wetterkapriolen gegeben habe, obwohl er in diesem Punkt einiges gewohnt sei. Es klingt schon fast wie eine Entschuldigung; dabei ist er doch nur für die Musik verantwortlich. Aber ein richtiger Bühler Weihnachtsrocker mit langjähriger Erfahrung und großer Leidenschaft lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Die Band spielt unbeirrt weiter und schafft es, die gute Laune sogar noch zu steigern. Das überzeugt wohl auch die Wettermacher und sie stellen überraschend die Dusche und den Föhn ab. Schlagartig ist der Platz vor der Bühne wieder komplett gefüllt und Teichmann lässt bis 22 Uhr für sich und seine Gäste rote Rosen regnen. Der bekannte Titel von Hildegard Knef wird natürlich wie noch weitere in entsprechender Heavy-Version dargeboten - schließlich heißt es ja auch Weihnachtsrock.

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